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Schwangerschaftstest: Ab wann ist er zuverlässig?

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Morgenübelkeit, die Periode bleibt aus und die Brust spannt – schwanger oder nicht? Gewissheit gibt nur ein Schwangerschaftstest. Welche Testmöglichkeiten infrage kommen und ab wann ein Schwangerschaftstest zuverlässig ist.

Schwangerschaftstest: Wie zuverlässig ist das Ergebnis?
© Getty Images/PeopleImages

Einige Frauen merken nach der Befruchtung schnell, dass in ihrem Körper eine Veränderung stattgefunden hat: Sie haben einfach so ein Gefühl oder werden sofort von typischen Schwangerschaftsbeschwerden geplagt. Andere Frauen verspüren nach der Empfängnis keinerlei Symptome und hegen erst nach dem Ausbleiben der Regelblutung den Verdacht, dass eine Schwangerschaft dahinterstecken könnte. Gewissheit bringt ein Schwangerschaftstest: Er kann eine Schwangerschaft nachweisen oder ausschließen.

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Wann ist ein Schwangerschaftstest sinnvoll?

Wer in den letzten Wochen, etwa um den Zeitpunkt des Eisprungs herum, ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte und eines oder mehrere der folgende Anzeichen einer Schwangerschaft an sich bemerkt, sollte zur Sicherheit einen Schwangerschaftstest machen:

Doch hinter Übelkeit, Müdigkeit, Heißhunger oder dem Ausbleiben der Menstruationsblutung können auch andere Ursachen stecken, etwa Stress, Hormonstörungen oder das Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille.   

Auch wenn der Test negativ ist, die Symptome aber weiter bestehen, ist eine ärztliche Abklärung dringend erforderlich.

Welche Schwangerschaftstests gibt es und wie funktionieren sie?

  • Schwangerschaftstest als Selbsttest für zu Hause: Dieser Schwangerschaftstest misst die HCG-Konzentration im Urin. HCG (Humanes Choriongonadotropin) ist ein wichtiges Schwangerschaftshormon: Es wird ausgeschüttet, wenn sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet und dient dem Erhalt der Schwangerschaft.

  • Urintest in der gynäkologischen Praxis: Neben den kommerziellen Schwangerschaftstests für zu Hause hat auch der*die Gynäkolog*in die Möglichkeit, die HCG-Konzentration im Urin zu messen und anhand der Werte eine Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter festzustellen.

  • Bluttest: Im Blut ist HCG früher nachweisbar als im Urin. Etwa sechs bis neun Tage nach der Befruchtung kann ein Bluttest bereits Aufschluss über eine Schwangerschaft geben. Ein solcher Bluttest wird in der Regel nur durchgeführt, wenn dazu ein begründeter Anlass besteht – zum Beispiel bei einem unklaren Schwangerschaftsverlauf.

  • Ultraschalluntersuchung: Über einen vaginalen Ultraschall kann der*die Arzt*Ärztin etwa sechs Wochen nach dem ersten Tag der letzten Periode die Schwangerschaft feststellen. Das Ultraschallbild zeigt dann Fruchtsack und Embryo.

Ab wann ist ein Schwangerschaftstest zu Hause möglich?

Die meisten kommerziellen Schwangerschaftstests sind sehr sensibel und liefern nach dem Ausbleiben der Periode ein zuverlässiges, sicheres Ergebnis. Man führt einen solchen Schwangerschaftstest etwa zehn bis 14 Tage nach dem Eisprung durch, wenn die Periode nicht eingetroffen ist.

Sogenannte Frühschwangerschaftstests können schon sechs Tage vor dem Ausbleiben der Menstruationsblutung durchgeführt werden. Ihr Ergebnis ist jedoch unsicherer: Ein negatives Testergebnis schließt eine Frühschwangerschaft nicht aus. Bei fortgeschrittener Schwangerschaft ist die HCG-Konzentration im Urin höher. Etwas Geduld lohnt sich daher, um ein möglichst zuverlässiges Ergebnis zu bekommen.


Wie wird ein Schwangerschaftstest angewendet?

Schwangerschaftstests lassen sich zu Hause in wenigen Schritten einfach durchführen. Ihre Anwendung unterscheidet sich je nach Hersteller leicht voneinander, vom Prinzip her funktionieren sie allerdings alle gleich: Urin wird auf den Teststreifen gegeben und nach einer gewissen Wartezeit ist das Ergebnis ablesbar. Vor der Durchführung sollte die Packungsbeilage stets genau gelesen und anschließend befolgt werden.

