Richtige Anwendung ausschlaggebend

Asthma-Sprays – verschiedene Inhalationsgeräte

Im Rahmen der Asthma-Behandlung kommen primär „Asthma-Sprays“ mit verschiedenen Wirkstoffen zum Einsatz. Es gibt verschiedene Inhalationsgeräte, die sich auch in ihrer Anwendung unterscheiden. Welches Gerät im Einzelfall am besten geeignet ist, kann im Verlauf der Behandlung getestet werden. Wichtig: Die richtige Anwendung des Gerätes ist ausschlaggebend.

Asthma-Sprays – verschiedene Inhalationsgeräte
Für die optimale Behandlung von Asthma ist die richtige Handhabung des Inhalationsgeräts entscheidend.
(c) Getty Images

Inhalationsgeräte nehmen in der Asthma-Behandlung eine zentrale Stellung ein. Die Wirkstoffe gelangen direkt an den Wirkort – die Lunge – und das Risiko für Nebenwirkungen ist vergleichsweise gering.

Drei Gerätetypen

Für die Behandlung von Asthma werden verschiedene Inhalationsgeräte angeboten. Drei Typen unterscheiden sich in ihrer Funktionsweise und Anwendung:

  • Dosieraerosole
  • Pulverinhalatoren
  • Elektrische Vernebler

Die ersten beiden Gerätetypen – Dosieraerosole und Pulverinhalatoren – sind am weitesten verbreitet. Sie werden von Asthmatikern aller Altersgruppen genutzt. Der dritte Gerätetyp, die elektrischen Vernebler, werden bei einem Asthmaanfall und manchmal auch bei Säuglingen eingesetzt.

Richtige Anwendung entscheidend

Es klingt banal, ist es aber nicht: Richtiges Inhalieren will gelernt sein! Schließlich unterscheiden sich die einzelnen Geräte in ihrer Anwendung – und die richtige Anwendung ist die Voraussetzung dafür, dass die volle Wirksamkeit der Inhaltsstoffe erreicht wird. Die besten Informationsquellen für die richtige Anwendung der Inhalationsgeräte sind neben Ihrem Arzt auch der Beipackzettel, Patientenschulungen oder Ihr Apotheker. Zum Teil müssen die Geräte nachgefüllt oder gereinigt werden – wichtige Hinweise dazu stehen auch jeweils auf dem Beipackzettel.

Dosieraerosole erfordern gute Koordination

Die Dosieraerosole enthalten ein Treibmittel, das den Wirkstoff vernebelt und in die Lunge transportiert. Sie werden auch als hand- oder druckausgelöste Inhalationssysteme bezeichnet, weil der Wirkstoff erst dann zur Verfügung steht, wenn der Patient per Handdruck auf das Gerät einen Sprühstoß auslöst. Daher spielt hier die richtige Koordination von Handbewegung und Atmung eine besondere Rolle: Der Patient muss zunächst tief ausatmen und dann gleichzeitig den Sprühstoß auslösen und tief einatmen. Bei falscher Anwendung gelangt das Medikament nicht in ausreichender Menge in die Lunge und kann nicht richtig wirken. Eine vorgeschaltete Inhalationskammer (Spacer) kann die Handhabung beispielsweise bei kleinen Kindern erleichtern. Das Aerosol gelangt dann zunächst in die Kammer und lässt sich zeitlich unabhängig vom Sprühstoß in mehreren Zügen einatmen. Der Spacer wird zudem angewendet, um beispielsweise bei inhalativen Kortikoiden die Wirkung zu erhöhen und die Nebenwirkungen in der Mundhöhle zu mindern.

Pulverinhalatoren

Bei den Pulverinhalatoren wird das Medikament vom Patienten aktiv eingeatmet. Der Wirkstoff wird durch Spannen, Drehen oder Drücken am Gerät vor das Mundstück transportiert – erst dann atmet der Patient kräftig ein, die Koordination von Handbewegung und Atmung entfällt. Die Atemkraft muss bei den Pulverinhalatoren größer als bei den Dosieraerosolen sein, weil bei letzteren das Treibmittel den Transport in die Lunge erleichtert. Viele Patienten können aber kräftig genug einatmen, um die Pulverinhalatoren richtig anzuwenden. Insbesondere alte oder schwerkranke Patienten und kleine Kinder können aber Probleme mit dieser Form der Therapie haben.

Schulungen für Inhalatoren sind wichtig

Sowohl die Pulverinhalatoren als auch die Dosieraerosole stehen als eine Vielzahl unterschiedlicher Geräte zur Verfügung. Der Arzt wird im Gespräch mit dem Patienten ein Gerät empfehlen, dass sich im individuellen Fall anbietet. Die Wahl hängt unter anderem ab vom Alter, von der verbliebenen Lungenfunktion und von Begleiterkrankungen des Patienten. Beim Umgang mit dem Gerät und Üben der Atemtechnik kann der Arzt helfen, doch auch spezielle Schulungen sind unterstützend sehr sinnvoll.

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Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2012

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