Vorbeugen

Sportverletzungen vermeiden

Sportlich aktive Menschen gelten als belastbarer, ausgeglichener und gesünder als Nichtsportler. Doch Fußball, Laufen, Skaten und Co. bergen auch Risiken: Sportverletzungen, die beim Umknicken, Ausrutschen, Stolpern oder Zusammenprallen passieren.

Fussballspiel
Sportverletzungen entstehen häufig durch ungenügende Vorbereitungen.
©iStock.com/ArtmannWitte

Werden Sportverletzungen nicht sofort und richtig behandelt, können sie anhaltend Beschwerden und lange Trainingspausen nach sich ziehen. Daher sollte jeder Sportler das Einmaleins der Ersten Hilfe kennen und umgehend handeln, falls es ihn oder seine Mitstreiter einmal erwischt.

Beschwerden

Neben Schürfwunden gehören stumpfe Verletzungen wie Quetschungen, Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen zu den häufigsten Folgen von Sportverletzungen. Schürfwunden bluten kaum oder wenig, können aber trotzdem sehr schmerzhaft sein. Den stumpfen Verletzungen ist gemeinsam, dass keine offenen Wunden sichtbar sind (daher auch geschlossene Wunden genannt). Typische Beschwerden sind Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und eine eingeschränkte Beweglichkeit.

Ursache

Schürfwunden sind meist eine Folge des Ausrutschens auf rauen Oberflächen wie Asphalt oder Sand. Sie betreffen nur die obere Hautschicht, weshalb sie kaum bluten. Zu einer Quetschung oder Prellung kommt es, wenn durch stumpfe Gewalt weiches Gewebe, zum Beispiel ein Muskel, gegen harte Strukturen (Knochen, Gelenk) gedrückt wird. Ursachen sind meist ein Schlag, ein Stoß oder ein Zusammenprall, die vor allem im Mannschaftssport eine Rolle spielen. Sportverletzungen wie Zerrungen entstehen durch Überdehnen eines Muskels, was sehr oft bei sehr schnellen Sportarten (zum Beispiel bei Fußball, Squash und Tennis) passiert. Verstauchungen betreffen ein Gelenk und dessen Muskeln und Bänder. Sie treten überwiegend beim Umknicken eines Fußes oder einer ruckartigen Drehbewegung eines Knies auf.

Vorbeugen ist besser als heilen

Sportverletzungen beruhen häufig auf ungenügender Vorbereitung. Deshalb sollten Anfänger oder Wiedereinsteiger maßvoll vorgehen und ihre Ziele allmählich hochstecken. Eine Aufwärmphase vor dem Training ist für Ungeübte genauso ein Muss wie für Profis. Dadurch werden nicht nur Herz und Kreislauf auf die Belastung vorbereitet, sondern auch Gelenke, Bänder, Sehnen und Muskeln. Außerdem wichtig sind geeignete Ausrüstung, Kleidung und Schuhe sowie die richtige Technik beim Ausüben der Sportart. Und nicht zuletzt gilt Fairplay: das Einhalten der Spielregeln und Rücksicht auf andere.

Hilfe aus der Apotheke

In jede Sporttasche gehört ein Erste-Hilfe-Set für Sportverletzungen, bestehend aus Schere, elastischen Binden, Pflaster, Mullkompressen in verschiedenen Größen, Wunddesinfektionsmittel (zum Beispiel in Form eines Sprays), Wund- und Blasenpflaster und eine Kühlkompresse. Außerdem wichtig ist eine „Sportsalbe“, die es in Form von Salben, Cremes oder Gelen unter anderem mit Chondroitinpolysulfat, Ibuprofen sowie den Heilpflanzen Beinwell oder Arnika gibt. Auch die Homöopathie kann bei akuten Sportverletzungen Hilfe leisten. Je nach Wirkstoff lindern die verschiedenen Präparate Schwellungen, Blutergüsse, Entzündungen und/oder Schmerzen, wie sie bei stumpfen Verletzungen typischerweise auftreten.

Medikation

„Sportsalben“ sind nicht nur eine Erste-Hilfe-Maßnahme. Sie sind ebenso zur Weiterbehandlung von akuten Sportverletzungen geeignet und bei nichtakuten Beschwerden wie Sehnenscheidenentzündung oder Tennisarm.

Wann zum Arzt?

Bei Verdacht auf einen Knochenbruch, andere schwere Sportverletzungen sowie bei großen und/oder tiefen offenen Wunden sollte nach entsprechenden Erste-Hilfe-Maßnahmen sofort ein Arzt aufgesucht werden. Auch dann, wenn sich eine anfangs scheinbar harmlose Verletzung nach ein paar Tagen der Ruhe und Behandlung nicht bessert.

Was Sie sonst noch tun können

Schürfwunden werden, sofern erforderlich, vorsichtig gereinigt. Meist reicht dafür das Abspülen mit klarem Wasser. Größere Verschmutzungen, zum Beispiel kleine Steinchen, werden mit einer Pinzette entfernt.

Bei akuten stumpfen Sportverletzungen gilt es, Entzündungen, Schwellungen, Blutergüsse und Schmerzen einzudämmen. Dabei hilft die bewährte PECH-Formel: P wie Pause: Die sportliche Aktivität sofort beenden. E wie Eis: Die verletzte Stelle kühlen (circa 20 bis 30 Minuten). Dabei dürfen Kühlkompressen oder Eiswürfel nicht direkt auf die Haut gelegt werden (Gefahr einer Erfrierung), sondern nur eingewickelt in ein Tuch oder in ein Kleidungsstück. Kältesprays sind sehr vorsichtig aufzutragen. C wie Compression: Auf die verletzte Region Druck ausüben, am besten durch Anlegen eines Druckverbandes. H wie Hochlegen: Das verletzte Körperteil möglichst über Herzhöhe positionieren.

So ist es richtig!

Viel Trinken ist unverzichtbar: nicht nur während des Trainings, sondern auch davor und danach. Beim Schwitzen geht Flüssigkeit verloren, die ersetzt werden muss: am besten mit Apfelschorle, Tee (eventuell mit etwas Traubenzucker) oder Mineralwasser.

So nicht!

„Sportsalben“ dürfen auch bei Sportverletzungen nicht auf offene Wunden aufgetragen werden.

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