Milben, Pollen und Tierhaare

Allergisches Asthma durch Milben, Pollen und Co.

Milben, Pollen, Tierhaare und Schimmelpilze können allergisches Asthma auslösen. Welche Anzeichen typisch für allergisches Asthma sind, welche Medikamente helfen und mit welcher Therapie sich allergisches Asthma vielleicht sogar heilen lässt, lesen Sie hier.

Hausstaubmilben asthma
Auslöser für allergisches Asthma sind häufig Hausstaubmilben. Doch es gibt hochwirksame Medikamente und weitere Hilfen, um allergisches Asthma zu behandeln oder Allergene wie den Kot der Hausstaubmilben zu vermeiden.
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Jeder fünfte Deutsche hat eine Allergie, die Hälfte davon leidet unter einer Hausstaubmilbenallergie. Das spiegelt sich vor allem in allergischem Asthma wider: Unter den Asthmaerkrankungen rangiert das allergische Asthma mit 80 Prozent auf dem ersten Platz. Besonders dramatisch: Zehn Prozent der Kinder unter 15 Jahren haben allergisches Asthma. Damit ist diese Atemwegserkrankung die häufigste chronische Krankheit im Kindesalter.

Allergisches Asthma – Risikofaktoren und Ursachen

Es gibt bestimmte Menschen, die besonders gefährdet sind, allergisches Asthma und dabei vor allem Pollen- oder Milbenasthma zu entwickeln. Faktoren, die das Risiko stark erhöhen, sind:

  • Beide Eltern haben Allergien, die Bereitschaft für Allergien ist nämlich genetisch bedingt, also erblich

  • Passivrauchen

  • Wer als Frühgeburt auf die Welt gekommen ist.

Auslöser für allergisches Asthma

Eines haben alle Allergien gemeinsam: Der Körper reagiert auf eine eigentlich harmlose Substanz so, als wäre sie schädlich. Es handelt sich also auch beim allergischen Asthma um eine Fehlreaktion des Immunsystems. Die auslösenden Stoffe nennt man Allergene. Beim allergischen Asthma kommen folgende Auslöser in Frage:

  • zum Selbsttest

    Schnupfen, Niesattacken, gerötete und brennende Augen? Diese Symptome deuten auf eine Allergie hin. Aber steckt eine Überreaktion auf Hausstaubmilben dahinter? Finden Sie es hier heraus:

Häufig entwickelt sich auch aus einem Heuschnupfen, der zu wenig oder gar nicht behandelt wird, nach Jahren ein allergisches Asthma. Der Schnupfen sinkt also eine Etage tiefer und wird in den Bronchien zu allergischem Asthma. Deshalb wird dieser Prozess auch als "Etagenwechsel" bezeichnet. Obere und untere Atemwege sind dann von der Allergie betroffen.

Was bei allergischem Asthma geschieht

Wenn diese im Grunde ungefährlichen Stoffe mit der Atemluft eingeatmet werden, führt das auf den Schleimhäuten der Atemwege, vor allem in den Bronchien, zu einer allergischen Reaktion. Der Körper produziert durch den Kontakt mit dem Allergen eine Menge Histamin.

Dieser Botenstoff wird auch als Gewebehormon bezeichnet und setzt eine Entzündungsreaktion in Gang. Normalerweise bekämpft der Körper mit dieser Reaktion Krankheitserreger, im Falle einer Allergie führt das zu den allergischen Symptomen.

Allergisches Asthma – Symptome im Überblick

Die Anzeichen von allergischem Asthma sind:

  • Atemnot, die sich unter Belastung verstärkt

  • Beim Atmen pfeifendes oder brummendes Geräusch aus Bronchien und Lungen, sogenanntes "Giemen"

  • Asthmaanfall mit extremer Atemnot: Dabei verkrampfen sich die Atemmuskeln, die Bronchien verengen sich. Bei Nichtbehandlung kann das lebensbedrohend sein. Im Schnitt sterben rund 6.000 Deutsche pro Jahr an einem Asthmaanfall.

