Neue Früherkennung der Demenz

Alzheimer mit Riech-Test früh erkennen

Wenn Sie Schwierigkeiten damit haben, Gerüche zu identifizieren, könnte das Alarmzeichen einer beginnenden Demenz sein. Denn der Verlust der zugrundeliegenden Gehirnfunktion steht mit Alzheimer in Verbindung.

Alzheimer_Nase_Frau_Blume_Geruch_Nase.jpg
Den Geruch einer Blüte erkennen: Funktioniert das nicht mehr, könnte es ein Frühzeichen für Alzheimer sein.
Thinkstock

Alzheimer wird mit Sicherheit die Pandemie der Zukunft – dann, wenn die geburtenstarken Jahrgänge das entsprechende Alter erreichen. Forscher suchen deshalb intensiv nach Möglichkeiten, diese Form der Demenz frühzeitig zu erkennen und wenn möglich den Verlauf abzubremsen. Ist die Krankheit fortgeschritten, gelingt das meist nicht mehr, eine wirksame Therapie gibt es nicht.

Verlust des Geruchssinns ist Frühzeichen für Alzheimer

  • zum Alzheimer-Special

    Wie macht sich Alzheimer bemerkbar, welche neuen Erkenntnisse gibt es zur Therapie der Demenz? Wie organisiert man den Alltag eines Erkrankten? Antworten im großen Ratgeber

Zwei verschiedene Studien haben jetzt ergeben, dass die verminderte Fähigkeit, Gerüche zu identifizieren, mit dem Verlust der Funktion bestimmter Gehirnzellen in Verbindung steht - und dadurch mit Alzheimer.

Gedächtnis auf dem Prüfstand

In beiden Studien – eine durchgeführt von Forschern der Harvard Medical School in Boston, die andere an der Columbia University – wurden knapp 1.000 Männer und Frauen im Alter von 64 bis 88 Jahren untersucht. Die Probanden mussten verschiedene Tests und Untersuchungen absolvieren:

  • Gehirn-Scans,
  • Gentests,
  • Untersuchung von Blut und Rückenmarksflüssigkeit
  • PET-Scans, um Amyloid-Plaques im Schläfenlappen zu erkennen, einem Bereich, der wichtig für das Gedächtnis ist und bei Alzheimer langsam verschwindet
  • Riech-Test (Geruch-Identifikationstest entwickelt von der University of Pennsylvania)
  • Tests, um die Gedächtnisfähigkeiten zu messen

Weniger Riechfähigkeit heißt mehr Alzheimer-Plaques

Dabei zeigte sich eindeutig, dass mit dem Verlust der Fähigkeit zu riechen, die für Alzheimer charakteristischen Plaques im Gehirn zunahmen. Die Erklärung: Die Hirnregionen, die Gerüche verarbeiten, sind besonders anfällig für die Alzheimer-typischen Veränderungen.

Mit dem Riech-Test rasch Alzheimer erkennen

"Unsere Studien zeigen, dass der Riech-Test ein kostengünstiges und schnelles Screening ermöglichen würde", sagt Studienleiter Matthew Growdon. Allerdings muss es nicht sofort heißen, dass Alzheimer ausgebrochen ist, wenn der Riech-Test schlecht ausfällt. Erst wenn zusätzlich das Kurzzeitgedächtnis schwächelt, könnte es sich um eine Form der Demenz handeln. Weitere Untersuchungen müssen dann erfolgen, um das Ergebnis zu sichern. Vorgestellt wurden die beiden Studien auf der Jahrestagung der Alzheimer's Association in Kopenhagen.

Ein schwindendes Geruchsvermögen kann neben Alzheimer zum Beispiel mit chronischer Nasennebenhöhlenentzündung und einem Schädel-Hirn-Trauma zusammenhängen oder aber auf einen Hirntumor hinweisen. Ärztlich abklären lassen sollten Sie es also in jedem Fall, wenn der Geruchssinn nicht mehr mitmacht.

Demenz-Schnelltest: Wie heißt der nochmal?

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. Juli 2014
Quellen: Pressemitteilung der Alzheimer’s Association

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...

Zum Seitenanfang