Nicht-opioide Schmerzmittel

Nichtopioide Analgetika bei leichten Schmerzen

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Zu den nichtopioiden Analgetika gehören gängige, frei verkäufliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure und Paracetamol. Sie teilen sich in verschiedene Gruppen auf, die sich hinsichtlich ihrer Wirkung und Nebenwirkungen unterscheiden. Bei längerer, regelmäßiger Einnahme sowie bei Kombinationspräparaten ist Vorsicht geboten.

analgetika
Ibuprofen ist ein Schmerzmittel aus der Klasse der nichtopioiden Analgetika: Sein Wirkstoff basiert nicht auf einer Abwandlung des starken Betäubungsmittels Opium.
© Sherry Yates

Die  nichtopioiden Analgetika (Schmerzmittel), zu denen die meisten Kopfschmerz- und Rheumamittel gehören, haben neben ihren schmerzmindernden (analgetischen) gleichzeitig auch fiebersenkende (antipyretische) und meist auch entzündungshemmende (antiphlogistische) Eigenschaften.

Ihre analgetische Wirkung entfalten  nichtopioide Analgetika – im Gegensatz zu den Opioiden – auf indirektem Wege: Sie hemmen überwiegend im peripheren Gewebe die Bildung von entzündungsfördernden Substanzen und mindern auf diese Weise die Empfindlichkeit der Schmerzfühler (Nozizeptoren). Die schmerzmindernde Wirkung der nichtopioiden Analgetika ist schwach bis mittelstark, sodass sie teilweise in Kombination mit Opioiden eingesetzt werden.

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Nicht-steroidale Antirheumatika und Paracetamol

Die nichtopioiden Analgetika teilen sich aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften in verschiedene Gruppen auf:

  • Bei der ersten Gruppe (saure antipyretische Analgetika) handelt es sich um die sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) (beispielsweise Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen). Ihre Einsatzgebiete sind insbesondere entzündliche Schmerzen sowie Knochen-, Weichteil- und Eingeweideschmerzen.

  • Zur zweiten, vorwiegend fiebersenkend und nicht antientzündlich wirkenden Gruppe (nichtsaure antipyretischen Analgetika) gehört unter anderen Paracetamol. Sie wird in der Regel bei leichten bzw. kolikartigen Schmerzen und Fieber gegeben.

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Dr. Heart / Expertenteam

NSAR: Bei Schmerzmitteln auf Nebenwirkungen achten

Insbesondere die NSAR haben allerdings den Nachteil, dass die Therapie mit Nebenwirkungen einhergehen kann. Übelkeit und Erbrechen, aber auch Blutungen oder Geschwüre im Magen-Darm-Trakt und/oder Störungen der Blutgerinnung können beispielsweise die Folge sein. Daher ist besonders bei regelmäßiger, längerfristiger Einnahme dieser Schmerzmittel Vorsicht geboten. Patienten mit gestörter Nieren- oder Leberfunktion sollten völlig auf NSAR verzichten.

Selektive COX-2-Hemmer wirken gezielter

Aus diesem Grund sind Anfang der 1990er Jahre die selektiver wirkenden und daher besser verträglichen Zyklooxygenase-2-Hemmer (COX-2-Hemmer) entwickelt worden. Sie kommen beispielsweise bei Patienten zum Einsatz, bei denen die NSAR nicht gegeben werden können (bei Vorliegen einiger Darmerkrankungen dürfen allerdings auch die COX-2-Hemmer nicht gegeben werden). Die modernen Medikamente sind – je nach Präparat – unter anderem für die Behandlung von altersbedingter Arthrose (Gelenkveränderungen), entzündlicher Arthritis (Gelenkentzündung), Regelbeschwerden sowie Schmerzen nach Operationen zugelassen.

Unterschiedliche Darreichungsformen

Die nichtopioiden Analgetika stehen in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung: Es gibt sie als Tabletten, Kapseln, Saft, Zäpfchen und teilweise auch als schnell wirkende, injizierbare Lösungen, sodass der Arzt die Therapie individuell anpassen kann.

Nichtopioide Analgetika nicht unkontrolliert einnehmen

Bei einer unkontrollierten, häufigen Einnahme von Nicht-Opioid-Analgetika besteht die Gefahr, dass sich ein sogenannter Medikamenten-induzierter Kopfschmerz entwickelt. Und von analgetischen Mischpräparaten, die zum Beispiel mit Koffein versetzt sind, raten Schmerz-Experten ab, da diese eine Medikamentenabhängigkeit fördern können.

Menschen mit dauerhaften Schmerzen sollten auf eine Selbstmedikation verzichten und einen Arzt aufsuchen, der sich mit der Behandlung von Schmerzerkrankungen auskennt und Opioide oder andere Medikamente verschreiben kann.


15 sanfte Hilfen gegen den Schmerz
Beratender Experte
Frau Dr. med. Jessica Männel

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