Lebensanfang im Überblick

Entwicklung: Babys erste Monate

Die Entwicklung des Babys ist faszinierend: Bereits in den ersten Monaten beginnt ein Kind mit der Erforschung seiner Umwelt. Es wird gelauscht, betastet und konzentriert beäugt. Um den zwölften Monat herum lernt das Kleine sprechen und laufen, im zweiten Lebensjahr kann es bereits alleine spielen. Der Überblick über die ersten 18 Monate.

baby schaut kurios
Die ersten Monate in der Entwicklung des Babys sind für Kind und Eltern besonders aufregend.
© iStock.com/Imgorthand

Als Embryo und auch nach der Geburt entwickeln sich Babys besonders schnell. Eltern sollten jedoch berücksichtigen, dass jedes Kind unterschiedlich schnell heranwächst. In der Regel ist jedes Baby in einigen Punkten weiter fortgeschritten, in anderen mag es etwas zurückliegen. Anlass zur Sorge gibt es nur, wenn das Kind in mehreren Bereichen Defizite zeigt. Verzögerungen in der körperlichen und geistigen Entwicklung und gesundheitliche Probleme werden in den Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen) erkannt und können frühzeitig behandelt werden. Die U-Untersuchungen sind auch die beste Gelegenheit, mit dem Arzt das wichtige Thema Impfschutz für das Baby zu besprechen.

Überblick: So entwickelt sich das Baby

Entwicklung im Mutterbauch: Embryo runzelt die Stirn

Der Embryo liegt nicht nur im Mutterbauch und schläft: Schon ab dem dritten Monat, wenn der Fötus erst so groß ist wie das Glied eines Daumens, kann er mit den Händchen greifen und seine winzigen Füße bewegen. Und kaum zu fassen: Er runzelt bereits jetzt seine Stirn.

Während der ersten acht Monate liegt das Baby mit dem Kopf mal nach oben, mal nach unten. Je mehr Platz das Ungeborene im Bauch einnimmt, desto deutlicher spürt die Mutter seine Drehungen. Manchmal "boxt" es unter den Rippenbogen, dann wieder in der Leistengegend. Erstgebärende nehmen das etwa ab dem fünften Monat wahr, erfahrene Mütter schon früher.

Ab dem sechsten Monat ist das Ungeborene sehr aktiv, strampelt und turnt in der Fruchtblase herum. Es streckt Ärmchen und Beinchen auch gezielt Richtung Ultraschallkopf. Das kleine Wesen nuckelt schon mal am Daumen, hustet, niest und hat manchmal Schluckauf.

Entwicklung in den ersten Wochen: Saugreflex, Riechen und Schmecken

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Nach der Geburt endet die Nährstoffzufuhr über die Plazenta mit dem Abtrennen der Nabelschnur abrupt. Das gesunde, reife Baby ist auf die Umstellung auf Muttermilch aber bestens vorbereitet: durch den Warzensuchreflex, den Saugreflex und den Schluckreflex. Durch den Saugreiz des Säuglings werden bei der Mutter Hormone wie Prolaktin und Oxytocin freigesetzt, die die Milchproduktion und Milchsekretion in Gang bringen und diese an den Nahrungsbedarf des Neugeborenen anpassen.

Wegen der Nahrungsumstellung ist eine Gewichtsabnahme des Säuglings bis zum zehnten Lebenstag völlig normal. Erst dann hat sich das Baby vollständig an die Muttermilch gewöhnt und erreicht eine ausreichende Trinkmenge, um sein Körpergewicht zu erhöhen. Da das Neugeborene bereits im Mutterleib eine Energiereserve von etwa 5.000 Kalorien als Depotfett angelegt hat, ist die Überbrückung der niedrigen Energiezufuhr in den ersten Lebenstagen kein Problem für den kleinen Organismus.

