Verhaltenssüchte

Sexsucht: Getrieben von Dauerlust

Droge Sex: "Sexaholiker" und Nymphomaninnen leiden unter ihrer Hypersexualität

Sexsucht hat nichts damit zu tun, wenn jemand gern und sehr oft Sex hat. Im Gegenteil ist die Verhaltenssucht an einen hohen Leidensdruck geknüpft.

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Sexsüchtige konsumieren jede Menge Pornographie und finden doch nie Befriedigung.
Getty Images/iStockphoto

Ob "Shame" mit Michael Fassbender, "Don Jon" aus dem Jahr 2013 oder Lars von Triers neuer Film Nymphomaniac: Sie alle behandeln eine Krankheit, die viele nicht als solche anerkennen: Sexsucht, auch Hypersexualität oder Erotomanie genannt. Der zwanghafte Sexualtrieb lässt Betroffene nicht mehr los. Sex zu haben, hilft gerade nicht dagegen - denn Sexsüchtige erfahren dabei immer weniger Befriedigung und müssen, ähnlich wie Abhängige bei stoffgebundenen Süchten, die Dosis erhöhen.

Begriffe: Sexsucht, Nymphomanie, Satyriasis

Sexsucht bei Frauen heißt Nymphomanie. Der Begriff ist angelehnt an die Nymphen, Naturgöttinnen aus der griechischen Mythologie. Das männliche Gegenstück ist der Satyr, ein Mischwesen aus Pferd oder Esel und Mensch, das fast immer mit steil erigiertem Penis dargestellt wird. Sexsucht bei Männern heißt daran angelehnt auch Satyriasis. Oder aber Donjuanismus, nach der Romanfigur.

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Sogenannte Nymphomaninnen gibt es weit weniger als männliche Sexsüchtige. Schätzungen zufolge leiden Männer drei- bis viermal häufiger an Sexsucht, insgesamt sind verschiedenen Schätzungen zufolge zwischen einem uns sechs Prozent der erwachsenen Deutschen von Nymphomanie oder Satyriasis betroffen.

Sexsucht: Gedanken an Sex beherrschen das Leben

Sexsucht äußert sich in einer zwanghaften gedanklichen Fixierung auf Geschlechtsverkehr. Ein überdurchschnittliches Sexualverlangen ist dabei noch längst keine Sexsucht. Kritisch bis krankhaft wird es erst, wenn Jobleben und/oder Partnerschaft darunter leiden oder Sex benutzt wird, um negative Gefühle wie Enttäuschung und Demütigung zu kompensieren. Und natürlich, wenn durch den übersteigerten Trieb andere zu Schaden kommen.

Genau wie Kauf-, Arbeits- und Spielsucht zählt die Sexsucht zu den stoffunabhängigen Süchten oder Verhaltenssüchten. Dennoch kommt es, genau wie bei der Abhängigkeit von einer Substanz, zu einem Gewöhnungseffekt und dadurch zur Dosissteigerung. Denn Sexsüchtige verspüren mit der Zeit immer weniger Befriedigung. Sogar eine Art Beschaffungskriminalität kann aus der Sexsucht resultieren. Beim plötzlichen Absetzen der Droge Sex kommt es zu Entzugserscheinungen.

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