Geburt per OP

Kaiserschnitt: Die risikoreichere Geburt

Der Kaiserschnitt gehört zu den ältesten chirurgischen Verfahren. Er wird nicht nur im Notfall, sondern heute auch als Wunschkaiserschnitt durchgeführt. Für Mutter und Kind ist der Eingriff aber nach wie vor nicht ohne Risiken.

Neugeborenes Baby liegt in Händen der Mutter
Frühgeburt oder Komplikationen während der Geburt - mit einem Kaiserschnitt wird das Baby schnell, sicher und schonend zur Welt gebracht.
©istock.com/CokaPoka

Im Jahr 2016 kamen in Deutschland 30,5 Prozent aller Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt. Damit zählt die Bundesrepublik zu den Ländern mit den höchsten Kaiserschnittraten in Europa. Fachleute führen dies auf den Anstieg von Spätgebärenden und Risikoschwangerschaften zurück sowie auf den Fortschritt in Medizin und Operationsverfahren.

Die Entscheidung, einen Kaiserschnitt vorzunehmen, fällt heute meistens, wenn die Geburt schnell beendet werden muss und die Voraussetzungen für eine normale Spontangeburt nicht gegeben sind. Ein Kaiserschnitt kann aber auch eine im Voraus vom Arzt geplante Geburtsoperation zur Vermeidung von Komplikationen sein.

Nur rund drei Prozent der Schwangeren – so ergaben Befragungen von Krankenkassen –  würden sich auch nach einer komplikationslosen Schwangerschaft für einen "Wunschkaiserschnitt" entscheiden, ohne dass medizinische Gründe dafür vorliegen. Für Mutter und Kind ist der Eingriff aber selbst in der modernen Medizin mit einigen Risiken behaftet.

Übersicht: Alle Informationen zum Kaiserschnitt

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Woher der Kaiserschnitt seinen Namen hat

Der Kaiserschnitt (lat.: Sectio caesarea, Schnittentbindung, oft kurz auch Sectio genannt) ist ein operatives Verfahren, bei dem das Kind nicht auf natürlichem Wege durch den Geburtskanal entbunden wird, sondern über einen Bauchschnitt. Der Kaiserschnitt gehört zu ältesten chirurgischen Verfahren.

Dass die Bezeichnung auf den römischen Kaiser Julius Cäsar zurückgeht, der durch einen Kaiserschnitt zur Welt gekommen sein soll, ist jedoch eine Legende. Zu der Zeit hätte die Mutter den Eingriff auf keinen Fall überleben können – Cäsars Mutter erfreute sich jedoch noch viele Jahre nach der Geburt bester Gesundheit.

Heute geht man davon aus, dass der Begriff "Sectio caesarea" von dem lateinischen Verb "caedere" (schneiden) abstammt. Sowohl im Römischen Reich als auch im Mittelalter schrieben Gesetze vor, einer Schwangeren, die unter der Geburt starb oder im Sterben lag, das Kind aus dem Leib zu schneiden, damit dieses getrennt von der Mutter beerdigt werden konnte. Den erste Kaiserschnitt, bei dem Mutter und Kind überlebt haben, soll ein Schweizer Schweinekastrator an seiner eigenen Frau um das Jahr 1500 herum durchgeführt haben.

Kaiserschnitt-Arten und Gründe für eine Sectio

Überwiegend sind es medizinische Gründe, weshalb sich Ärzte und die werdende Mutter für einen Kaiserschnitt entscheiden: Zwillingsschwangerschaften, ein Geburtsstillstand, Probleme mit der Nabelschnur oder der Plazenta oder Erkrankungen der Mutter zählen dazu.

Primärer und sekundärer Kaiserschnitt

Von einem geplanten, primären Kaiserschnitt spricht man, wenn die Schnittentbindung vor dem Einsetzen der Wehentätigkeit vorgenommen wird. Oft ergeben sich bereits aus dem Verlauf der Schwangerschaft, aus Ergebnissen von Voruntersuchungen und Vorerkrankungen der Mutter Anzeichen, dass ein Kaiserschnitt anstatt einer normalen Geburt geplant wird.

