Tagung zur Akromegalie in Tübingen

Wenn die Füße wieder wachsen

150 Ärzte und Wissenschaftler widmen sich auf ihrer Jahrestagung am 13. und 14. Oktober einer seltenen Erkrankung, deren Behandlung eine enge Zusammenarbeit von Hormonspezialisten (Endokrinologen) und Neurochirurgen erforderlich macht.

Die so genannte Akromegalie geht auf die Überproduktion von Wachstumshormon in der Hirnanhangsdrüse zurück. Während der Hormonüberschuss im Kindesalter zu Riesenwuchs führt, kommt es bei Erwachsenen vor allem zu einer Verbreiterung von Füßen und Händen. Auch Nase, Kinn und Stirnpartie können sich unter dem Wachstumssignal vergrößern. Die Betroffenen bemerken ihre Erkrankung dann oft zuerst daran, dass Schuhe und Handschuhe nicht mehr passen, der Ehering zu eng scheint oder ein Hut plötzlich zu klein ist. Der Hormonüberschuss kann aber auch innere Organe wachsen lassen, zu Bluthochdruck führen und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auslösen.

Ursache der seltenen Krankheit ist eine gutartige Geschwulst der Hirnanhangsdrüse. 70% bis 80% der Patienten können durch eine Operation geheilt werden. Dabei wird die Geschwulst über einen Zugang durch die Nase entfernt. Gelingt es nicht, alle Teile des Hormon produzierenden Gewebes zu entfernen, stehen heutzutage Medikamente zur Verfügung, die die Wirkung des Wachstumshormons im Körper aufheben.

Die Tagung in Tübingen richtet sich zwar schwerpunktmäßig an Ärzte und Wissenschaftler, doch sind auch interessierte Laien willkommen. Tagungsort ist das Hörsaalzentrum „CRONA in den Kliniken Schnarrenberg, Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen. Die Veranstaltung beginnt am 13. Oktober 2006 um 12.45 Uhr und endet am 14. Oktober um 13.30 Uhr. Weitere Informationen können unter Tel. 0 70 71 / 29 - 8 67 41 bzw. unter der E-Mail-Adresse juergen.honegger@med.uni-tübingen.de erfragt werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung:06. Oktober 2006
Quellen: Nach Informationen der Klinik für Neurochirurgie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, www.medizin.uni-tuebingen.de

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