Anfangs wird der Darm noch mit Keimen aus der Umwelt besiedelt. Die Verdauung funktioniert noch nicht vollständig und der Stuhl ergibt keine einheitliche Masse. Am Ende der ersten Lebenswoche dominieren dann die Bifidusbakterien, die das Wachstum von krankmachenden Keimen hemmen. Bestimmte Inhaltsstoffe der Muttermilch – der sogenannte Bifidusfaktor – unterstützen die Besiedlung des Darmes mit diesen "guten" Bakterien.

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Hören und Sehen sind noch zweitrangig

Geruchs- und der Geschmackssinn sind die Sinne, die zu Beginn des Lebens am stärksten ausgebildet sind. Schon in der ersten Lebenswoche kann der Säugling den Geruch seiner Bezugsperson von dem anderer Personen unterschieden. Tipp: Wird das Baby unruhig, wenn die Mutter nicht in seiner Nähe ist, kann es hilfreich sein, ein Kleidungsstück oder ein Tuch der Mutter zu dem Kind ins Bettchen zu legen.

Durch die Ausbildung des Geschmackssinnes kann das Neugeborene den süßen Geschmack der Muttermilch genießen. Dies trägt dazu bei, dass es ausreichend trinkt. Der Seh- und Hörsinn sind allerdings nur schwach entwickelt. In den ersten Lebenstagen sieht der Säugling nur sehr unscharf. Das Kind hört vor allem laute, schrille Töne und wird hierdurch schnell erschreckt.

Schlaf ist wichtiger als Bewegung

In den ersten Wochen schläft das Baby viel und bewegt sich wenig. Der Schlaf-Wach-Rhythmus des Säuglings ist noch genau entgegengesetzt zu dem der Eltern, was oftmals sehr anstrengend für Vater und Mutter ist. Ein Neugeborenes wechselt sechs- bis achtmal in 24 Stunden zwischen Wachen und Schlafen. Tag und Nacht, Hell und Dunkel haben darauf zunächst wenig Einfluss. Aber das Baby passt sich schnell an. Die nächtlichen Schlafphasen werden immer länger. Schon nach einigen Tagen schläft es drei bis vier Stunden durch. Allerdings können Eltern ihrem Baby ein wenig : Der Schlafraum – in den ersten Monaten meist das Schlafzimmer der Eltern – sollte eine konstante Temperatur von 16 bis 18 Grad haben und dunkel sein, aber nicht so düster, dass sich das Baby nachts nicht im Zimmer orientieren kann. Auch ein fester Schlafplatz, an den sich das Kleine gewöhnen kann, ist hilfreich für einen durchgehenden Schlaf.

In den ersten Lebenswochen sind die Bewegungen des Babys nicht koordiniert. Konnte sich das Kleine im Mutterleib noch schwerelos wie ein Astronaut bewegen, macht ihm nun die Erdanziehung zu schaffen. Arme und Beine kommen ihm unendlich schwer vor. Die Bewegungen geschehen ungewollt und oft reflexartig: Legt man zum Beispiel seinen Finger in die Hand des Säuglings, so umklammert ein Händchen den Finger spontan. Den Kopf kann es nur einige Sekunden halten, weswegen Eltern den Nacken unterstützen müssen, wenn sie das Baby bewegen oder tragen.

Entwicklung im dritten bis vierten Monat: Das Baby entdeckt seine Stimme

In den ersten vier Lebensmonaten bilden sich die Sinnesorgane mehr und mehr aus. Das Baby lernt, Gegenstände und Gesichter mit den Augen konzentriert zu betrachten und kann Vater und Mutter an Stimme und Geruch erkennen. Langsam beginnt es, seinen Bewegungsapparat auszuprobieren. Es versucht zu greifen, strampelt und kann seinen Kopf schon fast von selbst halten.

Das Kleine kann Gegenstände wahrnehmen und die Augen auf einen Punkt konzentrieren. Bis zum vierten Monat lernt es, Gegenstände und Personen mit den Augen zu verfolgen. Es reagiert nicht mehr nur schreckhaft auf Geräusche, sondern freut sich und ist neugierig, wenn es neue hört. Auch sucht es mit seinen Augen nach der Herkunft der Töne. Das Baby erkennt Dinge wieder und kann sich vor allem an Gerüche, Töne und Farben erinnern.

