So läuft die Geburt ab

Geburt: Ablauf, Dauer und Geburtsort

Neun Monate haben die werdenden Eltern auf diesen Tag gewartet - nun ist es soweit. Der Nachwuchs soll das Licht der Welt erblicken. Beim ersten Kind ist die Geburt besonders aufregend und neu: Wie läuft die Geburt ab? Wie lange dauert sie? Wie kann ich meine Vorstellungen von einer natürlichen Geburt einbringen? Worauf sollte bei der Wahl des Geburtsortes geachtet werden? Antworten liefert unser Ratgeber.

Geburt
Alle Anstrengungen und Schmerzen der Geburt sind vergessen, wenn das Kind das Licht der Welt erblickt hat.
© iStock.com/AleMoraes244

Artikelinhalte in der Übersicht:

Errechneter Geburtstermin

Zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin sollten die werdenden Eltern jederzeit damit rechnen, dass sich das Baby auf den Weg machen kann. Die meisten Kinder werden in einem Zeitraum von zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem errechneten Termin geboren, nur ganz wenige kommen ganz genau an diesem Tag auf die Welt. Ist der errechnete Geburtstermin um 14 Tage verstrichen oder geht es Mutter und/oder Kind schon früher schlechter, wird die Geburt meist im Krankenhaus eingeleitet.

Das erste Anzeichen, dass die Geburt begonnen hat, kann der Abgang von Fruchtwasser oder blutigem Schleim sein, die ersten Eröffnungswehen sind meist als leichte, ziehende Schmerzen wie bei einer beginnenden Menstruation zu spüren.

Wenn die Wehen regelmäßig mindestens alle zehn Minuten kommen, ist es an der Zeit, ins Krankenhaus oder ins Geburtshaus zu gehen. Der Arzt oder die Hebamme wird feststellen, ob der Geburtsvorgang bereits begonnen hat, kontrollieren, wie weit der Muttermund geöffnet ist und die Schwangere gegebenenfalls an einen Wehenschreiber anschließen. Geklärt werden muss auch, ob es sich um eine normale oder eine Risikogeburt handelt, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

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Die Geburtswehen verlaufen rhythmisch und werden im Verlauf der Entbindung stärker und häufiger. Die Wehen, die den Gebärmuttermund öffnen, dauern zunächst zehn bis fünfzehn, später bis zu sechzig Sekunden. Zu Beginn der natürlichen Geburt liegen die meisten Kinder mit angezogenen Beinen, verschränkten Armen und Kopf auf der Brust am Beckeneingang.

Wie lange dauert die Geburt?

Die Geburt ist zunächst ein natürlicher Vorgang und lässt sich nicht vollständig in Zahlen und Normen abbilden. Die Dauer einer Geburt ist von Frau zu Frau und auch von Schwangerschaft zu Schwangerschaft ganz verschieden. Abhängig ist die Dauer auch von der Größe und dem Gewicht des Kindes sowie den anatomischen Voraussetzungen bei der werdenden Mutter, ihrem Alter, ihrem Gewicht und vielen weiteren Faktoren.

Für die meisten Frauen ist die Geburt ein physisch anstrengendes Ereignis. Eine normale natürliche Geburt dauert zwischen vier und 18 Stunden. Bei Erstgebärenden dauert es meist länger, rund 12 Stunden und mehr. Bei Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, rechnet man mit einer kürzeren Geburtsdauer von etwa fünf bis acht Stunden.

Phasen der Geburt

Selten läuft eine Geburt vollständig nach Lehrbuch ab, jede einzelne hat ihren eigenen Rhythmus und ihre eigene Geschwindigkeit.  Starke Wehen wechseln sich mit schwachen ab, es kann zu kurzen Pausen oder gar einem zwischenzeitlichen Stillstand kommen. So lange es dem Kind und der Mutter dabei gut geht, besteht kein Risiko. Medizinisch eingegriffen werden muss erst, wenn die Herztöne des Kindes dauerhaft schlechter werden oder es der Mutter nicht mehr gut geht.

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Der Geburtsvorgang wird in vier Phasen unterteilt.