Indikationen für einen geplanten Kaiserschnitt können sein:

  • Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften
  • Frühgeburten bis zur 28. Schwangerschaftswoche
  • Schwere Erkrankungen oder Infektionen der Mutter: zum Beispiel HIV-Infektion, Schwangerschaftsdiabetes, HELLP-Syndrom, Schwangerschaftsgestose, Herzfehler, vorangegangener Schlaganfall
  • ein für die erwartete Größe des Kindes zu kleines Becken der Mutter
  • eine vor dem Muttermund liegende Plazenta (Placenta praevia)
  • vorzeitige Wehen oder vorzeitiger Blasensprung
  • eine für die vaginale Geburt ungünstige Lage des Kindes (Steißlage, Beckenendlage)

Manchmal muss es jedoch auch ganz schnell gehen: Von einem ungeplanten, sekundären Kaiserschnitt spricht man, wenn die Wehen bereits begonnen haben und die Geburt im Gange ist. Der "Notkaiserschnitt" wird durchgeführt, wenn das Leben der Mutter oder des Kindes in Gefahr ist.

Indikationen für einen ungeplanten Kaiserschnitt können sein

  • langer Geburtsvorgang und lang anhaltende Geburtswehen
  • völlige Erschöpfung der Mutter, Fieber, plötzlicher hoher Blutdruck oder Krampfanfälle
  • Muttermund öffnet sich während der Geburt nicht
  • Wehenschwäche in der Eröffnungsphase
  • Stillstand der Geburt
  • vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens, Gebärmutterriss und andere Komplikationen
  • abfallende Herztöne des Kindes
  • Sauerstoffunterversorgung zum Beispiel durch die Lage der Nabelschnur
  • die Kindslage

Vorteile eines geplanten Kaiserschnitts

Auch der "Kaiserschnitt auf Wunsch" ist eine geplante Schnittentbindung. Schwangere fürchten sich vor den Schmerzen während der Geburt, vor negativen Folgen für Beckenboden und Blase und hoffen auf eine risikolosere Entbindung. Zudem lässt sich so der Geburtstermin weitgehend selbst bestimmen und der Aufenthalt in der Klinik sogar mit dem Terminkalender des Vaters in Einklang bringen.

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Auch für die Kliniken ergeben sich einige Vorteile durch geplante Kaiserschnitte: Der Arbeitsablauf ist besser planbar, denn die Eingriffe können auf Zeiten gelegt werden, wenn genügend Personal Dienst hat – und nicht an Wochenenden, Feiertagen oder in der Nacht. Zudem können Kliniken den Krankenkassen für einen Kaiserschnitt etwa die doppelten Kosten einer normalen Entbindung in Rechnung stellen.

Muss man den Wunschkaiserschnitt selbst bezahlen?

Zwar werden die Kosten für einen medizinisch nicht notwendigen Kaiserschnitt von den Krankenkassen nicht übernommen, doch die werdenden Eltern müssen nicht selbst bezahlen. In der Regel attestiert der Arzt eine dem geplanten Eingriff angemessene Indikation.

Ein Kaiserschnitt auf Wunsch würde jedoch nicht ausgeführt, wenn die Operation eine Gefahr für die Mutter bedeuten würde. Dies ist der Fall, wenn die Mutter aus gesundheitlichen Gründen, beispielsweise bei schweren Herz-Kreislauf-Störungen, nicht operiert werden darf.

Vorbereitung und Ablauf: Das passiert bei einem Kaiserschnitt

Zur Operationsvorbereitung muss der Arzt die Patientin über den bevorstehenden Eingriff aufklären. Bei einem "Kaiserschnitt auf Wunsch", der medizinisch eigentlich nicht indiziert ist, sollte der Frau Zeit gelassen werden, sich diese Entscheidung gründlich zu überlegen.

