Unbewusst wählen wir die richtige Farbe

Wie Farben wirken

Der Volksmund kennt sich aus: Rot ist die Liebe, Grün die Hoffnung, Blau die Treue, Gelb der Neid und Weiß die Unschuld. Farben drücken Gefühle aus - und regen selbst welche an. Sie wirken auf Körper und Seele, deshalb lassen sich Situationen und Befinden bewusst durch Farben beeinflussen. Aber auch rein intuitiv greifen wir oft zur richtigen Farbe.

Farbige Spulen mit Garn
Farben können ganz unterschiedliche Wirkungen auf unsere Psyche haben.
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"Mit der morgendlichen Kleiderwahl reagieren wir bereits unbewusst auf unsere jeweilige Stimmungen und Bedürfnisse", weiß Ingrid Kraaz von Rohr, Heilpraktikerin und Autorin des Buches "Farbtherapie. Das Basiswissen über Wirkung und Anwendung der Farben." Die Farben, die wir wählen, reflektierten unseren inneren Zustand oder zeigten, welche Farbe nötig sei, um zu Harmonie und Ausgeglichenheit zu gelangen. Eine Beobachtung, die Psychologen in Tests bestätigt fanden.

Farben gleichen mangelnde Energien aus

Farbtherapeuten gehen noch einen Schritt weiter: Da Farben unterschiedliche Wellenlängen besitzen, können sie gezielt eingesetzt werden, um Energiedefizite ausgleichen. Dazu benutzen Mediziner und Heilpraktiker farbiges Licht oder Farbfilter. Doch auch wir selbst greifen offenbar oft unbewusst genau zu der Farbe, deren Energie uns fehlt. Plötzlich entzückt uns eine gelbe Blume, wir kaufen eine grüne Zimmerpflanze, wollen unbedingt rote Tomaten essen.

Werbung nutzt Farbwirkungen

Farben erzeugen Gefühle und Stimmungen. Das machen sich zum Beispiel Werbepsychologen zunutze. Daher sind Tiefkühlverpackungen meist blau, als Zeichen für Frische und Kühle. Boulevardzeitungen arbeiten mit viel Rot. Das macht aufmerksam, steht für Meinungsfreude und eine gewisse Aggressivität. Teure Läden signalisieren durch Schwarz Vornehmheit und Eleganz. Saunen und Day Spas setzen unterschiedliche Farbtöne ein, je nachdem ob es sich um Relax- oder Aktivzonen handelt.