Konnte das Baby in den ersten Lebenstagen nur gurgelnde, quietschende Geräusche und Kehlkopflaute von sich geben, probiert es nun aus, was es mit Lippen, Zunge, Kaumuskeln und Gaumen alles machen kann. Das Baby fängt im dritten und vierten Monat an, richtige Laute zu bilden und spontan vor sich hin zu brabbeln.

Auch die Motorik entwickelt sich

Mit etwa acht Wochen kann der Säugling sich selbst von der Rückenlage auf den Bauch drehen. Bis zum vierten Monat kann es den Kopf um 90 Grad anheben und hat schon eine gute Kopfkontrolle, wenn man es zum Sitzen aufrichtet. Es spielt viel mit den Händen, versucht zu greifen und führt die Hände oft zum Mund. Das Baby strampelt heftig und streckt sich. Wenn es in stehender Position gehalten wird, kann es das Gewicht auf die Füße verlagern, was die Grundlage für selbstständiges Stehen ist.

Die zu dieser Zeit vor allem bei Jungs typischen "Dreimonatskoliken" entstehen wahrscheinlich, weil der Verdauungsapparat noch nicht vollständig ausgereift ist. Die Darmpassage kann deshalb in einigen Fällen Schmerzen verursachen. Allerdings wachsen sich diese Verdauungsprobleme schnell aus. Die Dreimonatskoliken sind daran zu erkennen, dass sich der Säugling unter Schreien krampfhaft zusammenzieht. Eltern sollten jedoch ausschließen, dass die Schwierigkeiten anderer Natur sind. Wegen der noch unvollständigen Entwicklung des Verdauungstraktes sollten Sie das Kind bis zum Ende des vierten Monats stillen.

Entwicklung im fünften bis sechsten Monat: Babys erste Krabbelversuche

Die anfängliche Scheu vor fremden Eindrücken verringert sich. Geräusche, Gesichter und Gegenstände wecken die Neugier. Alles Neue scheint aufregend und möchte ertastet werden. Bewegungsdrang und schnelles Wachstum des Kleinen lassen den Nährstoffbedarf ansteigen, sodass Muttermilch als einziges Nahrungsmittel nicht mehr ausreicht.

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Das Baby nimmt mehr Anteil an seiner Außenwelt. Es greift nach allem, was in Reichweite ist und versucht, die Gegenstände zu ertasten. Es kann differenziert wahrnehmen, freundliche und strenge Töne unterscheiden und erkennt vertraute Gesichter und Stimmen. Zugleich beginnt es, auch selbst Emotionen zu zeigen. So protestiert es oder zieht Dinge zurück, wenn ihm etwas weggenommen wird.

Hand- und Fußbewegungen können fast problemlos koordiniert werden. Auch der Gleichgewichtssinn verstärkt sich. So macht der Säugling erste Krabbel- und Sitzversuche. Mit gestütztem Rücken kann er sogar schon einige Minuten eigenständig sitzen. Außerdem hält das Kind den Kopf selbstständig, wenn es in Sitzposition gezogen wird. Eine gute neuro-muskuläre Entwicklung zeigt sich durch das Zusammenbringen von Händchen, Mund und Kaubewegung. Das Baby lässt die Händchen vermehrt Richtung Mund wandern und bekaut und belutscht sie.

