Häufigkeit einer Erkrankung

Epidemiologie: Prävalenz wichtige Kennzahl

Die Prävalenz ist ein Maß der Epidemiologie, um das Krankheitsgeschehen in der Bevölkerung einzuschätzen. Laien können mit diesen Fachbegriffen oft nicht viel anfangen. Was bedeuten Epidemiologie und die für sie wesentliche Prävalenz?

Große Menschenmenge geht über Zebrastreifen
Epidemiologie beschäftigt sich mit gesundheitsbezogenen Ereignissen, zum Beispiel Krankheiten, in der Gesellschaft.
© iStock.com/xavierarnau

Was bedeutet Epidemiologie?

Die Epidemiologie ist eine Wissenschaft, die sich mit den Ursachen, Folgen und der Verbreitung von gesundheitsbezogenen Ereignissen in einer Bevölkerung – beziehungsweise einem definierten Ausschnitt daraus – beschäftigt.

Bei den gesundheitsbezogenen Ereignissen handelt es sich meist um Risikofaktoren (zum Beispiel Rauchen), Erkrankungen (zum Beispiel Lungenkrebs) oder Todesfälle.

Die Bevölkerung, auch als Population bezeichnet, meint in der Epidemiologie nicht zwangsläufig die Bevölkerung eines Landes (zum Beispiel die deutsche Bevölkerung), sondern bezieht sich auf einen bestimmten Ausschnitt daraus. Das können Raucher, Frauen, Männer, ungeimpfte Kinder oder jede andere erdenkliche Personengruppe sein.

Aufgaben der Epidemiologie sind:

  • Analyse von Faktoren, die Gesundheit und Krankheit von Menschen beeinflussen

  • Einschätzung von Erkrankungen und deren Ausbreitung

Dadurch können zum Beispiel Epidemien erkannt oder verhindert werden. Auch Gesundehetsrisiken können so erkannt werden. Die Epidemiologie bedient sich dazu medizinstatistischer Kennzahlen, wesentlich sind die Prävalenz und Inzidenz.

Definition der Prävalenz

Der Begriff der Prävalenz leitet sich ab vom lateinischen Wort praevalere "Übergewicht, Vorrang haben". Dieses Maß dient dazu, Vergleiche zwischen Bevölkerungsgruppen anzustellen, um die Relevanz einer Erkrankung zu ermitteln. Die Prävalenz gibt den Anteil der Erkrankten oder der von einem bestimmten Risikofaktor Betroffenen in der Bevölkerung an.

Daraus lässt sich die Wahrscheinlichkeit für jede Person dieser Bevölkerung ableiten, zu einem definierten Zeitpunkt krank zu sein.

Formel:

Prävalenz = Anzahl der erkrankten Personen : Bevölkerung

Beispiel:

2005 erhielten 80 Personen pro 100.000 Einwohner eine Dialysebehandlung.

Prävalenz = 80 : 100.000 = 0,0008

In Prozent ausgedrückt: 0,0008 * 100 = 0,08 Prozent

Weiter unterschieden werden:

  • Punktprävalenz: Prävalenz zu einem bestimmten Zeitpunkt
    Formel:
    Punktprävalenz = Anzahl der erkrankten Personen zu einem Zeitpunkt : Bevölkerung

  • Periodenprävalenz: Prävalenz innerhalb eines Zeitabschnitts (zum Beispiel Jahres- oder Lebenszeitprävalenz)

Unterschied zwischen Prävalenz und Inzidenz

Die Begriffe aus der Epidemiologie sind für Laien verwirrend, zumal sie häufig synonym verwendet werden. So kann zum Beispiel der Begriff Prävalenzrate als Synonym für die Prävalenz dienen.

Auch der Unterschied zwischen Prävalenz und Inzidenz ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich:

  • Prävalenz gibt den Anteil der Erkrankten zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder.

  • Inzidenz gibt den Anteil der Neuerkrankten innerhalb eines bestimmten Zeitraumes wieder.

Teilgebiete der Epidemiologie

Die Epidemiologie ist als Wissenschaft wichtig, um zu verlässlichen Erkenntnisse zu bestimmten Erkrankungen oder Gesundheitsthemen zu gelangen. Wichtige Teilgebiete sind:

  • Krebsepidemiologie
  • Ernährunhsepidemiologie
  • Infektionsepidemiologie
  • Umweltmedizin
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