Verhaltenssüchte

Nymphomanie: Sexsucht von Frauen

Das "Krankheitsbild" der Nymphomanin ist als solches noch umstrittener als die Sexsucht an sich. Denn in die Bewertung des Sexualverhaltens und der Promiskuität einer Frau spielen häufig immer noch überholte Moralvorstellungen hinein.

Sexy Frau in Handschellen
Eine Nymphomanin will schnellen, anonymen Sex - ist hinterher aber alles andere als glücklich.
© iStock.com/alvarez

Negativ besetzte Begriffe wie "Schlampe", "mannstoll" oder "Luder" zeigen es: Wechselt eine Frau häufig ihren Geschlechtspartner, finden das große Teile der Gesellschaft verwerflich, selbst wenn sie selbiges für einen Mann akzeptieren. Nymphomanes von normalem Sexualverhalten zu unterscheiden, ist deshalb schwierig.

Wird Sex für eine Frau tatsächlich zur Sucht, steckt häufig eine tief sitzende Bindungsangst dahinter. Mit Sex versuchen Nymphomaninnen dann, ihr Bedürfnis nach Nähe zu kompensieren. Generell lebt eine Nymphomanin ihre Sucht häufiger mit tatsächlichen Sexpartnern aus, während sexsüchtige Männer tendenziell eher exzessiv Pornographie konsumieren oder Rotlicht-Etablissements aufsuchen.

Eine Nymphomanin setzt sich vielen Gefahren aus

In pornographischen Veröffentlichungen oder Annoncen Prostituierter wird "nymphoman" und "Nymphomanin" als Aushängeschild gebraucht, um das Bild einer immer willigen Frau zu propagieren. Echte Nymphomaninnen leiden dagegen unter ihrer Hypersexualität und den zwanghaften Gedanken an Geschlechtsverkehr. Ein normales Leben zu führen, ist ihnen durch die Last mit der Lust nicht möglich. Häufig leiden Nymphomaninnen zusätzlich an weiteren Süchten oder einer Essstörung.

Neben Missbrauch als Ursache der Sexsucht setzen sich sexsüchtige Frauen später wieder einem hohen Risiko aus, das nicht nur die Übertragung von Geschlechtskrankheiten mit einschließt: Vier von zehn Nymphomaninnen erleben im Lauf ihrer "Sexkarriere" Misshandlung oder Vergewaltigung. In manchen Fällen - wie dem der Münchner Nymphomanin, der 2012 Schlagzeilen machte - wenden sexsüchtige Frauen aber auch Gewalt an, um an die nächste Dosis der Droge Sex zu kommen.

 

Film-Tipp zum Thema Nymphomanie: "Nymphomaniac"

Das zweiteilige Kino-Drama "Nymphomaniac" von Lars von Trier widmet sich dem Thema Nymphomanie auf eindringliche Weise. Der Film erzählt die sexuelle Lebens- und Leidensgeschichte der etwa 50-jährigen Nymphomanin Joe, die auch in einer Selbsthilfegruppe Rat sucht, ihr Leben aber vor allem vor dem wildfremden Junggesellen Seligman ausbreitet. Wirkliche Nähe kann Joe aber nicht zulassen, wie für Nymphomaninnen typisch bleibt sie trotz unzähliger Sexabenteuer einsam. Kritiker halten fest, es handle sich keineswegs um einen Porno im Drama-Gewand, sondern um einen zutiefst melancholischen Film.

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