Eröffnungsphase

Bei Erstgebärenden kann die Eröffnungsphase zwölf Stunden und länger dauern, während sie sich bei Frauen, die bereits Kinder geboren haben, auf etwa sieben Stunden verkürzt. Die meisten Frauen suchen in dieser Zeit die Klinik auf oder informieren die Hebamme.

In der Eröffnungsphase treten alle drei bis sechs Minuten Wehen auf. Sie bewirken, dass sich das Muskelgewebe des oberen Gebärmutterhalses zusammen zieht, wodurch sich die unteren Teile der Gebärmutter immer weiter zurückziehen und sich der Muttermund öffnet. Der Kopf des Kindes tritt tiefer und der Gebärmutterhals und die Vagina formt sich zu einem Trichter. Als Richtwert gilt, dass sich der Muttermund pro Stunde etwa einen Zentimeter öffnen soll.

Übergangsphase

Die Übergangsphase ist der kürzeste und intensivste Teil der Eröffnungphase. Sie dauert meist nicht einmal eine Stunde und geht der Geburt unmittelbar voraus. An ihrem Ende ist der äußere Muttermund rund zehn Zentimeter weit geöffnet. Wenn die Stärke der Wehen zunimmt, fällt der Frau die Entspannung zwischendurch schwer. Der Drang zu pressen ist jetzt groß, sollte aber bis zur vollen Entfaltung des Muttermunds unterdrückt werden.

Die großen Schmerzen machen möglicherweise sehr reizbar und aggressiv, manchmal entsteht auch das Gefühl, nicht mehr weiter zu können. Zum Glück hat die Natur für diese Situation stille Reserven angelegt: Ein fürsorglicher und einfühlsamer Partner, entspannende Massagen und Ablenkung helfen über diese Zeit.

Austreibungsphase

Am Ende ist der Muttermund ganz eröffnet. Das Vorwölben von Anus und Damm ist das erste Zeichen dafür, dass das Baby jetzt kommt. Mit jeder Wehe erscheint ein bisschen mehr vom kleinen Kopf in der Scheidenöffnung, bis er dann gar nicht mehr zurückgleitet.

Ein weiteres Anzeichen ist ein beinahe unwiderstehlicher Drang zu pressen. Dann sollte der Muttermund auf vollständige Weite überprüft werden. Erst wenn er ganz eröffnet ist, darf die Frau diesem Impuls nachgeben.

Damit beginnt die eigentliche Ausstoßung des Kindes, sobald der Kopf durch den äußeren Muttermund tritt. Diese Phase dauert normalerweise bei Erstgebärenden durchschnittlich eine Stunde, bei nachfolgenden Schwangerschaften nicht mehr als 20 Minuten.

Die Austreibungswehen werden vom Druck des tiefer tretenden Kopfes auf den mütterlichen Beckenboden ausgelöst. Die Gebärende muss nun behutsam und stetig pressen, damit alle Muskelbewegungen geschmeidig und langsam erfolgen. Auf diese Weise haben die Muskeln und das Gewebe von Scheide und Damm Zeit, sich zu dehnen und Platz für den Kopf des Babys zu schaffen.

In dieser Phase der Geburt verspürt die Mutter meist ein Brennen oder Stechen. Sie sollte dann sofort versuchen, mit dem Pressen aufzuhören. Fortgesetztes Pressen kann zu einem Dammriss führen. Die Muskeln des Beckenbodens sollten jetzt bewusst entspannt werden. Das Brennen dauert nur kurz an, weil das Scheidengewebe so stark gedehnt wird, dass die Nervenenden den Schmerz auf natürliche Weise blockieren. Droht ein starker Dammriss, wird nun ein Dammschnitt (Episiotomie) durchgeführt.

Das Kind wird zur Seite gebogen und mit dem Kopf voran geboren. Ist der Kopf geboren, prüft die Hebamme, ob die Nabelschnur um den Hals des Kindes liegt. In diesem Falle wird sie die Nabelschnur vorsichtig über den kindlichen Kopf heben und zu einer Schlaufe legen, durch die das Kind geboren werden kann. Wenn die Nabelschnur zu stramm sitzt, trennt sie sie durch.