Die Symptome bei allergischem Asthma sind die gleichen wie bei nichtallergischem Asthma oder Mischformen aus beiden. Der Unterschied ist nur, dass bei allergischem Asthma das Allergen die Symptome auslöst. Mit der Zeit jedoch kann allergisches Asthma die Empfindlichkeit der Bronchien derart erhöhen, dass sie auch auf andere Reize, etwa Zigarettenrauch, verschmutzte Luft (Abgase), Parfum oder kalte Luft mit Atemnot reagieren.

Allergisches Asthma – so sieht die Therapie aus

Mit verschiedenen Untersuchungen kann der Arzt allergisches Asthma diagnostizieren und das auslösende Allergen entlarven:

Die Therapie des allergischen Asthmas setzt sich aus mehreren Behandlungsoptionen zusammen. Die wichtigste Rolle spielt dabei, das Allergen so gut wie möglich zu meiden. Diese sogenannte Allergenkarenz ist bei manchen Stoffen jedoch nur schwer möglich, etwa im Fall der Hausstaubmilbenallergie. Die Partikelchen aus dem getrockneten Kot der Milben schweben zusammen mit Hausstaub in der Raumluft, haften in und an Polstermöbeln, vor allem jedoch in den Betten.

Dort ernähren sich die Hausstaubmilben von unseren Hautpartikelchen. Spezielle Bettdecken und Bettbezüge (Encasings) sollen verhindern, dass der Kot nach außen dringt. In Studien bewährt hat sich eine weitere Methode: Sprühlösungen mit Mahalin beziehungsweise Margosa-Extrakt aus dem indischen Niembaum. Diese Pflanzenwirkstoffe sind nicht toxisch, töten die Milben also nicht ab, hemmen jedoch ihre Vermehrung. Zusätzlich macht Mahalin die Hautschüppchen für die Milben ungenießbar.

Allergisches Asthma – die Medikamente

Gegen allergisches Asthma gibt es eine Reihe von gut untersuchten und hochwirksamen Medikamenten. Dabei handelt es sich um zwei Gruppen:

  • Reliever – Bedarfsmedikamente: Sie sollen bei einem Asthmaanfall möglichst rasch die allergische Reaktion stoppen und die Bronchien erweitern. Dazu gehören inhalativ Beta-2-Sympathomimetika und Theophyllin sowie als Tablette Glukokortikosteroide.

  • Controller – Langzeitmedikamente: Sie werden dauerhaft eingenommen und sollen damit die Bereitschaft zur Allergie und die Überreaktion der Bronchien herabsetzen. Ein Asthmaanfall soll damit am besten gar nicht mehr auftreten. Hier sind die am häufigsten verordneten Medikamente Kortikosteroide und langwirkende Beta-2-Sympathomimetika. Beide Medikamente werden regelmäßig inhaliert.

Allergisches Asthma bald heilbar?

Mit einer weiteren Behandlungsmethode könnte es gelingen, allergisches Asthma vollständig zu heilen. Die spezifische Immuntherapie, kurz SIT oder auch De- oder Hyposensibilisierung genannt, kann die Ursache des allergischen Asthmas manchmal beseitigen. Vor allem bei allergischem Asthma, das durch Pollen oder Hausstaubmilben ausgelöst wird, ist das eine zusätzliche Behandlungsoption.

Dabei wird der Körper in regelmäßigen Abständen mit dem Allergen konfrontiert – anfangs in kleinsten Mengen, die sich langsam steigern. Damit gewöhnt sich der Körper sozusagen an das Allergen und lernt, wieder normal damit umzugehen. Die SIT gibt es als Spritze unter die Haut (subkutane Immuntherapie, SCIT) und als Tropfen unter die Zunge (sublinguale Immuntherapie, SLIT).

Allerdings hat sich diese Methode erst bei mildem allergischen Asthma bewährt und zur Prävention des Etagenwechsels bei Kindern, die bereits lange Heuschnupfen haben. Derzeit wird weiter geforscht, damit auch schweres allergisches Asthma in Zukunft einmal geheilt werden kann.

Hausstauballergie: Tipps zu Behandlung und Vorbeugung

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. Juli 2015
Quellen: Kontrolle der Hausstaubmilbe, H. Rembold, H. Oetzel, Fachjournal Allergo, 13/2004; M. Role of immunmodulators in allergen-specific immunotherapy, M. Kopp, Fachjournal Allergy 2011

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