Der gesamte Eingriff dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde. Die Operation ist die einzige, bei der Angehörige – sehr oft der Vater – anwesend sein dürfen.

Vor der Operation werden die Schamhaare rasiert und ein Blasenkatheter gelegt. Der Blasenkatheter wird von außen über die Harnröhre in die Blase vorgeschoben und dient der Entleerung der Harnblase während der Operation und in der Zeit unmittelbar danach. Der Körper wird mit sterilen OP-Tüchern abgedeckt. Wenn der Eingriff unter Teilnarkose erfolgt oder Angehörige dabei sind, wird ein Sichtschutz gespannt, welcher das Operationsfeld abdeckt.

Narkosearten beim Kaiserschnitt

Die Betäubung wird bei einem geplanten Kaiserschnitt heute meistens als Teilnarkose (Regionalanästhesie) durchgeführt. Dafür wird eine rückenmarksnahe Betäubung (Periduralanästhesie, PDA oder Spinalanästhesie) vorgenommen. Die Frau bleibt bei vollem Bewusstsein und kann die Geburt ihres Kindes miterleben. Beide Teilnarkosen benötigen jedoch länger, bis die Betäubung einsetzt. Ein ungeplanter oder Notkaiserschnitt, bei dem es auf jede Minute ankommt, wird hingegen meist unter Vollnarkose durchgeführt.

Sobald die Narkose wirkt, wird die Bauchdecke geöffnet. Dafür setzt der Arzt oberhalb des Schambeins in der Bikinizone einen horizontalen, etwa zehn bis 15 Zentimeter langen Hautschnitt, der auch Pfannenstiel-Schnitt genannt wird. Die Länge des Schnitts ist abhängig von der Größe des Kindes und der körperlichen Statur der Mutter. Nur in Ausnahmefällen – zum Beispiel bei Frühgeburten oder unter großem Zeitdruck - wird längs mit dem sogenannten T-Schnitt vom Nabel bis zur Schambeingrenze geschnitten.

So kommt das Baby zur Welt

Kaiserschnitt-Operation
Bei einem Kaiserschnitt ist das Baby bereits zehn bis 15 Minuten nach Beginn der Operation auf der Welt.
iStock/1joe

Anschließend werden die Bauchmuskeln getrennt. Da die Gebärmutter hinter der Harnblase liegt, muss diese noch nach unten gedrängt werden, bevor mit einem kleinen Schnitt die Gebärmutterwand geöffnet werden kann. Anschließend wird das Kind mit dem Kopf voran vorsichtig herausgehoben, eventuell Nase und Rachen abgesaugt, die Nabelschnur zertrennt und das Neugeborene in die Obhut einer Hebamme gegeben.

Wenn das Baby geboren ist – dies ist schon nach zehn bis 15 Minuten der Fall – wird die Plazenta entnommen. Dabei können auch Medikamente verabreicht werden, welche die Kontraktionen der Gebärmutter (Nachwehen) unterstützen. Anschließend werden Gebärmutterwand und Bauchdecke wieder geschlossen und die Narkose beendet. Die Frau bleibt nach dem Aufwachen noch zwei Stunden unter Beobachtung und kann dann auf die Wöchnerinnenstation verlegt werden.

Schonender ist eine Operation nach der in Israel entwickelten "Misgav-Ladach-Methode". Bei diesem Verfahren durchtrennt der Arzt die Gewebeschichten nicht hart mit einem Messer, sondern schneidet sie nur leicht ein. Das Gewebe wird anschließend auseinandergezogen und gedehnt. Auf diese Weise schont der Operateur Nerven und Blutgefäße, auch der Heilungsprozess verläuft schneller.