Von der Muttermilch zur Beikost

Gleichzeitig fängt das Baby an, zu speicheln. Es wird schwierig, das viele Nass aufzufangen. Der Speichel ist ein Zeichen dafür, dass Verdauungsenzyme wie Amylase in ausreichender Menge vorhanden sind, um auch feste Nahrung aufzunehmen. Sobald das Kind anfängt stark zu speicheln, können die Eltern mit der Beikost beginnen. Der immer größer werdende Kalorienbedarf des Babys lässt sich durch die Muttermilch kaum noch decken und muss durch andere Nahrungsmittel ergänzt werden. Der vermehrte Nahrungsbedarf wird auch durch häufigeres "Hungerschreien" angemeldet. Bis das Kind sechs Monate alt ist, sollte es mindestens 150 Gramm in der Woche zunehmen. Nach dem sechsten Monat hat sich das Geburtsgewicht normalerweise verdoppelt. Sollte das Kind abgenommen haben, müssen Eltern auf jeden Fall mit dem Füttern von Beikost beginnen. Eine Gewichtsabnahme des Säuglings kann Gesundheit und Entwicklung bedrohen.

Entwicklung vom siebten bis neunten Monat: Das Baby bekommt erste Zähne

Das Kind kann in dieser Phase seiner Entwicklung, wenn es gestützt wird, nun seine Fußsohlen voll belasten, was die Grundlage für die ersten Gehversuche ist. Auch an Möbelstücken kann es sich schon alleine hochziehen. Der Durchbruch der ersten Zähnchen ermöglicht es, dass nicht nur Brei, sondern auch leicht kaubare Nahrung verdaut werden kann.

Das Baby kann ab dem siebten Monat ohne Hilfe sitzen, sich vom Rücken in die Bauchlage drehen und koordiniert nach Gegenständen greifen. Es wird zunehmend kräftiger und zieht sich immer häufiger an Möbelstücken hoch. Wenn es an den Ärmchen gehalten wird, kann es schon ein paar Schritte gehen, wobei es die Fußsohlen voll belasten kann. Dies macht es dem Kind möglich, auch an entferntere Ziele – in andere Räume und Ecken der Wohnung – zu gelangen. Eltern sollten vorsichtshalber die Küchen- und Badezimmertür schließen und alles Zerbrechliche verstauen.

Der Forschungsdrang des Kindes wird in dieser Phase der Entwicklung immer größer. Das Baby greift nach allem Neuen, ertastet es und nimmt es gern auch in den Mund. Es beobachtet genau und versucht bestimmte Bewegungen und Gesten nachzuahmen. Das Imitieren von Lauten, die es zufällig aufschnappt, macht ihm Spaß und das Baby beginnt, seine Stimme auszuprobieren. Es kann mittlerweile Silbenketten wie "gagaga" oder "mamama" aneinanderreihen und versucht auch, erste kleine Lall-Dialoge mit den Eltern zu führen.

Das Baby testet seine Grenzen

Das Baby ist neugierig und hat Spaß am Lernen. Reaktionen von anderen Personen nimmt es im Lauf seiner Entwicklung genauer wahr. Das Kind kann verstehen, was die Eltern mit einem "Nein" meinen. Andererseits versucht es auch immer stärker, seinen eigenen Willen zu bilden und durchzusetzen. Nicht nur Gegenstände, Stimme und Gesten werden ausprobiert, auch Reaktionen von Personen auf bestimmte Handlungen wecken das Interesse des Kindes. Was passiert zum Beispiel, wenn man Vater oder Mutter an den Haaren zieht oder unentwegt nur schreit? Es geht nun darum, Grenzen auszutesten und festzustellen, welche Handlungen gelobt werden und welche nicht.

In dieser Zeit der Entwicklung kündigen sich die ersten Schneidezähne an. Das Baby kann deshalb schon kleine Stückchen in der Nahrung zerkauen und trainiert so seine Kaubewegungen. Es trinkt aus vorgehaltener Tasse und versucht, kleine Nahrungsstückchen wie Kekse oder Obststückchen, aus der Hand zu essen.

Entwicklung vom zehnten bis zwölften Monat: Das Baby lernt sprechen

Bis zum vollendeten ersten Lebensjahr lernt das Kind, sich allein aufzustellen und kann oft, wenn auch noch unsicher, bereits ein wenig laufen. Es krabbelt jetzt mühelos eigenständig und koordiniert seine Bewegungen zunehmend. Jetzt gilt es, zerbrechliche oder scharfe Gegenstände in Sicherheit zu bringen. Auch Schubladen kann das Baby ohne Anstrengung aufziehen und entleeren.