Tritt der Kopf aus, blickt das Baby zunächst nach unten, dreht den Kopf aber gleich nach links oder rechts, damit bei der nächsten Wehe die Schulter folgen kann. Die Hebamme wischt Augen, Nase und Mund des Kindes aus und entfernt die Flüssigkeit aus der Nase und den oberen Luftwegen. Nun folgt eine etwa einminütige Wehenpause. Setzen die Wehen wieder ein, wird erst die erste und dann die zweite Schulter geboren, bevor schließlich der restliche Körper problemlos hinausgleitet.

Gebärposition: Aufrecht, Hocke oder Rückenlage?

Während dieser Presswehen ist eine aufrechte Position der Mutter am wirksamsten, ganz gleich, ob sie im Gebärstuhl sitzt, sich an einem Seil festhält, mit den Armen um den Hals ihres Partners steht oder hockt. In aufrechter Position wirken die nach unten gerichtete Muskelkraft der Wehen und die Schwerkraft gemeinsam auf die Austreibung des Kindes.

Die Rückenlage verzögert die Geburt, sie ist anstrengender, denn die Frau muss gegen die Schwerkraft ankämpfen. Damit der Kopf des Kindes leichter durchtreten kann, ziehen viele Schwangere die Beine instinktiv an den Körper.

Beckenboden und Analbereich sollten in dieser Phase der Geburt möglichst entspannt sein. Es kommt häufig vor, dass jetzt Stuhl oder Urin abgeht. Das sollte der werdenden Mutter nicht peinlich sein, denn für ihre Betreuer ist das nichts Neues. Nach jeder Presswehe sind zwei tiefe Atemzüge, die das Ausatmen betonen, zum Entspannen sehr hilfreich. Die Lockerung der Muskulatur sollte jedoch nicht zu schnell erfolgen, da das Kind bei langsamem Loslassen seinen Weg stetiger fortsetzen kann.

Die Austreibungsphase ist die gefährlichste Phase für das Kind, weil eine verminderte Sauerstoffzufuhr des Kindes droht und es aufgrund des hohen Widerstandes im Beckenboden zudem zu einem erhöhten Druck an seinem Kopf kommt. Aus diesem Grund werden mindestens nach jeder Wehe die Herztöne des Kindes überprüft. Zu diesem Zeitpunkt kann außerdem ein Dammschnitt notwendig werden. Er vermindert den Druck auf den kindlichen Kopf und verhindert, dass der Beckenboden reißt.

Ist das Kind geboren, wird zunächst dessen Nasen-Rachen-Raum abgesaugt und der Nabel durchtrennt. In vielen Kliniken wird das Kind anschließend direkt auf den Bauch der Mutter gelegt, um einen ersten Kontakt zu ermöglichen. Es spürt die Wärme und den Rhythmus des Herzschlages der Mutter – ein ihm sehr vertrautes Geräusch. Die Nabelschnur bleibt noch eine für einige Zeit verbunden, damit dem Baby die Umstellung auf die selbstständige Atmung leichter fällt.

Die Nachgeburtsphase

Die Geburt ist erst beendet, wenn sich die Plazenta vollständig abgelöst hat. Die Plazentageburt erfolgt in der Regel nach zehn bis 30 Minuten. Weil es auch hier zu Komplikationen kommen kann, wird sorgfältig untersucht, ob der Mutterkuchen vollständig ist. Mögliche Rückstände der Plazenta müssen mit einer Ausschabung entfernt werden, weil sie zu schweren Blutungen oder Infektionen führen können. Anschließend werden mögliche Risse oder Schnitte des Damms unter örtlicher Betäubung vernäht. Wenn Mutter und Kind versorgt sind, ist der große Moment dann endlich gekommen und die beiden können sich in Ruhe kennenlernen.

Wahl des Geburtsortes

In Deutschland werden die meisten Kinder im Krankenhaus geboren. Viele Frauen wollen allein schon deshalb eine Geburt in einer Klinik, weil sie sich dort besser aufgehoben fühlen, falls Komplikationen auftreten. Gynäkologen, Kinderärzte, Hebammen und Pflegekräfte sowie umfangreiche medizinische Apparaturen vermitteln vielen Frauen einen beruhigenden und sicheren Eindruck. Weitere Möglichkeiten sind eine ambulante Geburt, die Geburt daheim oder in einem Geburtshaus. Manchmal ist die Geburt in einer Spezialklinik nötig.