Risiken des Kaiserschnitts

Noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war das Risiko für die Mutter, nach einem  Kaiserschnitt zu sterben, sehr hoch. Inzwischen haben sich Anästhesieverfahren, Operationstechniken und medizinische Überwachung weiterentwickelt, sodass der Kaiserschnitt heute ein Standardeingriff mit einer hohen Sicherheit ist. Trotzdem bleibt es eine große und belastende Operation, welche die Gesundheit der Mutter und des Kindes gefährden kann.

Risiken während des Eingriffs für Mutter und Kind

Aufgrund des Betäubungsmittels kann es während der Narkose zu Atemproblemen und Kreislaufschwäche kommen. Übelkeit und Erbrechen zählen zu den relativ häufig auftretenden, sehr unangenehmen Nebenwirkungen. Während der Operation kann es auch zu starkem Blutverlust, zu Blutdruckabfall oder in sehr seltenen Fällen zu einer Lungenembolie kommen. Auch eine Verletzung von Harnblase oder Darm ist nicht ausgeschlossen.

Probleme beim Kind

Eine relativ häufige Komplikation sind Atemprobleme des Kindes. Bei einer natürlichen, vaginalen Entbindung wird das Fruchtwasser durch den Druck im Geburtskanal aus der Lunge gepresst. Die Ausschüttung von Stresshormonen unterstützt zusätzlich die Entfaltung der kindlichen Lungen. Dieser natürliche Vorgang fällt beim Kaiserschnitt weg.

Zwar lässt sich die Flüssigkeit nach der Operation absaugen. Das Baby kann aber trotzdem unter Atemstörungen leiden, die intensivmedizinisch überwacht werden müssen. Bei einem geplanten Kaiserschnitt ohne vorangegangene Wehen sind außerdem Anpassungsstörungen des Kindes häufiger als bei einer problemlosen Spontangeburt.

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Eine Studie hat außerdem ergeben, dass Kinder von allergiekranken Eltern ein höheres Risiko haben, selbst allergische Krankheiten wie Heuschnupfen zu entwickeln, wenn sie per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind. Als Erklärung wird vermutet, dass Kinder bei einem Kaiserschnitt mit weniger Keimen in Berührung kommen. Dies könnte ihr Immunsystem negativ beeinflussen und dadurch das Allergierisiko erhöhen.

Risiken und Komplikationen nach dem Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt ist eine große Bauchoperation. Die Heilung dauert Wochen und geht nicht immer komplikationslos vonstatten – sowohl für den Organismus als auch für die Psyche. Mit einer Schnittentbindung kann eine werdende Mutter zwar die Geburtsschmerzen umgehen. Dafür muss sie sich nach der Operation auf einen langsamen Heilungsprozess einstellen.

Folgende Beschwerden können auftreten:

  • schmerzhafte Wundheilung
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Schmerzen an der Einstichstelle der Betäubung
  • Schmerzen und Schwierigkeiten beim Gehen
  • Kreislaufprobleme
  • Blutarmut (Anämie)
  • starke Regel- und Narbenschmerzen
  • kosmetisch störende Narben nach dem Abheilen
  • Aufplatzen der Narbe
  • Probleme bei der Rückbildung der Gebärmutter, Verwachsungen
  • Rückenschmerzen
  • anhaltendes Taubheitsgefühl im Bauchbereich
  • psychische Probleme der Frau nach Notfalloperation
  • Geburtsprobleme

Als Folge eines Kaiserschnitts leiden Mütter vor allem an Schmerzen im Narben- und Bauchbereich, die auch Wochen nach der Operation noch plagen können. Unmittelbar nach dem Eingriff kann es zu den üblichen körperlichen Symptomen nach Operationen unter starker Narkose kommen, beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufproblemen, Übelkeit und anfänglichen Problemen beim Gehen.

Da es bei manchen Kaiserschnitten zu einem erheblichen Blutverlust kommt, leiden einige Frauen im Anschluss unter Blutarmut und Eisenmangel. Diese sind jedoch gut therapierbar und heilen in der Regel nach einiger Zeit aus.

