Sieben Tipps für harmonische Familienfeste

Ostern diesmal ohne Stress und Streit

Damit Ostern nicht zur großen Enttäuschung wird: Etwas weniger Perfektionismus, dafür etwas mehr Zeit für Entspannung und Gespräche mit den Lieben. Sieben Tipps für schöne und stressfreie Frühlings-Feiertage.

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Tolles Wetter, fröhliche Kinder und große Augen beim Eiersuchen und -finden: So könnten perfekte Ostern aussehen.
© iStock.com/monkeybusinessimages

Wochenlang freuen sich alle auf frühlingshafte Ostern mit den Lieben. Sind die Feiertage dann da, sieht die Realität jedoch oft anders aus: Streit und Enttäuschung dominieren, Türen knallen und Fetzen fliegen. Bei manchen Paaren spitzen sich die Differenzen derart zu, dass sie eine Trennung in Erwägung ziehen. „Ursache dafür ist, dass die Familien an den Feiertagen viel freie Zeit miteinander verbringen, da tauchen dann oft Probleme auf, die man während des Jahres gar nicht wahrgenommen hatte, und Streit ist vorprogrammiert“, sagt Florika Goldhorn, Diplom-Psychologin aus München.

Eine der häufigsten Harmoniefallen ist übrigens der Zwang, Verwandtschaft einzuladen, etwa die Eltern oder Großeltern. „Mit dem Argument 'Sie sind ja schon so alt, es könnte das letzte Mal sein, dass wir mit ihnen zusammen feiern' quält sich die ganze Familie durch die Feiertage“, so die Psychotherapeutin. In diesen Fällen ist es besser, mutig auch mal Nein zu sagen.

Anstelle des Ostersonntags kann die gesamte Familie ja auch an einem anderen Termin zusammenkommen, wenn gerade nicht Eierfärben und Geschenke besorgen sowieso schon in Stress ausarten. Dafür bieten sich etwa die Tage und Wochen nach dem Osterfest an, beispielsweise für einen gemeinsamen Spaziergang mit anschließendem Besuch in einem Café oder Restaurant. „Das entzerrt vieles – und im nächsten Jahr kann man es ja dann wieder anders planen“, schlägt Goldhorn vor. Das ist sicher ein ganz wichtiger Rat, um harmonische Ostern mit Partner oder Familie verbringen zu können. Doch es gibt noch weitere Tipps, die Lifeline für Sie zusammengestellt hat.

Oster-Tipp 1: Im Vorfeld richtig planen

Lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Oster-Zwängen unter Druck setzen. Nehmen Sie sich für die Feiertage nicht zu viel vor. Das beginnt schon bei der Planung der Mahlzeiten. „Es muss kein Fünf-Gänge-Ostermenü sein", sagt die Expertin. Eine gute Alternative ist ein Catering, also einfach eine große Platte für das Abendessen oder den Osterbrunch zu bestellen.

Oster-Tipp 2: Erwartung nicht zu hoch schrauben

Ursache für schlechte Laune, Streitereien und Enttäuschung an den Feiertagen sind häufig übertriebene Erwartungen. Wer meint, dass Ostern ein schönes, harmonisches Familienfest sein muss, an dem sich alle nur liebhaben, kann nur enttäuscht werden. Versuchen Sie, das Fest als normales Beisammensein zu sehen und bedenken Sie: Keiner wird ein anderer Mensch, nur weil wir Ostern feiern.

Oster-Tipp 3: Streitthemen sind tabu

„In jeder Familie gibt es bestimmte Themen, die Verletzung und Streit auslösen“, sagt Psychologin Goldhorn. Das sind beispielsweise das Übergewicht der Tante, Themen mit politischem Zündstoff, Rauchen, Alkohol, Schulprobleme, Schulden oder Arbeitslosigkeit. Machen Sie am besten im Vorfeld schon mit ihren Lieben aus, dass diese Themen auf der Osterparty strikt ausgeklammert werden.

Oster-Tipp 4: Diplomatische Notlügen sind erlaubt

Manche Verwandte verfügen über die Begabung, verhörmäßig nachzufragen und bei schwierigen Themen endlos nachzubohren. Dann darf man ruhig mal diplomatisch sein. Im Sinne der Harmonie ist es erlaubt, ein bisschen zu flunkern. „Man muss dann nicht immer die ganze Wahrheit sagen“, sagt auch die Psychotherapeutin.

Oster-Tipp 5: Perfektion über Bord werfen

Lamm oder Kuchen verbrannt, die Eier zu hart oder ein struppiger Osterstrauß: „Katastrophen“ zum Osterfest gibt es in jeder Familie. Sie gehören einfach dazu und sind kein Grund, jemanden zu beschuldigen und zu Streit anzufangen. Versuchen Sie, darüber zu lachen – das Wichtigste an Ostern sollte doch das Zusammensein bleiben, nicht das missglückte Essen oder das launische Aprilwetter.

Oster-Tipp 6: Entspannungspausen einlegen

Planen Sie die Feiertage nicht strategisch wie einen Feldzug, bei dem sich Termin an Termin reiht. Nehmen Sie sich Zeit für sich, kommen Sie zwischendurch zur Ruhe – etwa für ein Nickerchen mit dem Partner. Oder Sie hören schöne, entspannende Musik oder schauen zusammen mit den Kindern einen lustigen Film an, der Sie in Frühlings- und Osterlaune versetzt.

Oster-Tipp 7: Sich beim Schenken Grenzen setzen

Sicher wird auch in Ihrer Familie immer kritisiert, dass die Kinder viel zu viel geschenkt bekommen. Wenn beispielsweise Sechsjährige einen richtigen Berg Geschenke auspacken müssen und eine Überraschung die nächste jagt, tut das nicht gut. Die Kleinen werden dann überdreht, können sich auf kein Geschenk mehr richtig konzentrieren oder darüber freuen. „Schenken Sie lieber weniger und verwöhnen Sie die Familie dafür mit liebevollen Ritualen“, schlägt die Psychotherapeutin vor. Das können gemeinsame Osterspiele im Freien oder ein ausgedehnter Frühlingsspaziergang. Positiver Nebeneffekt davon: Wer nicht ganz so viele Ostergeschenke besorgen muss, ist entspannter und kann sich mehr auf das Familienfest freuen.

Und wenn Sie sich selber mal an Ihre Kindheit zurückerinnern: Was blieb Ihnen von den zahlreichen Osterfesten im Gedächtnis? Das prall gefüllte Osternest wohl eher nicht, sondern die Suche danach, die fröhlichen Tage mit der Familie und das Gemeinschaftsgefühl.

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