Wie Bewegung gegen Asthma hilft

Sport – auch bei Asthma wichtig

Etwa zwei von drei Patienten leiden unter Anstrengungsasthma. Vor allem Kinder sind betroffen. Das körperliche Training spielt in der Behandlung mittlerweile eine wichtige Rolle. Trotzdem nimmt noch immer jedes dritte Kind mit dieser Erkrankung der Atemswege nicht am Schulsport teil - aus Angst, damit einen Asthmaanfall auszulösen. Dabei zeigen Spitzensportler, dass man mit Asthma sogar Olympiamedaillen gewinnen kann.

Bei Asthma geeignet ist ein so genanntes Intervalltraining: Phasen intensiver Belastung wechseln sich mit Phasen geringer Belastung ab.
Getty Images/BananaStock RF

Regelmäßiges Training erhöht bei jedem Menschen die Belastbarkeit und die Ausdauer. Auch beim Asthmapatienten verbessert sich die Lungenfunktion. Zudem lässt sich so die Reizschwelle für die Entstehung eines Anfalls erhöhen. Training der Brustmuskulatur wie z.B. durch Schwimmen verbessert außerdem die Funktion der Atemmuskeln. Die Atmung wird dadurch effektiver. Hinzu kommt auch, dass durch eine verbesserte Koordination die Bewegungen weniger kraftaufwändig sind und somit weniger Atemarbeit geleistet werden muss. Spitzensportler wie die Rekordschwimmer Sandra Völker und Christian Keller zeigen eindrucksvoll, dass man trotz Asthma enorme körperliche Leistungen vollbringen kann. Wichtig dabei ist, dass das Training genau geplant ist und bestimmte Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Bei vielen Patienten kommt es nach starker körperlicher Belastung zu einer Verengung der Atemwege und somit zu Luftnot und Hustenanfällen. Meist beginnt diese Verengung wenige Minuten nach Bewegungsende und klingt innerhalb von 30 Minuten wieder ab. Das Anstrengungsasthma kann durch trockene und kalte Luft noch begünstigt werden.

Was sollte vor dem Sport beachtet werden?

Bevor man das Training beginnt, muss der behandelnde Arzt eine gründliche Untersuchung vornehmen. Dazu gehört auch ein Belastungstest z.B. auf dem Laufband, der den Trainingszustand und die Schwere der eingeschränkten Lungenfunktion des Asthmakranken bestimmt. Voraussetzung ist außerdem, dass die medikamentöse Behandlung gut und ausreichend eingestellt ist. Nimmt der Patient eine Dauertherapie zur Behandlung, so sollte die letzte Einnahme nicht länger als vier Stunden vor Sportbeginn zurück liegen. Zudem sollten Menschen mit Asthma beim Sport darauf achten, dass sie

Welche Sportarten sind besonders geeignet?

Geeignet ist ein so genanntes Intervalltraining: Phasen intensiver Belastung wechseln sich mit Phasen geringer Belastung ab. Empfehlenswert sind außerdem Ausdauersportarten wie:

Beim Sport im Freien sollte die Pollenbelastung möglichst gering gehalten werden.

Die angestrebte Pulsfrequenz sollte dabei 60 bis 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz betragen. Diese ist altersabhängig und kann einfach errechnet werden:

Maximal Herzfrequenz = 220 - Lebensalter

Ein Rechenbeispiel: Eine 40 Jahre alte Patientin hat als maximale Herzfrequenz ca. 180 Schläge pro Minute. Beim Sport sollte ihr Puls also nicht mehr als 126 Schläge pro Minute betragen. Optimal sind Trainingseinheiten zwischen drei und fünf Mal die Woche für jeweils mindestens 30 Minuten.

Was tun, wenn trotzdem ein Asthmaanfall auftritt?

Wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Asthmaanfall kommt, sollte man gut vorbereitet sein. Einige Ratschläge sind zu beachten:

Bevor Sie mit dem Training loslegen, vergessen Sie nicht, Ihren Hausarzt zu konsultieren und das Trainingsprogramm abzusprechen. Außerdem müssen Sie bedenken, dass durch Infekte der Atemwege, bestimmte Wetterlagen oder z.B. Pollenflug die Bronchien empfindlicher werden und deshalb ganz besonders auf die Prophylaxe geachtet werden muss.

Aktuelle Artikel zum Thema
Lungenfunktion kontrollieren, Asthmaauslöser meiden

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2012
Quellen: Nach Informationen der Zeitschrift MMW, der Ärzte Zeitung und der Deutschen Atemwegsliga