Pflege zu Hause

Parenterale Ernährung – auch zuhause möglich

Wenn die Nährstoffe über die Blutbahn zugeführt werden, ist eine intravenöse oder parenterale Ernährung gemeint. Diese ist in der Regel im häuslichen Umfeld durchführbar.

Parenterale Ernährung
Parenterale Ernährung kann auch zuhause erfolgen.
©iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Parenterale Ernährung – auch zu Hause kein Problem

Noch in der Klinik wird den Patienten ein sogenannter Portkatheter gelegt. Das ist ein zentralvenöser Katheter mit einer unter die Haut implantierten Infusionskammer (Port). Dieser Zugang für die Nährlösungen (der übrigens auch für andere Medikamente benutzt werden kann) befindet sich meist oberhalb der Brust auf Achselhöhe. Durch die „Punktion“ wird die Haut über dem Port für die Infusion durchstoßen – das geht schnell und ist nicht schmerzhafter als eine Spritze. Dann kann die Nährlösung über einen Schlauch in die Blutbahn laufen. In der Flüssigkeit sind alle Nährstoffe enthalten, die auch zu einer gesunden „normalen“ Ernährung gehören: Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette. Die Verordnung der Nährlösung veranlasst der Arzt. Durch die nicht zu komplizierte Handhabung ist eine parenterale Ernährung auch zu Hause möglich.

Hunger und Essen

Hungergefühle können in den ersten Tagen auftreten – in dieser Zeit ist der Patient aber in der Regel noch in der Klinik und kann den Anweisungen des Personals folgen.

Es gibt zwei Möglichkeiten für die parenterale Ernährung:

Eine vollständige parenterale Ernährung ist für Patienten, deren Magen-Darm-Trakt schwer erkrankt ist und die nichts essen dürfen. Oder eine ergänzende parenterale Ernährung, bei der ein Teil der Kost normal gegessen wird. Dies ist oft der Fall, wenn Patienten nicht ausreichend essen können.

Platz für die Vorbereitung

Die Mitarbeiter des Pflegedienstes benötigen eine ca. 1 m2 große Fläche für die Bereitstellung aller benötigten Materialien und als Arbeitsfläche. Dazu reicht ein kleiner Tisch oder eine freigeräumte Arbeitsplatte in der Küche. Wichtig ist, dass dieser Ort sauber ist und bleibt.

Mobil trotz Infusion

Während die Infusion läuft, kann der Patient aufstehen, umherlaufen oder auf die Toilette gehen. Voraussetzung ist, dass der Infusionsständer problemlos mitgeführt werden kann. Also sollten ausreichend breite Durchgänge geschaffen werden. Teppichkanten sollten verschwinden oder gut mit doppelseitigem Klebeband fixiert werden. Wenn Patient und Angehörige sich an diese einfachen „Spielregeln“ halten, ist eine künstliche Ernährung per Infusion auch zu Hause kein Problem. Bedenken Sie, dass die Tage oder Wochen, die ein kranker Mensch früher aus dem Krankenhaus entlassen wird, die Lebensqualität und das Wohlbefinden enorm steigern können. Verzagen Sie daher nicht, wenn mal etwas unklar ist oder nicht auf Anhieb klappt, sondern besprechen Sie alle Fragen offen mit dem Arzt oder Pflegedienst.

Eine parenteralen Ernährung wird natürlich vom Pflegedienst übernommen – weder Angehörige noch Patienten müssen die Handhabung beherrschen.

Parenterale Ernährung ist kein Grund, sich von Haustieren zu trennen

Im Gegenteil: Gerade für kranke Menschen sind Haustiere häufig Trost und Ablenkung. Tiere haben allerdings nichts auf den Arbeitsflächen des Pflegedienstes zu suchen, und während der Punktion sollten sie in ein anderes Zimmer verbannt werden.

Duschen, sogar Baden oder Schwimmen sind erlaubt (wie übrigens auch alle anderen moderaten Sportarten).

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