Nach der Operation geht die Rückbildung der Gebärmutter langsamer voran, es kann zu Unregelmäßigkeiten und stärkeren Schmerzen bei der Monatsblutung kommen. Verwachsungen innerhalb der Gebärmutter können zu Problemen bei späteren Schwangerschaften und Geburten führen.

Bei der heute vielfach praktizierten sanfteren Methode nach Misgav Ladach sind die Probleme nach dem Kaiserschnitt in der Regel geringer ausgeprägt als bei der herkömmlichen Methode. Trotzdem werden auch hier alle Bauchschichten durchtrennt und der Uterus scharf mit dem Skalpell eröffnet. Dies kann auch zu einer Verletzung des Kindes führen.

Erfolgte der Kaiserschnitt ungeplant in einer Notfallsituation, leiden manche Mütter im Anschluss unter dem Gefühl, als Frau versagt zu haben. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Eingriff unter Vollnarkose stattfinden musste. Frauen, die eine Schnittentbindung erleben, sind auf der einen Seite erleichtert über die schmerzfreie Geburt, trauern aber auf der anderen Seite, das erste gemeinsame Erlebnis mit ihrem Kind verpasst zu haben.

Nach dem Kaiserschnitt: Die wichtigsten Fragen

Eine Frau, die vaginal entbunden hat, ist meist recht schnell wieder fit. Nach einem Kaiserschnitt dauert dies naturgemäß einige Zeit länger. Durchschnittlich bleibt die Mutter mit ihrem Neugeborenen zwischen vier und acht Tagen im Krankenhaus. Der Blasenkatheter wird in den ersten ein bis zwei Tagen nach dem Eingriff entfernt.

In manchen Fällen muss die Narbe nochmals chirurgisch versorgt werden. Zudem werden Stoffwechsel sowie Kreislauf kontrolliert und auf eventuelle Infektionsanzeichen geachtet. Im Krankenhaus bekommt die Frau durch die Hebamme Unterstützung beim Stillen und das Baby wird versorgt. Auch in den kommenden Wochen daheim muss sich die junge Mutter schonen und sich Hilfe im Haushalt und bei der Kinderpflege holen.

Was ist sonst noch wichtig in der Zeit nach dem Kaiserschnitt? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie lange benötigt die Narbe zum Heilen?

Fäden oder Klammern werden spätestens vor dem Verlassen der Klinik entfernt. Anfangs sieht die Kaiserschnittnarbe noch sehr grob aus, ist geschwollen, rot und auch sehr empfindlich. Jede kleine Bewegung – Aufstehen, Husten, Lachen – beansprucht die Bauchmuskeln und verursacht anfangs Schmerzen.

Dagegen bekommt die Frau Schmerzmittel, die auch für Stillende geeignet sind. Wenn die Heilung ohne Komplikationen verläuft, kann der Bauch nach etwa vier bis sechs Wochen wieder voll belastet werden. Es kann jedoch vorkommen, dass der Narbenbereich noch lange empfindlich ist, völlig gefühllos wird oder ab und an juckt.

Wann bekomme ich meine Periode nach einem Kaiserschnitt?

Wann die Periode wieder einsetzt, ist von Frau zu Frau ganz verschieden und auch davon abhängig, ob sie stillt. Das kann bereits nach fünf Wochen sein oder ein halbes Jahr dauern. Die Rückbildung braucht nach einem Kaiserschnitt etwas länger, der Wochenfluss ist jedoch geringer ausgeprägt.

Zwar wurde der Beckenboden nicht so stark belastet wie bei einer normalen Geburt, doch die vorangegangenen Schwangerschaftsmonate haben bei einer Kaiserschnittmutter ebenfalls Spuren hinterlassen. Deshalb ist die Rückbildungsgymnastik auch für sie wichtig. Mit den entsprechenden Übungen darf jedoch erst begonnen werden, wenn die Operationsnarbe gut verheilt ist. Das ist in der Regel nach vier bis sechs Wochen der Fall und sollte mit dem Arzt abgesprochen werden.