Geburt in einem Kreißsaal im Krankenhaus

Um mit einer Geburt im Krankenhaus zufrieden zu sein, sollten Sie sich rechtzeitig über die Bedingungen und Räumlichkeiten vor Ort informieren. Viele Kliniken bieten im Rahmen von Geburtsvorbereitungskursen die Besichtigung der Geburtsklinik und der Kreißsäle an. Die Schwangere und ihr Partner haben meist auch die Möglichkeit, direkt mit dem Arzt vor Ort über den Geburtsablauf zu sprechen. Neben der medizinisch kontrollierten Geburtstechnik bieten moderne Kliniken heute auch natürliche Geburtsmethoden und die Wassergeburt als Alternative an.

Bei der Geburt kann die Schwangere heute in vielen Krankenhäusern ihrem natürlichen Instinkt folgend ihre individuelle Gebärposition finden – sitzend, hockend, im Vierfüßlerstand, stehend oder liegend. Rundkreisbett oder eine breite Entbindungsliege, auf der auch der Partner Platz hat, Kissen, Matten, Sprossenwände, an denen sich die Gebärende festhalten kann, Gymnastikbälle, Gebärhocker, Gebärrad oder -stuhl und Geburtsseil unterstützen sie dabei. Das gerade Geborene kann sanft bei gedämpftem Licht in einem wohl temperierten Raum empfangen werden. Alternativ oder ergänzend können schmerzstillende und entspannende Mittel und Methoden wie Akupunktur, Homöopathie und Aromatherapie die Geburt unterstützen. Vielleicht besteht sogar die Möglichkeit, dass Mutter und Kind ihre Musik hören, die sie durch die Schwangerschaft begleitet hat.

Tipps zur Wahl der Geburtsklinik

Wer sich in der Zeit der Schwangerschaft  intensiv informiert hat, wird möglicherweise ganz bestimmte Vorstellungen vom Ablauf der Geburt (zum Beispiel zu medizinischen Eingriffen, zu Schmerzmitteln und anderen Interventionen der Ärzte) haben. Damit diese Vorstellungen auch umgesetzt werden können, sollte man sich die Geburtsklinik und das Krankenhaus vorher genau anschauen und Fragen stellen.

Hilfreich ist es, seine Wünsche in einem Geburtsplan schriftlich zu fixieren und mit in die Klinik zu nehmen. Denn wenn die Wehen erst einmal da sind, steht den meisten Frauen nicht der Sinn nach Diskussionen. Vertrauen in Ärzte und Hebammen, dass die eigenen Wünsche respektiert werden und man sich nicht ausgeliefert fühlt, können die Geburt zu einem schönen Ereignis werden lassen.

Wichtig ist, dass auch nachts und feiertags im Krankenhaus immer das nötige Personal für eine Geburt da ist. Ständig präsent sein sollten ein Arzt und eventuell auch ein zweiter in Rufbereitschaft, eine Hebamme, ein Narkosearzt, ein Kinderarzt und das OP-Team.

Das Entbindungsteam verfügt dadurch über ausreichende Erfahrung, damit auch schwierige Entbindungen reibungslos verlaufen. Als Faustregel gilt: Je größer eine geburtshilfliche Abteilung ist, desto mehr Erfahrung hat das Team und desto verlässlicher ist die Sicherheit bei der Geburt für Mutter und Kind. Mindestanforderung sind etwa 300 Geburten im Jahr.

Auch die durchschnittliche Anzahl von Kaierschnitten im entsprechenden Krankenhaus sollte beachtet werden. Liegt sie bei etwa zehn Prozent, deutet dies auf eine solide Handhabung hin. Bei einem höheren Anteil besteht zumindest der Verdacht, dass er zu voreilig ausgeführt wird. In jedem Krankenhaus gibt es verlässliche Statistiken zu den operativen Entbindungen (Saugglocken- und Zangengeburten, Kaiserschnitte) oder Eingriffen (zum Beispiel Dammschnitte).

