Professor Dietrich Grönemeyer: „Wir brauchen eine Medizin mit Herz und Seele“

Professor Dietrich Grönemeyer über Schul- und Naturmedizin, weshalb sie voneinander profitieren sollten, über das Arzt- und Patientenverhältnis und darüber, wie sich manche Erkrankungen ohne größere Eingriffe heilen lassen.

Cover Zeitschrift Professor Grönemeyer

Dietrich Grönemeyer wurde in Clausthal-Zellerfeld im Harz geboren und wuchs in Bochum auf. Er ist praktizierender Arzt, Professor für Radiologie und Mikrotherapie und emeritierter Lehrstuhlinhaber  der Universität Witten/Herdecke. Er ist Verfasser zahlreicher Bestseller. Dietrich Grönemeyer steht für Teamwork der verschiedenen medizinischen Disziplinen in Schulmedizin und Naturheilkunde genauso wie für die ganzheitliche Wahrnehmung von Körper, Seele und Geist zum Wohl der Patienten.

1997 gründete der Rückenexperte das Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum. Seit Jahren ist er Vorstandvorsitzender des Wissenschaftsforums Ruhr e. V., einem Zusammenschluss von circa 40 universitären und außeruniversitären Einrichtungen wie Max-Planck oder Fraunhofer-Instituten. Das ZDF strahlt seit 2012 viermal jährlich die Sendung „Dietrich Grönemeyer – Leben ist mehr!“ aus.

Ab Herbst 2019 erscheint viermal jährlich das Magazin „Professor Dietrich Grönemeyer – Medizin mit Herz & Seele“. Georg Francken hat ihn dazu interviewt.

Herr Professor Grönemeyer, welche Idee steckt hinter Ihrem neuen Magazin?

Wir vertreten darin das Konzept einer umfassenden Behandlung mit Herz und Seele, einer offenen Therapie, bei der sich Natur- und Schulmedizin nicht ausschließen, sondern sinnvoll in allen Facetten ergänzen. 

Das klingt vertraut, ist aber nicht neu….

…in seiner Konsequenz schon und damit einmalig in Deutschland. Schließlich hinterfragen wir herkömmliche Therapieoptionen nicht nur kritisch, sondern befassen uns zugleich mit Behandlungsmöglichkeiten, die über das hinaus gehen, was schulmedizinischer Standard ist. Es geht uns darum alles zusammenzuführen, was dem Patienten helfen kann. Denn auch aus dem, was gestern war, können wir manchmal Nutzen für die Behandlung in der Zukunft ziehen.

Was bedeutet das konkret?

Im Lauf der Menschheitsgeschichte hat sich in den verschiedenen Kulturen rund um die Welt ein Wissen der Heilkunst angesammelt, dass wir bis heute viel zu wenig nutzen, oft vorschnell ablehnen, nur weil es uns nicht vertraut ist. Genau daran soll übrigens der von mir geprägte Begriff der „Weltmedizin“ erinnern. 

Was entscheidet eigentlich über einen Therapieerfolg?

Vor allem Teamwork. Wenn sich Arzt und Patient auf Augenhöhe begegnen, sind die besten Behandlungserfolge zu erzielen. Diese Erfahrung zählt zu den wichtigsten, die ich in meiner langen medizinischen Praxis sammeln konnte. Gleich, ob es um die Heilung von Leiden und Verletzungen oder die Abwehr drohender Erkrankungen geht, immer ist der eine auf den anderen angewiesen. 

Viele Patienten haben aber Angst vor dem weißen Kittel. Was raten Sie denen?

Mit der Ehrfurcht vor dem weißen Kittel ist niemandem geholfen, heute weniger denn je. Vielmehr bedarf es einer respektvollen Partnerschaft der Behandelnden mit dem aufgeklärten Patienten. Zu dieser Erkenntnis müssen sich beide Seiten durchringen. Als Ärzte sind wir gehalten, dazu unseren Teil beizutragen, indem wir informieren, aufklärend und auch vorsorgend wirken, statt den Schatz des Fachwissens wie eine Geheimlehre zu hüten. Deshalb habe ich mich zur Herausgabe dieses Magazins entschlossen.

Auf dem Feld sogenannter alternativer Heilmethoden tummeln sich viele Scharlatane. Worauf sollten Patienten achten?

Wer naturheilkundlich therapieren will, muss dafür offen sein, dass seine Methode wissenschaftlich untersucht wird. Er muss seine Grenzen kennen und die Brücke zur Schulmedizin bauen. Für einen seriösen Naturheilkundler versteht sich das von selbst. Wenn nötig, wird er den Patienten an den jeweils zuständigen schulmedizinisch ausgebildeten Facharzt verweisen. Wer dagegen vorgibt, Krebs ließe sich mit Handauflegen und Globuli behandeln, ist ein Scharlatan. Dem gehört das Handwerk gelegt. 

Wer die Schulmedizin in Bausch und Bogen verdammt, ist damit auch verdächtig?


Ja. Solchen Menschen ist so wenig zu trauen wie jedem Dogmatiker. 

Wo liegt der größte Fehler der heutigen Schulmedizin?

Vor allem darin, dass sie in der Regel zu wenig mit den psychosomatischen Fachdisziplinen zusammenarbeitet. Auch nehmen sich manche Kollegen nicht genug Zeit, sich auf den einzelnen Patienten menschlich einzulassen. Ein Mangel, dem die betriebswirtschaftliche Organisation unseres Gesundheitswesens kräftig Vorschub leistet. Oftmals hat man den Eindruck, dass es allein darum geht, den Menschen als Funktionsmechanismus am Laufen zu halten.

Was erwartet die Leser?

Über die neuesten Forschungsergebnisse und die Fortschritte der Hightech-Medizin wird es ebenso berichten wie über traditionelle Heilweisen, Psychosomatik und bewährte Verfahren überlieferter Heilkunst. Das Für und Wider dieser wie jener Diagnose- und Behandlungsansätze, der Schulmedizin sowie der Naturheilkunde und der Psychologie wollen wir verständlich abwägen: in Berichten und Interviews.  Auch mit gesundheitspolitischen Fragen, den Einflüssen der Umwelt und des Klimawandels werden sich die Autoren des Magazins beschäftigen. Alles, was den Patienten, jüngeren wie älteren, helfen kann, nicht länger Objekte der Therapie, sondern Partner der Therapeuten zu sein, soll zur Sprache kommen.



Grönemeyer Cover_Ausgabe 1_klein.jpg

Die Ausgabe 1 des neuen Magazins von Professor Dietrich Grönemeyer Medizin mit Herz und Seele ist ab Freitag, den 11.10.2019 im Handel erhältlich oder kann hier bestellt werden.

Zur Leseprobe.

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