Die zunehmende Zielstrebigkeit (Intentionalität) der Handlungen wird immer deutlicher. Mit enormer Energie bemüht sich das Kind, Gegenstände zu erreichen und lässt sich so schnell auch nicht davon abbringen. Hierbei zeigt es durchaus Einfallsreichtum. Die sich nun entwickelnde praktische Intelligenz (Werkzeugdenken) ermöglicht dem Baby, sich auch anderer Gegenstände zu bedienen, um an das Erwünschte heranzukommen.

Die ersten Sprachversuche

Das Baby imitiert zunehmend Gesten und Bewegungen, die es zufällig beobachtet. So lernt es Dinge wie Lachen, Winken und Essen. Auch seine Sprache entwickelt sich jetzt schnell. Eltern sollten die ersten Versuche zu sprechen so gut es geht unterstützen. Es fördert die Entwicklung, wenn Mutter und Vater viel mit ihrem Baby sprechen und es auch verbessern, wenn es versucht, Worte zu sprechen und Sätze zu bilden. Das Kind nimmt in dieser Zeit sehr schnell auf. Um den ersten Geburtstag herum sprechen viele Kinder ihr erstes sinnbezogenes Wort, meist "Mama" oder "Papa". Das Kleine kann auf Dinge, die Eltern ihm sagen, vermehrt und differenzierter reagieren. Es versteht Aufforderungen, wie "Gib mir das" oder "Mach das nicht". Andererseits ist das Kind mittlerweile selbst in der Lage, mit Lauten und Gesten Wünsche zum Ausdruck zu bringen.

Der Kontakt zu Gleichaltrigen wird wichtiger

Der Wunsch, mit der Umwelt in Kontakt zu treten, wird immer größer. Mama, Papa, Oma und Opa sind zwar wichtige Bezugspersonen, aber auch der Kontakt zu gleichaltrigen Kindern – zum Beispiel in Krabbelgruppen – ist nun interessant. Er ist sogar wichtig, da Kinder ganz anders miteinander umgehen als mit Erwachsenen. Eltern sollten ihrem Kind für die Kontaktaufnahme zu fremden Personen Zeit lassen. Anfängliche Scheu sollte nicht bestraft werden. Von der Vielzahl unbekannter Menschen ist es oft verunsichert und fängt an zu weinen, was typisch für das "Fremdelalter" ist.

Entwicklung vom 13. bis 18. Monat: Das Kind kann laufen und allein spielen

Im zweiten Lebensjahr wollen Babys beim Spielen alles erforschen und entdecken. Sie können bereits laufen oder krabbeln und sind deshalb nicht mehr an feste Orte gebunden. Es gibt keinen Knopf, den sie nicht drücken, keine Tür, die sie nicht öffnen. Hier ist es wichtiger, Gefahren aus dem Weg zu räumen, als Verbote auszusprechen. Kinder beginnen, die Welt in Geschichten zu fassen und sie auf viele Arten auszudrücken. Zeichnen ist eine davon. Die ersten Striche entstehen noch unter Einsatz des ganzen Körpers. Dabei landen Linien, Punkte und Kringel nicht immer auf dem Blatt Papier.

Mit anderthalb können Babys schon allein spielen. Nicht stundenlang, aber eine halbe Stunde. Sind Kinder mit anderen auf dem Spielplatz zusammen, kommen sie länger ohne Vater oder Mutter aus. Hier ist es wichtig, dass die Mutter oder der Vater in der Nähe und nicht ständig hinter dem Kind her ist. Gerade, weil die Eltern in sicherer Nähe sind, wagen sich Kinder mutig nach vorn. Mitte bis etwa Ende des zweiten Lebensjahres können Kinder gut laufen und sind schon bereit für das Dreirad. Trotzdem: Bis Kinder kräftig in die Pedale treten, das Dreirad lenken und vorwärts bewegen können, vergeht noch eine Weile. Gegen Ende des zweiten Lebensjahres beginnen Babys mit dem Als-ob-Spielen. Sie essen von einem Puppenteller oder trinken aus Bausteinen.