Weitere Fragen sollten vor der Entbindung in der Klinik geklärt sein:

  • Besteht auch die Möglichkeit einer ambulanten Geburt?

  • Besteht bei der Geburt im Krankenhaus die Gelegenheit, sich kurzfristig zu entscheiden, noch einige Tage im Krankenhaus zu verbringen?

  • Die Anwesenheit des Partners oder einer anderen Bezugsperson im Kreißsaal ist nahezu überall erwünscht, aber kann die Begleitperson auch bei einem Kaiserschnitt mit in den Operationssaal?

  • Steht jeder Frau eine eigene Hebamme während der Geburt zur Seite oder muss eine Hebamme immer gleich mehrere Frauen betreuen?

  • Kann man seine eigene Hebamme, eine so genannte Beleghebamme zur Geburt ins Krankenhaus mitbringen?

  • Sind Geburtsverlauf und Geburtsposition wirklich selbst wählbar oder landet die Gebärende letztlich doch entgegen anderslautender Aussagen auf dem Querbett?

  • Welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung (Pezzi-Ball, Badewannen, Seile, Hocker)?

  • Sind Eingriffe wie Einlauf, Rasur, Dammschnitt noch Routineeingriffe? Wann wird eine Geburt im gewählten Krankenhaus routinemäßig eingeleitet beziehungsweise routinemäßig ein Kaiserschnitt gemacht?

  • Wie und wo wird das Kind direkt nach der Geburt versorgt? Kann die Mutter das Kind die ganze Zeit während der notwendigen Untersuchungen im Raum haben?

  • Welche Behandlungen sind notwendig und sinnvoll (Augentropfen, Vitamin-K-Phrophylaxe, Behandlungen in Notfallsituationen)?

  • Kann das Kind unmittelbar nach der Geburt gestillt werden? Wie sehr unterstützt das Krankenhaus das Stillen? Hat die Klinik die Auszeichnung mit der WHO-Plakette "Stillfreundliches Krankenhaus"?

  • Ist Rooming-in (das Kind bleibt die ganze Zeit bei der Mutter) möglich und besteht trotzdem die Gelegenheit, das Kind jederzeit bei den Schwestern abzugeben, damit die Mutter sich auch ein wenig ausruhen kann?

Ambulante Geburt

Eine Variante der Geburt im Krankenhaus ist die ambulante Geburt. Für diese entscheiden sich Frauen, die die Sicherheit der Klinik nicht missen wollen, jedoch schnell mit dem Baby in die vertraute Umgebung nach Hause zurückkehren möchten.

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Treten bei der Entbindung keine Probleme auf, bleibt die junge Familie nur wenige Stunden zur Beobachtung in der Klinik und fährt dann nach Hause, wo sie die nächsten zehn Tage ambulant von einer Hebamme betreut wird. Die Eltern können sich nach der ambulanten Geburt zu Hause ohne die üblichen Klinikroutinen in Ruhe um ihr Neugeborenes kümmern. Die nachbetreuende Hebamme hat mehr Zeit für die Probleme der einzelnen Mutter. Sie zeigt in aller Ruhe das Stillen, kontrolliert den Nabel des Kindes und vergewissert sich, dass es sich gut entwickelt. Außerdem schaut sie bei der Mutter auf die Rückbildung der Gebärmutter und die Heilung der Dammnaht.

Schon am ersten Tag nach der ambulanten Geburt ist der Neuankömmling in das familiäre Geschehen integriert und die Geschwister haben die Chance, von Anfang an Kontakt aufzunehmen. Eine Wochenbettzeit zu Hause kann jedoch besonders für die Mutter sehr anstrengend sein, vor allem, wenn noch weitere Kinder ihre Aufmerksamkeit und Fürsorge brauchen. Wenn sie der Partner adäquat unterstützt und eine Hilfe im Haushalt für mindestens ein bis zwei Wochen zur Verfügung steht, vermindert das die Belastungen erheblich.

Die zweite Vorsorgeuntersuchung des Säuglings, die so genannte U2 (die U1 wird direkt nach der Geburt durchgeführt), erfolgt bei einer Klinikgeburt noch im Krankenhaus und wird bei der ambulanten Geburt vom Kinderarzt übernommen.