In der Regel gilt beim Schwangerschaftstest folgendes Vorgehen:

  1. Zunächst ist die Verpackung zu entfernen. Die Testspitze kann direkt für die angegebene Zeit in den Urinstrahl gehalten werden, auch ist es möglich, den Urin in einem Becher zu sammeln und die Spitze des Teststreifens hineinzuhalten.

  2. Bis zum Ende der Wartezeit sollte der Schwangerschaftstest auf eine ebene Fläche abgelegt werden. Bei vielen Tests erscheint nun ein Hinweis in einem Kontrollfenster, der anzeigt, ob der Test ordnungsgemäß durchgeführt wurde.

  3. In der Regel kann das Ergebnis nach etwa fünf bis zehn Minuten abgelesen werden. Je nach Test erscheinen unter anderem Linien, Schwangerschaftswochen oder Wörter wie "schwanger" oder "nicht schwanger". Nach dem Ablauf einer bestimmten Zeit ist das Ergebnis nicht mehr gültig und verliert seine Aussagekraft. Striche auf dem Teststreifen können plötzlich auftauchen oder auch verblassen, wodurch das Ergebnis verfälscht wird.

Sollte ein Schwangerschaftstest morgens gemacht werden?

Ob der Morgenurin – also der erste Urin des Tages – für den Test verwendet werden sollte, verrät die Packungsbeilage des Schwangerschaftstests. Meist heißt es, dass bei einem Test ab Fälligkeitstag der Periode jede Tageszeit für den Schwangerschaftstest geeignet ist. In einigen Fällen, zum Beispiel bei Frühtests, kann es aber durchaus sinnvoll sein, den Morgenurin zu verwenden: Der Urin, der sich über Nacht in der Blase gesammelt hat, enthält eine hohe Konzentration des Hormons HCG. Ein morgendlicher Schwangerschaftstest kann daher besonders aussagekräftig und zuverlässig sein.

Schwangerschaftstest positiv oder negativ – was jetzt?

Wie es nach einem Schwangerschaftstest weitergeht, hängt vom Ergebnis ab, davon ob die Schwangerschaft geplant oder ungeplant war und vom Bestehen eines Kinderwunsches.

Positiver Schwangerschaftstest

Mit hoher Wahrscheinlichkeit besteht tatsächlich eine Schwangerschaft. Nur in bestimmten Fällen ist ein Anstieg der HCG-Konzentration auf eine andere Ursache zurückzuführen. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn schon zuvor eine Schwangerschaft bestand und es unbemerkt zu einer Fehlgeburt kam, die HCG-Konzentration aber noch erhöht ist. Wenden Sie sich im Falle eines positiven Schwangerschaftstests auf jeden Fall zur Abklärung an eine gynäkologische Praxis. Bei einem Termin wird per Ultraschall überprüft, ob die Schwangerschaft intakt ist oder beispielsweise eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Zudem wird der Im Falle einer ungewollten Schwagerschaft, ist es wichtig, die Bedenken anzusprechen. Auch können sich ungewollt schwangere Frauen für Hilfsangebote an eine Schwangerschaftsberatungsstelle zu wenden, um sich gründlich über einen Schwangerschaftsabbruch zu informieren.

Negativer Schwangerschaftstest

Wurde der Schwangerschaftstest zu früh durchgeführt, könnte es sein, dass die HCG-Konzentration im Urin für ein positives Testergebnis noch zu schwach war. Besteht trotz negativen Testergebnisse der Verdacht auf eine Schwangerschaft, sollte der Test zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden.

Bei Ausbleiben der Periode, obwohl laut Testergebnis keine Schwangerschaft besteht, ist frauenärztlicher Rat einzuholen, um möglichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Sollte sich trotz Kinderwunsch nach längerer Zeit keine Schwangerschaft einstellen, kann ebenfalls eine gynäkologische Abklärung und Beratung ratsam sein.

Wie viel kostet ein Schwangerschaftstest?

Schwangerschaftstests gibt es in diversen Ausführungen freiverkäuflich in Apotheken, Drogerien oder auch online. Ein einzelner Schwangerschaftstest kann je nach Ausführung etwa zwischen drei und 20 Euro kosten. Oft werden Vorteilspackungen angeboten, die gleich mehrere Schwangerschaftstests enthalten.

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Beratender Experte
Frau Dr. Barbara Grüne

Fachärztin für Gynäkologie u. Geburtshilfe

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