Vorsicht, Infektionsgefahr

Fellatio und Cunnilingus: Oralsex sicher genießen

Blow-Job, Blasen, Flöte spielen, Lecken oder es französisch machen: Für Oralsex gibt es eine ganze Reihe von Umschreibungen. Den Penis oder die Vulva mit Lippen, Zunge und Zähnen zu stimulieren, ist eine der beliebtesten Sexpraktiken. Wie es richtig geht und wie Sie Risiken vermeiden.

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Oralverkehr rangiert bei den sexuellen Vorlieben von Männern und Frauen ganz oben – zumindest, was die passive Rolle betrifft.
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Oralverkehr steht laut Umfragen meist an erster Stelle der sexuellen Fantasien. Auch bei den Frauen rangiert der Oralsex ganz oben: 96 Prozent von 1.000 Studentinnen in einem amerikanischen College sagten, sie würden die Stimulation durch den Mund mehr genießen als Geschlechtsverkehr.

Je nachdem, ob sich dabei die Frau mit dem Mund verwöhnen lässt oder der Mann, heißt dieses Sexualpraktik korrekterweise

  • Cunnilingus, wenn die Vulva, also Scheide, Schamlippen und Klitoris mit Zunge und Lippen stimuliert werden
  • Fellatio, wenn der Penis mit dem Mund befriedigt wird.

Viel Paare nutzen Oralverkehr zum Einstieg in das Liebesspiel. Wenn beide dadurch richtig erregt sind, wechseln sie zum Koitus.

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Fellatio: Männer genießen die totale Hingabe an ihre Partnerin

Für 80 Prozent der Männer ist die Fellatio laut Umfragen die aufregendste Stimulanz: Sie genießen die totale Hingabe an ihre Partnerin. Sie dabei anzuschauen, wie sie mit ihrem Mund am Penis spielt, ist für die meisten Männer sehr erregend. Sie genießen es, wenn die Frau den Penisschaft mit der Hand festhält, die Vorhaut leicht zurückzieht und die Eichel sanft mit der Zunge umkreist. Absoluter Horror ist es für den Mann jedoch, wenn die Partnerin die Vorhaut zurückzerrt, den Penis zu fest anpackt, saugt oder gar mit den Zähnen knabbert.

Aufgrund des eigenen Gefallens an der Fellatio, sind ebensoviele Männer bereit eine Frau oral zu befriedigen und geben an, dabei selbst Lust zu verspüren.

Cunnilingus: Frauen lassen sich lieber verwöhnen

Für die meisten Frauen ist oraler Sex der Gipfel der Intimität: 96 Prozent aller Frauen mögen Oralvekehr, 84 Prozent von ihnen können nur so zum Orgasmus kommen, belegt die Studie weiter. Besonders schön ist es für sie, wenn der Partner sanft mit Lippen und Zunge über ihre Schamlippen und Klitoris streicht. Fast alle Frauen mögen am Anfang leichte, indirekte, kreisende oder umhüllende Berührungen. Steigt die Erregung, dürfen auch Tempo und Druck ein bisschen stärker werden. Wenn der Partner zu lange nur eine Stelle bearbeitet, wird das schnell unangenehm und führt zu Überreizung.

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Mit Oralsex Jungfrau bleiben

Unter den befragten Frauen zeigte sich noch ein völlig anderer Grund für den Gefallen am Oralsex, der für die männlichen Teilnehmer irrelevant war: In vielen Kulturkreisen, wie auch dem der Studienteilnehmer aus den USA, wird noch gewünscht, dass die Braut als Jungfrau in die Ehe geht – und beim Oralsex ist das Jungfernhäutchen (Hymen) nicht gefährdet. Zusätzlich muss bei Fellatio und Cunnilingus nicht verhütet werden – zumindest nicht gegen Schwangerschaft, wohl aber gegen sexuell übertragbare Krankheiten. Dennoch ein weiterer Pluspunkt für Paare, die Pille oder Kondom nicht anwenden möchten.

Frauen stehen der Fellatio nicht ganz so aufgeschlossen gegenüber wie Männer dem Cunnilingus. Die meisten tun es zwar dem Mann zuliebe, wie Umfragen zeigen, allerdings nur 30 Prozent besonders gerne.