Das Kind geht aufs Töpfchen

Ab dem 16. Monat ist die körperliche Entwicklung des Kindes so weit, dass Eltern jetzt langsam beginnen können, das Kind an das "Töpfchen" zu gewöhnen. Falls alles klappt, unterstützt Lob den Lernerfolg. Die Gefühlswelt des Kleinen wird immer komplexer und ist nicht mehr nur von Hunger, Durst, Schlaf oder Zuwendung bestimmt.

Nun ist die Zeit gekommen, das Kind langsam aber sicher an den regelmäßigen Gang "aufs Töpfchen" zu gewöhnen. Eltern sollten ihr Kind einfach zu regelmäßigen Zeiten – zum Beispiel nach dem Schlafen oder Essen – aufs Töpfchen setzen und genau erklären, worum es dabei geht. Im zweiten Lebensjahr kann ein Kind durch Ausreifung des Rückenmarks seine volle Blase und seinen Darm zwar spüren, aber noch nicht immer unter Kontrolle halten. So fällt es oft noch schwer, die Blasen- und Darmentleerung zeitlich so weit hinauszuzögern, bis ein "Töpfchen" in der Nähe ist. Wichtig ist, dass der Aufenthalt auf dem Töpfchen nicht zu lange dauert. Andernfalls ist es schwierig für das Kleine, den genauen Sinn zu verstehen.

Schritt für Schritt lernt das Kind, sich eigenständig zu bewegen. Treppen stellen kein Problem mehr dar. Durch die größere Bewegungsfreiheit eröffnen sich auch immer neue Welten, die es zu erforschen gilt: Höhlen Bauen, Malen, Basteln, im Sand Spielen, sind jetzt besonders spannende Aktivitäten. Ebenso wird das Ausziehen von Kleidungsstücken gern allein in allen möglichen Situationen versucht.

"Was ist das?"

Das Töpfchen ist nicht der einzige Entwicklungsschritt. Der Wortschatz wird reichhaltiger. Das Kind versucht nun schon richtige Sätze zu bilden und kann sich so immer besser verständigen und möchte andere Personen auch in eine Unterhaltung verwickeln. Der aktive Wortschatz wächst im zweiten Lebensjahr auf 50 Wörter an. Viele Kleinkinder verwenden schon Zweiwort-Kombinationen wie "Papa da" oder "Milch trinken". Eltern sollten die Kommunikationsbereitschaft des Kindes fördern und es ermuntern, sich körperlich und sprachlich immer weiter auszuprobieren. Fragen, wie "Was ist das?" wollen kein Ende nehmen. Mutter und Vater sollten Gegenstände und Handlungen in kurzen einfachen Sätzen erklären, da die Kleinen Kausalbeziehungen noch nicht verstehen. Neue Worte kann das Kind so am schnellsten erlernen, da es den Bezug von Wort und Gegenstand auf diese Weise sofort begreift.

Trennung erzeugt Angst

Auch die Gefühlswelt des Kindes ist nicht mehr wie im Säuglingsalter von unmittelbaren Verlangen wie Hunger, Durst, Schlaf oder Zuwendung bestimmt. Sie wird jetzt vielmehr durch das Erleben der Außenwelt geprägt. Erlebnisse mit Personen während des Spielens und Entdeckens beeinflussen das Gemüt der Kleinen. Die Emotionen sind zwar oft intensiv, doch halten die Gefühlsausbrüche nicht lange an und können sich schnell ins Gegenteil umkehren. Eine besondere Rolle in dieser Zeit spielen Angstgefühle. Viele Unbekannte und fremde Personen können zunächst ein Unbehagen auslösen. Die Trennung von der Bezugsperson – meistens ist dies die Mutter – ist besonders gefürchtet. Eltern sollten sich bemühen, das Kind langsam und einfühlsam an neue Situationen und Personen zu gewöhnen.

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