Hausgeburt

Etwa 3.500 Frauen entscheiden sich jedes Jahr, ihr Kind daheim zur Welt zu bringen. Bei der Hausgeburt kann das Kind in einer entspannten und vertrauten Atmosphäre zur Welt kommen. Bei guter Vorbereitung ist sie ebenso sicher wie eine Klinikgeburt.

Weitere Informationen: Vorteile und Nachteile einer Hausgeburt

Geburt im Geburtshaus

Für manche Eltern ist eine Hausgeburt zu riskant, eine Entbindung in einer Klinik jedoch abschreckend und wenig Vertrauen einflößend. Sie wählen daher das Geburtshaus.

Eine solche Einrichtung verfügt zum Teil nicht über das komplette technische Equipement einer Klinik, hat jedoch eine intimere Atmosphäre als ein Kreißsaal. Die Geburtshäuser arbeiten eng mit Gynäkologen zusammen und schon vor der Geburt kann die Mutter im Geburtshaus durch Hebammen sowie andere Betreuungen begleitet werden. Ein Gynäkologe ist in einigen Häusern auch während der Geburt die gesamte Zeit vor Ort, hält sich aber im Hintergrund, sodass die Familie mit Unterstützung der Hebammen die Geburt nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gestalten kann.

Einige Geburtshäuser verfügen über eigene Operationsräume für den Notfall. Auch besteht häufig Kontakt zu einem diensthabenden Babynotarzt. Eventuell kann die unmittelbare Verlegung vom Geburtshaus in eine nahe gelegene Klinik nötig sein.

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Erkundigen Sie sich rechtzeitig über die jeweiligen Bedingungen und die Qualität Ihres Wunsch-Geburtshauses. Das verschafft Ihnen Sicherheit und Ruhe für die Geburt. Die Kosten für die Betreuung während der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes rechnet die Hebamme mit der entsprechenden Krankenkasse ab. Meist deckt das aber nicht den Kostenaufwand, den das Geburtshaus hat, so dass die Eltern hier noch zuzahlen müssen.

Entbindung in einer Spezialklinik

Nicht immer kann eine normale Geburt erwartet werden. Manchmal macht es die eigene Krankengeschichte oder der Schwangerschaftsverlauf notwendig, dass zur Geburt eine spezialisierte, geburtshilfliche Klinik, ein sogenanntes Perinatalzentrum, aufgesucht wird. Schwerwiegende Herz-, Nieren- oder Lungenerkrankungen beispielsweise erfordern einen technischen und personellen Aufwand, der nicht von allen Kliniken geleistet werden kann.

Zudem spielt die Reife des Kindes zum Zeitpunkt der Geburt bei der Klinikentscheidung eine wichtige Rolle. Kinder, die vor der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren werden, gelten als Frühgeborene und bedürfen der speziellen Überwachung während und nach der Entbindung. Je unreifer ein Kind ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Behandlung in einer spezialisierten Klinik für Neugeborene oder auf einer entsprechenden Station erfolgen muss.

Unter anderem folgende besondere Befunde machen die Entbindung in einem Perinatalzentrum notwendig:

  • eine drohende Frühgeburt vor vollendeter 36. SSW
  • eine Zwillingsgeburt vor vollendeter 34. SSW
  • eine höhergradige Mehrlingsgeburt (Drillinge usw.)
  • eine Infektion der Gebärmutter oder Rhesusfaktorkrankheit
  • Schwere Wachstumsverzögerungen oder Fehlbildungen beim Ungeborenen aufgrund von Mangelversorgung
  • Schwere schwangerschaftsbedingte oder chronische Erkrankungen der Mutter
  • Chronische Infektionen
  • insulinbedürftiger Diabetes mellitus
  • Drogenabhängigkeit

Die Geburt eines unreifen Kindes stellt meist spezielle Anforderungen an die Ärzte und das gesamte Geburtshelferteam. Auch dies ist ein Grund dafür, dass unreife Kinder in einer Geburtsklinik mit großer Erfahrung in der Versorgung und Betreuung von Frühgeborenen zur Welt kommen sollten.

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