Techniken und Stellungen beim Oralverkehr

Einige weitere verschiedene Techniken beim Oralsex sind folgende:

  • sanft Vulva oder Penis und Hoden küssen sowie daran saugen

  • mit der Zunge massieren – vor allem Klitoris beziehungsweise Eichel

  • den Penis in den Mund nehmen und ihn hinaus- und hineingleiten lassen

  • wenn der Partner das mag, kann ein zarter und dosierter Einsatz der Zähne besonders reizvoll sein

  • Hände zusätzlich benutzen – auch wenn es um Oralsex geht, gehört Handarbeit dazu. So kann er etwa ihre Schamlippen spreizen oder die Klitoris etwas drücken, sie macht um die Peniswurzel einen festen Ring aus Daumen und Zeigefinder und bewegt diesen am Penis hinauf und hinab, während das Glied in den Mund gleitet

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Beim Oralsex liegt der Partner, der mit dem Mund verwöhnt wird, vor dem anderen. Eine beliebte Stellung ist auch beim Sitzen, während sie vor ihm kniet oder jedoch die "69". Das Zahlenpaar symbolisiert dabei die ineinander zugewandte Position der beiden Geschlechtspartner beim Sex. Diese Stellung ermöglicht, dass beide sich zur gleichen Zeit gegenseitig oral befriedigen können.

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Vorsicht, Infektionsgefahr: Tipps für sicheren Oralsex

Das AIDS-Virus HIV kann auch durch Oralsex übertragen werden. Gerade in frischen Beziehungen sollten sich die Partner deshalb immer ein Kondom überstülpen. Auch Pilzinfektionen, Hepatitis B und Herpes können während des Cunnilingus und der Fellatio überspringen. Solange die Infektion anhält, ist es also ratsam, auch auf Oralsex zu verzichten.

Die Hygiene ist beim Oralsex äußerst wichtig, doch sollten die Partner auf Intim-Deos oder stark duftende Seifen verzichten. Riecht oder schmeckt es nach ausgiebiger Dusche immer noch unangenehm, kann das ein Hinweis auf eine vaginale Entzündung oder Pilzinfektion sein. In diesem Fall empfiehlt sich ein Arztbesuch.

Sperma zu schlucken ist ungefährlich – soweit der Mann nicht mit HIV, Hepatitis B oder anderen Erkrankungen infiziert ist, die durch Körperflüssigkeiten übertragen werden. Der Geschmack des Ejakulats ist vielen Frauen und Männern unangenehm. Nahrungsmittel wie Melone, Kiwi, Ananas oder Stangensellerie können dem Samen jedoch einen süßeren Geschmack geben.

Blasend sollten die Partner sich nicht stimulieren – selbst wenn der Volksmund dies nahe legt. Tatsächliches Blasen ist nicht nur für Mann und Frau unangenehm – Luft in der Vagina kann sogar zu schmerzhaften Infektionen führen.

Oral genießen ohne Risiko und Angst

Oralverkehr ist im Vergleich zum Anal oder Vaginalverkehr tatsächlich risikoärmer – ihn als sicherer zu bezeichnen, wäre jedoch übertrieben: Da die Mundschleimhaut im Vergleich zur den Schleimhäuten des Geschlechtsapparats aufgrund seiner Struktur widerstandsfähiger ist, hat das HI-Virus weniger Chancen, in der Körper einzudringen. Zusätzlich werden Krankheitserreger durch den Speichel in ihrer Konzentration verdünnt (die Virenlast ist ein erheblicher Faktor bei der Gefahr einer HIV-Übertragung) oder unmittelbar auf der Schleimhaut einfach davon abgewaschen.

Das Risiko einer HIV-Infkektion erhöht sich deutlich, wenn beim Oralsex Sperma oder Menstruationsblut in den Mund der Partnerin oder des Partners gelangt, im direkten Vergleich zum ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr fällt die Gefahr aber deutlich geringer aus. Bei Aufnahme von Scheidenflüssigkeit ohne Blut ist das Risiko noch einmal reduziert, da die Viruskonzentration für eine Ansteckung in der Regel nicht ausreicht. Auch bei Aufnahme des "Lusttropfens" ist das HIV-Risiko äußerst gering. Wird das Sperma geschluckt, werden die Krankheitserreger im Verdauungstrakt unschädlich gemacht.

Kondome und Oral-Safe-Folie geben Aids keine Chance

Oralsex ist also Vertrauenssache, beide Partner sollten keine der genannten Krankheiten haben und das bestenfalls mit einem aktuellen Test abgesichtert haben. Ist das nicht gewiss, schützen das Kondom oder das Oral-Safe-Tuch, eine Art Folie, die über die Vulva gelegt werden kann und ähnlich wie ein Kondom schützt. Ist diese nicht verfügbar, kann ein aufgeschnittenes Kondom ersatzweise Verwendung finden. Selbst Frischhaltefolie eignet sich für diesen Zweck, ist aber deutlich dicker als das Material für Kondome und weniger sensitiv.

Fakten über Oralsex

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Letzte Aktualisierung: 25. Juli 2017
Durch: ag / sw

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