Ab wann darf man wieder baden, schwere Dinge tragen oder Sport treiben?

Wenn die Kaiserschnittnarbe äußerlich verheilt, nicht mehr offen ist oder nässt, kann auch wieder gebadet werden – das ist etwa nach zwei Wochen der Fall. Zwar ist der Wochenfluss entgegen der noch weit verbreiteten Meinung nicht "hochinfektiös", jedoch sollten besonders die Brustwarzen nach dem Baden abgeduscht werden. Mit dem Sport und dem Tragen schwerer Gegenstände sollte sich die Mutter noch etwas mehr Zeit lassen – nach vier bis sechs Wochen können die Bauchmuskeln wieder voll belastet werden.

Wann kann ich nach einem Kaiserschnitt stillen?

Je früher das Neugeborene saugen darf, desto eher kommt der Milchfluss in Gang – auch nach einem Kaiserschnitt. Zudem fördert frühes Stillen die Rückbildung der Gebärmutter und die Bindung zum Kind. Wenn der Eingriff unter lokaler Anästhesie erfolgt, so kann das Baby schon im OP das erste Mal angelegt werden, ansonsten nach dem Aufwachen aus der Vollnarkose. Verabreichte Schmerzmittel und Medikamente sind für das Baby unbedenklich. Anfangs sollte man sich beim Stillen helfen lassen. Für viele Frauen ist das Stillen im Liegen in den ersten Wochen am wenigsten belastend.

Wann darf ich wieder Sex haben und schwanger werden?

Egal ob Kaiserschnitt oder nicht: Damit sich der Körper der Mutter erholen kann, empfehlen Mediziner einen Abstand zur nächsten Schwangerschaft von mindestens einem Jahr nach einer Entbindung. Nach einem Kaiserschnitt ist diese Zeit auch nötig, damit das Narbengewebe sich regenerieren und festigen kann.

Sex dürfen die frischgebackenen Eltern natürlich schon vorher haben, vorausgesetzt, die Frau fühlt sich wohl und der Heilungsprozess verlief komplikationslos. Wenn der Wochenfluss versiegt, ist das ein Zeichen dafür, dass die Gebärmutter sich zurückgebildet hat. Dann ist auch das Infektionsrisiko nur noch gering.

Ist nach einem Kaiserschnitt eine normale Geburt möglich?

Einmal Kaiserschnitt – immer Kaiserschnitt? Diese Regel ist überholt. Wird eine Frau erneut schwanger, kann sie das Kind trotz erfolgtem Kaiserschnitt natürlich zur Welt bringen. Dies wird medizinisch als VBAC (vaginal birth after ceasarean section = Vaginalgeburt nach Kaiserschnitt) genannt.

Nicht selten scheuen sowohl die Frau als auch die Geburtsklinik das geringfügig höhere Risiko für Komplikationen, die nach einer Kaiserschnittgeburt auftreten könne, wie zum Beispiel ein Gebärmutterriss (Uterusruptur) oder Plazena-Probleme,  und entscheiden sich vorsorglich für eine zweite Schnittentbindung. 

Der Eingriff kann ohne weiteres auch mehrfach vorgenommen werden. Der Schnitt wird dann so geführt, dass die alte Operationsnarbe ausgeschnitten wird. Zu bedenken ist jedoch, dass mit jedem Kaiserschnitt die Risiken für Mutter und Kind bei der Operation steigen und die Festigkeit des Bauchgewebes und der Zustand der Gebärmutter leidet. Das kann sowohl die Schwangerschaft beeinträchtigen als auch den unmittelbaren Geburtsablauf.

Deshalb wird jede Schwangerschaft nach einem Kaiserschnitt als Risikoschwangerschaft eingestuft. Deren Verlauf und die Entbindung stehen unter besonderer ärztlicher Obhut.

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