Krankenkassen zahlen minimalinvasives Verfahren

SPG-Stimulation: Cluster-Kopfschmerz lindern auf Knopfdruck

Ein winziger Chip, der übers Zahnfleisch implantiert wird, lässt sich vom Patienten selbst aktivieren, wenn Cluster-Kopfschmerz einsetzt.

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Der Chip gegen Clusterkopfschmerz ist nicht größer als ein Fingernagel und wird ins Zahnfleisch des Oberkiefers eingesetzt.
© BSKOM GmbH

Cluster-Kopfschmerzen sind mit die stärksten Schmerzen überhaupt. Rund 100.000 Menschen in Deutschland leiden darunter. Die gängigen Schmerzmedikamente helfen nicht gegen diese Kopfschmerzen, welche von Nerven hinter der Nase ausgehen (Ganglion sphenopalatinum, kurz SPG). Eine neue Methode könnte die Schmerzen nach Bedarf ausschalten.

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Chip gegen Cluster-Kopfschmerz ist nicht größer als ein Fingernagel

Bei der sogenannten Pulsanten SPG-Stimulation handelt es sich um einen Mikrostimulator in Form eines fingernagelgroßen Chips. Der Arzt implantiert diesen Chip über einen winzigen Schnitt im Zahnfleisch in die Nähe des SPG. Wenn der Patient merkt, dass eine Clusterattacke kommt, hält er eine kleine Fernbedienung an die Wange.

Über diese Fernsteuerung aktiviert man bei einem Anfall den Chip, der wiederum die Schmerz verursachenden Nerven stimuliert. Es liegt also sprichwörtlich in der Hand des Patienten, den Cluster-Kopfschmerz nach Bedarf, aber auch vorbeugend, auszuschalten.

Bis zu 90 Prozent weniger Schmerzen mit SPG-Stimulation

Die Pulsante SPG-Stimulation konnte sich bereits in mehreren Studien beweisen. Zwei Drittel der Patienten hatten bis zu 90 Prozent weniger Schmerzen. "Wir wissen jetzt, dass die Ergebnisse der Zulassungsstudie auch den Realbedingungen standhalten. Die Wirkung der Therapie blieb über die 18-monatige Beobachtungsdauer konstant und wir vermuten, dass sie auch bei einem dauerhaften Einsatz nicht abnimmt," sagt etwa Uwe Reuter vom Kopfschmerzzentrum der Berliner Charité.

Viele Kliniken nutzen die neue Cluster-Kopfschmerz-Therapie

Dort und in einigen anderen Zentren wird die neue Methode zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen bereits angewendet, etwa am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), an der LMU in München, am Kasseler Roten-Kreuz-Krankenhaus sowie an den Kliniken der Stadt Köln in Merheim. Dabei übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Versicherte mit Cluster-Kopfschmerzen.

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