Farben und wie sie wirken

  • Gelb: Die hellste und heiterste unter den Farben steht für gute Laune. Gelb stimuliert das Gehirn, macht wachsam, einen klaren Kopf und stärkt das Nervensystem. Ideal fürs Büro oder Arbeitszimmer.
  • Rot: Die dynamischste, aber auch aggressivste Farbe. Rot steht für Liebe, Leidenschaft und Lebenskraft. Zu viel Rot macht reizbar, erzeugt Stress, auch Wut. Rot kann im Schlafzimmer zu unruhigen Nächten führen. Doch rote Socken wärmen wunderbar.
  • Blau: Eine tiefgründige Farbe, die eine ruhige, entspannte Atmosphäre schafft. Blau ist die Farbe der Intuition und Kommunikation, der Ganzheitlichkeit und Verbundenheit. Bei Schlaflosigkeit kann Blau entspannend wirken.
  • Grün: Gilt als Farbe der Ruhe, Geborgenheit und Hoffnung. Es ist die in der Natur am häufigsten vorkommende Farbe. Erste Hilfe gegen Stress: sich mit Pflanzen umgeben.
  • Orange: Eine Farbe, die aufheitert und aktiviert. Orange regt den Appetit an, fördert Geselligkeit und Zusammenhalt. Daher ist sie in Restaurants so beliebt. Orange hilft auch bei nervöser Erschöpfung.
  • Violett: Steht für Geist und Spiritualität. Violett soll das seelische Gleichgewicht und die Entschlusskraft fördern, kann auch mystisch wirken. Ein zu intensives Violett schafft eine bedrückende, sakrale Stimmung.
  • Türkis: Wirkt kühl und erfrischend. Türkis fördert schöpferische Kreativität, schafft geistige Klarheit und erhöht die sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Gut als Hintergrundfarbe am Computerbildschirm.
  • Braun: Erdet und verströmt Wärme. Braun drückt eine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit aus, bis hin zur Unterdrückung von Gefühlen und Angst vor der Außenwelt. Es steht auch für Anspruchslosigkeit.
  • Weiß: Die Farbe steht für Reinheit, Unschuld und Sauberkeit, aber auch für Spiritualität, Engel und göttliches Prinzip. Reines Weiß wirkt oft hart und kalt, günstiger ist gebrochenes Weiß.
  • Schwarz: Wirkt distanziert und schwer, vermittelt Seriosität, auch Würde und Eleganz. Als Trauerfarbe kann sie auch schwermütig machen.
  • Gold: Wird mit Sonne und Reichtum in Verbindung gebracht. Gold gibt Kraft und Inspiration. Es hilft gegen Angst, Unsicherheit und Gleichgültigkeit.
  • Silber: Die Farbe harmonisiert und wirkt reinigend, öffnet für mediale Fähigkeiten. Zu viel Silber soll Redseligkeit und Unwahrheiten fördern.

Der erste Eindruck zählt. Das sagt Ihre Kleidung über Sie aus:

  • Rot Einige Tupfer können die eigene Stimmung verbessern. Zu viel Rot weist allerdings auf mangelnde Lebenskraft hin. Frauen sollen rote Kleidung im Job vermeiden; es lässt sie sehr weiblich wirken und lenkt Männer von ihrer Fachkompetenz ab.
  • Blau Ein helles Blau beruhigt andere. Das ist bei Streitgesprächen gut. Ein dunkles Blau signalisiert Seriosität. Daher ist es im Geschäftsleben so beliebt. Doch neben Beständigkeit kann ein dunkelblaues Outfit auch Verletzlichkeit andeuten sowie Unnahbarkeit und Kühle ausstrahlen.
  • Türkis Ein türkises Hemd oder eine Bluse lassen einen frisch und munter aussehen. Die Farbe signalisiert Klarheit und Kreativität. Ein türkises Halstuch beispielsweise soll bei Vorträgen die Sprachkompetenz stärken.
  • Rosa Als zarte Farbe betont sie das Bedürfnis nach Mitgefühl und Sanftmut. Allerdings wirkt Rosa auch leicht etwas kitschig und klebrig-süß. Als Lieblingsfarbe vieler kleiner Mädchen ist sie Frauen nur bedingt zu empfehlen.
  • Gelb Assoziiert ein heiteres, offenes Wesen. Gelb drückt laut Farbexperten Willen und Persönlichkeit aus. Zu viel deutet allerdings darauf hin, dass Leistung und Anerkennung überbewertet werden.
  • Grün Wer Grün trägt, vermittelt Beständigkeit und den Wunsch nach Harmonie. Grün deutet auf Selbstvertrauen und Unabhängigkeit. Wer das nicht so offenkundig nach außen tragen will, kann laut Farbtherapeuten auch einfach ein grünes Unterhemd tragen.
  • Schwarz Schwarze Kleidung soll einen schlanker aussehen lassen. Das schätzen gerade Frauen. Zu viel Schwarz kann einen allerdings in der Tat einer düsteren Eindruck vermitteln. Nicht umsonst steht es im Punk für Chaos und Zerstörung.
Die größten Geheimnisse unseres Körpers

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Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2017
Quellen: Nach Informationen von Ingrid Kraaz von Rohr, Farbtherapie, München und dem Magazin Balance

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