Hilfe bei Pollenallergie

Trotz Heuschnupfen den Frühling genießen

Sonne genießen statt Dauerniesen: Pollenallergikern steht eine Vielzahl von Hilfsmitteln und Verhaltenstipps zur Verfügung. Lifeline stellt sie vor, damit Sie sich trotz Heuschnupfen am endlich nahenden Frühling freuen können.

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Mit den ersten Sonnenstrahlen steigt die Pollenbelastung an.
Thinkstock

Rund jeder dritte Deutsche bringt mit dem endlich nahenden Frühling etwas wenig Erbauliches in Verbindung: Die Pollen fliegen wieder, das Niesen, Schnäuzen und Brennen geht von vorne los. Für alle, sie diese Allergie-Symptome zur Genüge kennen, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst: Mit der Hyposensibilisierung steht seit mittlerweile einem Jahrhundert eine kausale – das heißt die Ursachen beseitigende – Behandlungsmöglichkeit für Heuschnupfen zur Verfügung.

Die (eher) schlechte: Ohne eine solche Hyposensibilisierung helfen Allergikern gegen den Pollenflug nur Medikamente. Betroffene sollten deshalb zum Frühlingsstart auf jeden Fall Antihistaminika zu Hause haben, sagt Karl-Christian Bergmann, Leiter der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Das sind anti-allergische Tabletten, die relativ schnell wirken – innerhalb von zehn bis 15 Minuten. Die Tabletten sollten Allergiker am besten schon nehmen, bevor es richtig schlimm werde, empfiehlt der Experte.

Falls Augen, Nase und Haut nicht gleichzeitig von der Pollenallergie betroffen sind, können Patienten die Antihistaminika gezielt gegen einzelne Symptome verwenden – zum Beispiel als Spray nur für die laufende Nase oder als Tropfen für die gereizten Augen. Solche Darreichungsformen sind auch für Allergiker geeignet, die Antihistaminika in Tablettenform müde machen, erläutert Bergmann.

Birkenpollen-Explosion bleibt denkbar – sorgen Sie vor!

In den kommenden Wochen soll der Pollenflug unter anderem wegen der nach dem langen Winter nun deutlich steigenden Temperaturen relativ stark sein. Momentan seien viele Erlenpollen in der Luft, in den nächsten Tagen kommen Birkenpollen, ab Mitte Mai die Gräserpollen hinzu, sagt Bergmann.

Mit dem Frühling kommt jetzt auch der Pollenflug - für Allergiker eine schlimme Zeit.
Vor allem Birken- und Gräserpollen machen Allergikern im Frühling zu schaffen.
Angelika Warmuth / dpa

Nach dem langen Winter droht vielen Pollenallergikern in den kommenden Wochen umso größeres Leiden. Die Kälte habe die Blüte vieler Bäume wie Erle, Pappel und Birke verzögert, erläutert der Pneumologe Claus Kroegel vom Universitätsklinikum Jena. „Das kommt in den nächsten ein, zwei Wochen nun mit geballter Kraft, so dass Allergiker besonders stark zu leiden haben." In Deutschland seien 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung Allergiker – ein Großteil reagiere auf Frühjahrspollen. Nach Auskunft des Deutschem Allergie- und Asthmabundes (DAAB)sind darunter besonders Pollen von Gräsern und der Birke.

Ob es zu einer Art "Pollenexplosion" kommt – wie unlängst ein Leipziger Mediziner vorhersagte – ist noch nicht absehbar. Allerdings verteile sich in einem milden Frühjahr die Blüte der einzelnen Pflanzenarten über mehrere Monate, erläutert Kroegel. Nach dem kalten Winter kämen in diesem Jahr viele verschiedene Gewächse auf einmal zur Blüte und sonderten ihre Pollen ab. Dazu kommt die Beifuß-Ambrosie, eine invasive Art, deren Pollen besonders starke Beschwerden hervorrufen.

Auf dem Land fliegen morgens die meisten Pollen

Wem, sobald Birken- und Gräserpollen in hoher Konzentration fliegen, keine Antihistaminika helfen, der kann auf Kortison zurückgreifen – in Form von Tropfen, Salbe oder Spray für Augen und Nase. Die Präparate hätten keine Nebenwirkungen, beruhigt Pollen-Experte Karl-Christian Bergmann. Das Kortison sei aber stärker als die gängigeren Antihistaminika und wirke daher besser.

Heuschnupfen-Betroffene sollten außerdem darauf achten, wann der Pollenflug am stärksten ist. Auf dem Land sind Pollen vor allem morgens und vormittags stark verbreitet, etwa zwischen fünf und elf Uhr erreicht die Belastung ihren Höhepunkt. In dieser Zeit sollten Allergiker das Lüften bleiben lassen. Möchten sie nicht darauf verzichten, mit offenem Fenster zu schlafen, bieten Pollengitter eine Lösung: Sie halten mit ihren sehr kleinen Öffnungen die Pollen "sehr schön zurück", sagt Bergmann.

Husten beim Joggen: Warnzeichen für allergisches Asthma

In der Stadt sind die Gitter fast ein Muss, denn dort gebe es im Tagesverlauf keine großen Schwankungen der Pollenbelastung. Die Allergie auslösenden Partikel würden "immer wieder durch Autos aufgewirbelt", erklärt Bergmann. Deshalb sollten Allergiker auch Sport an stark befahrenen Straßen meiden und vor dem Sport im Freien anti-allergische Tabletten nehmen.

Wer beim Joggen hustet, muss aufpassen: Husten sei das erste Zeichen von beginnendem Pollenasthma, warnt der Allergie-Experte. In diesem Fall sollten Betroffene erst einmal auf Outdoor-Sport verzichten und eine Immuntherapie in Angriff nehmen, um den sogenannten Etagenwechsel zu vermeiden. Denn rund jeder zweite Heuschnupfen-Patient entwickelt im Lauf der Zeit allergisches Asthma. Lungenarzt Kroegel empfiehlt zudem, sich abends die Haare zu waschen, "denn die Pollen verfangen sich im Haar, Betroffene tragen sie mit ins Bett."

13 Heuschnupfen-Mythen: wahr oder falsch?

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. April 2015

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