Gut gerüstet für die Entbindung

Geburtsvorbereitungskurs: Die wichtigsten Fragen

Kurse zur Geburtsvorbereitung sind mehr als "Hechelübungen". Werdende Mütter und ihre Partner bekommen hier Antworten auf viele Fragen rund um die Schwangerschaft und Informationen, was sie bei der Geburt und in den ersten Wochen mit dem Baby erwartet. Was macht man in einem Geburtsvorbereitungskurs? Sollte der Partner dabei sein? Wo werden Kurse in meiner Nähe angeboten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Schwangere Frauen halten ihre Babybäuche
Zeigt her eure Bäuche! Ein Geburtsvorbereitungskurs ist eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Schwangeren auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.
© iStock.com/diego_cervo

Jede Schwangerschaft ist eine freudige und auch aufregende Lebensphase. Vor allem Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind, haben viele Fragen und auch Ängste, wenn es um die Schwangerschaft und die bevorstehende Entbindung geht: Was kann ich in der Schwangerschaft für mich und mein Baby tun? Werde ich erkennen, wann die Geburt losgeht? Wie schlimm sind Wehen? Was passiert im Kreißsaal, wenn Komplikationen bei der Entbindung auftreten? All diese Ängste und gemischten Gefühle sind ganz normal.  

Was bringt ein Geburtsvorbereitungskurs?

Ein Geburtsvorbereitungskurs soll dazu dienen, diese Unsicherheiten abzubauen, damit die werdenden Mütter gelassen und sicher auf die Ankunft des Nachwuchses schauen können. Die Schwangeren (und ihre Partner) erhalten vielfältige Informationen rund um die spannende Lebensphase, etwa über die körperlichen Veränderungen und Abläufe. Dieses Wissen hilft, Ängste abzubauen, sich körperlich und psychisch besser auf die Geburt einzustellen und schafft ein Gefühl der Sicherheit. In den Kursen werden die Körperwahrnehmung geschult, Atemtechniken erlernt und gymnastische Übungen durchgeführt, die den Körper auf die Entbindung vorbereiten.

Nicht zuletzt haben Schwangere die Gelegenheit, andere werdende Mütter kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Diese bleiben nicht selten über den Zeitraum des Kurses hinaus bestehen. Bei der Auswahl des Kurses sollten Frauen darauf achten, dass die Gruppe nicht zu groß ist, damit genügend Raum für Gespräche, Fragen und individuelle Betreuung bleibt.

Welche Inhalte hat ein Vorbereitungskurs für werdende Mütter?

Geburtsvorbereitungskurse unterscheiden sich je nachdem, wo und von wem der Kurs angeboten wird. Einige setzen den Schwerpunkt auf Körper- und Atemübungen, andere wiederum vermitteln eher medizinisches und anatomisches Wissen.

Im Idealfall beinhaltet ein Vorbereitungskurs für Schwangere einen Mix aus Gesprächen, theoretischem Wissen und praktischen Körperübungen. Im Mittelpunkt stehen dabei folgende Inhalte:

Rund um die Schwangerschaft:

  • körperliche und psychische Veränderungen
  • Schwangerschaftsbeschwerden und was man dagegen tun kann
  • Ernährungstipps
  • Atem- und Entspannungsübungen, Übungen zur Körperwahrnehmung, Beckenbodentraining und Dehnübungen
  • Veränderungen in der Paarbeziehung, Sex in der Schwangerschaft

Rund um die Geburt:

  • Anzeichen für die Geburt
  • Wehenphasen und Umgang mit Wehenschmerz
  • Ablauf der Geburt
  • OP-Methoden wie Saugglocke und Kaiserschnitt
  • Ausprobieren von verschiedenen Gebärpositionen und Üben von Atemtechniken
  • Entbindungsmöglichkeiten: in Geburtsklinik, daheim oder in einem Geburtshaus
  • Methoden zur Schmerzbewältigung: PDA, Massagen, Medikamente und alternative Verfahren (zum Beispiel Akupunktur, Fußreflexzonenmassage)
  • Rolle des Partners

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Mit Partner oder alleine zum Kurs?

Natürlich kann eine Schwangere ohne Partner zu einem Geburtsvorbereitungskurs gehen. Viele der Inhalte drehen sich vordergründig zuallererst um die Vorgänge im weiblichen Körper und um Fragen, die die Mutter und das Baby betreffen. Die werdenden Väter wollen diese Familienphase jedoch meist ganz bewusst miterleben und lernen, wie sie ihre Partnerin in der Schwangerschaft und bei der Geburt unterstützen können.

Viele Kursangebote richten sich deshalb ausdrücklich an Paare, in anderen Kursen finden mehrere Partnerabende statt. Es gibt sogar Geburtskliniken (wie die Charité in Berlin), die spezielle Kurse für werdende Väter (ohne Mütter) anbieten. Dieser Vaterkurs soll Raum zum Austausch unter Männern sowie für deren spezielle Sorgen, Fragen und Befürchtungen bieten.

