Übertragungsweg enträtselt

Mers: Kamele übertragen gefährliches Virus

Bislang war es lediglich eine Vermutung, nun bestätigen Wissenschaftler den Verdacht: Kamele übertragen das Mers-Coronavirus auf den Menschen. Betroffen sind aber nicht nur Tiere auf der arabischen Halbinsel.

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Kamele übertragen das Coronavirus Mers auf den Menschen.
Getty Images/iStockphoto

Als Mers-Virenreservoir galten nach bisherigem Kenntnisstand Kamele sowie Fledermäuse. Eindeutig geklärt war der Übertragungsweg jedoch nicht. Diese Lücke schließen nun saudi-arabische Wissenschaftler. Sie konnten am Fallbeispiel eines 44-jährigen Mers-Patienten erstmals belegen, dass sich der Mann direkt bei einem seiner infizierten Kamele angesteckt hatte.

Einer zweiten Studie zufolge schweben jedoch nicht nur saudi-arabische Kamelzüchter und -halter in Gefahr. Auch im Sudan und in Äthiopien, wo sich deutlich mehr Kamele tummeln, konnte das Mers-Virus nachgewiesen werden. Reisende in betroffene Regionen sollten sich von den Tieren fernhalten.

Jeder zweite Mers-Patient stirbt an der Infektion

Beim Menschen lösen die Coronaviren, die eng mit dem Sars-Erreger verwandt sind, zunächst grippeähnliche Symptome aus, die sich bis hin zu Lungenentzündung und Organversagen verschlimmern können.

Das Mers-Coronavirus grassiert seit 2012 im arabischen Raum und ruft ein gefährliches Atemwegssyndrom hervor. Daher stammt auch der Name des Erregers - Mers steht für Middle-East Respiratory Sndrome (Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens). In beinahe jedem zweiten Fall führt eine Mers-Infektion zum Tod, wie unter anderem aus einer .

Die saudi-arabischen Behörden mussten die Zahl der Mers-Todesopfer bereits deutlich nach oben korrigieren. Statt knapp 200 Menschen starben seit Ausbruch der Epidemie demnach fast 300 Menschen an Mers. Vereinzelte, importierte Infektionen mit den Coronaviren traten in den und auf.

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