Wer veranstaltet Geburtsvorbereitungskurse und wo finden sie statt?

Kurse zur Geburtsvorbereitung werden meist von freiberuflichen Hebammen in ihrer Praxis, von Geburtskliniken oder von Frauen- und Familienzentren angeboten. Auch Physiotherapeuten können die Kurse veranstalten, es gibt sogar Online-Anbieter. Häufig kann im Rahmen des Kurses auch die Geburtsabteilung einer Klinik oder ein Geburtshaus besucht werden. Dort haben die werdenden Mütter Gelegenheit, sich Kreißsaal, Entbindungsräume und die Wöchnerinnen-Station anzuschauen, medizinische Apparate und Hilfsmittel rund um die Geburt auszuprobieren und Fragen zu stellen.

Wie lange dauert ein Vorbereitungskurs und wann sollte ich mich anmelden?

Sinnvoll ist die Teilnahme an einem Geburtsvorbereitungskurs ab der 25. bis 28. Schwangerschaftswoche: Dann ist die Hälfte der Schwangerschaft vorbei, der Babybauch ist deutlich zu sehen und die Schwangeren beschäftigen sich gedanklich mehr und mehr mit dem, was auf sie zukommt. Empfohlen wird, dass der Kurs etwa drei bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin endet.

In manchen Regionen und größeren Städten lohnt es, sich beizeiten für einen Geburtsvorbereitungskurs anzumelden, da die Kurse bei gefragten Veranstaltern schnell ausgebucht sein können. Ansonsten reicht es, wenn man sich bis zur 20. Schwangerschaftswoche angemeldet hat.

In der Regel laufen die Kurse über sechs bis acht Wochen, die kleinen Gruppen von Frauen (oder Paaren) treffen sich ein- bis zweimal pro Woche. Für diejenigen, die es kompakter haben möchten, etwa da sie beruflich sehr eingespannt sind oder nicht mehr so viel Zeit bis zur Geburt haben, werden auch Treffen am Wochenende oder Crashkurse angeboten. Diese Optionen sind immer abhängig vom jeweiligen Anbieter.

Geburtsvorbereitungskurs auch beim zweiten Kind?

Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, können entspannter an das Thema Geburtsvorbereitung herangehen: Vieles ist ihnen nicht unbekannt, die Abläufe bei der Entbindung und der Zeit danach kennen sie bereits aus eigenen Erfahrungen. Doch auch für sie lohnt sich ein Geburtsvorbereitungskurs. Denn jede Schwangerschaft ist anders und es gibt immer neue medizinische Informationen, die vermittelt werden.

Vor allem, wenn die erste Geburt vielleicht nicht optimal verlaufen ist, kann ein zweiter Vorbereitungskurs der Frau mehr Sicherheit geben. Möglicherweise können Sie zu einem solchen Kurs auch ihr Kind mitbringen. Bei manchen Anbietern werden Geschwisterstunden veranstaltet, bei dem auch das Erstgeborene die Gelegenheit bekommt, Fragen zu stellen und sich auf den Familienzuwachs einzustellen.

Was ist, wenn ich eine Risikoschwangerschaft habe?

Eine Risikoschwangerschaft ist kein Grund, auf einen Geburtsvorbereitungskurs zu verzichten – ganz im Gegenteil. Spät- oder Frühgebärende, Frauen mit vorhergehenden Frühgeburten, Fehlgeburten, Kaiserschnitt oder einer Mehrlingsschwangerschaft und Schwangere mit chronischen Erkrankungen (zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, Asthma) sind nicht selten besonders unsicher. Sie brauchen oft ganz spezielle Informationen zu ihrer Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt, welche betreuende Ärzte nicht im vollem Umfang vermitteln können. Eine Hebamme kann in einem Geburtsvorbereitungskurs auf spezielle Wünsche eingehen, individuelle Möglichkeiten zur Linderung von Beschwerden vorschlagen und der Schwangeren Ängste nehmen und Sicherheit vermitteln.

Was kostet ein Geburtsvorbereitungskurs?

Die Teilnahme an einem Geburtsvorbereitungskurs kostet je nach Ausgestaltung und Dauer etwa zwischen 60 und 80 Euro. Bei gesetzlich versicherten Frauen übernehmen die Krankenkassen diese Kosten komplett, sofern der Kurs nicht mehr als 14 Stunden dauert und von einer Hebamme oder einem Geburtshelfer geleitet wird. Allerdings muss der Partner, wenn er auch an dem Kurs teilnimmt, meist selbst bezahlen oder die Krankenkasse gibt einen kleinen Beitrag dazu.

Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Geburtsvorbereitungskurs nicht immer, es lohnt sich jedoch, nach einem Zuschuss zu fragen.

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