Unerfüllter Kinderwunsch

Samenspende

Männer können eine Samenspende bei einer Samenbank abgeben und damit Paaren helfen, bei denen der Mann unfruchtbar ist. Der Spendersamen muss allerdings hohe Anforderungen erfüllen.

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Eine Samenspende kann Kinderwünsche erfüllen
Getty Images/iStockphoto

Manche Paare können aus unterschiedlichen Gründen auf natürlichem Wege kein Kind zeugen. Ein Grund liegt zum Beispiel darin, dass der Mann unfruchtbar ist. Wünschen sich die Partner trotzdem ein Kind, können sie auf eine Samenspende zurückgreifen.

Der Samen eines freiwilligen Spenders wird dabei durch eine künstliche Befruchtung in den Genitaltrakt der Frau übertragen. Mediziner sprechen bei diesem Verfahren von einer donogenen Samenübertragung (Insemination). Der Begriff „donogen“ beschreibt den Umstand, dass der Samen eines Spenders für die Befruchtung verwendet wird.

Grundsätzlich kann jeder volljährige Mann, der jünger als 40 Jahre ist, sich als Samenspender zur Verfügung stellen. Allerdings muss der Spender verschiedene Voraussetzungen erfüllen, damit er eine Samenspende in einer Samenbank abgeben darf.

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Lifeline/Wochit

Vor der Samenspende erfolgt ein Gesundheitscheck

Vor der Samenspende findet zunächst ein Gespräch zwischen Arzt und Samenspender statt. Der Arzt informiert den Spender über medizinische und rechtliche Bedingungen. Außerdem befragt er ihn umfassend zu seinem Gesundheitszustand, denn der Samenspender muss gesund sein. Ist er zum Beispiel von chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Epilepsie oder Rheuma betroffen, darf seine Samenspende nicht verwendet werden. Das Gleiche gilt, wenn er regelmäßig Medikamente einnimmt oder erbliche bedingte Erkrankungen aufweist.

Im nächsten Schritt gibt der Spender eine erste Samenprobe ab. Diese wird überprüft und nach bestimmten Eignungskriterien bewertet. Außerdem entnimmt der Arzt dem Samenspender Blut, um Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Hepatitis B und C sowie HIV und Gonorrhö auszuschließen.

Ist der Spender gesund, frieren die Mediziner die Samenprobe mithilfe eines bestimmten Verfahrens (sog. Krykokonservierung) ein und lagern sie in einer Samenbank. Nach einem halben Jahr muss der Samenspender sich einem erneuten Gesundheitscheck unterziehen. Der Grund: Manche Erkrankungen brechen erst mehrere Monate nach dem Kontakt mit einem Krankheitserreger aus. Der Erreger lässt sich bis dahin im Blut nicht nachweisen. Bleibt auch diese Kontrolle ohne Befund, wird die Samenspende für eine künstliche Befruchtung freigegeben.  

Der Samenspender bleibt nicht unbedingt anonym

Der Samenspender erhält von der Samenbank keine Informationen über die Paare, denen er seinen Samen zur Verfügung stellt. Sie bleiben also unbekannt. Gleiches gilt für das Kind, dass er „indirekt“ zeugt: Selbst auf Nachfrage des Samenspenders geben die Betreiber einer Samenbank keine Informationen über das mit seinem Samen gezeugte Kind heraus. Das bedeutet auch, dass der Samenspender gegenüber den Eltern keine Ansprüche geltend machen kann.

Umgekehrt erhalten die gesetzlichen Eltern ihrerseits keine Daten über den Samenspender. Allerdings darf das Kind, sobald es volljährig ist, Einsicht über die Person des Samenspenders verlangen. Denn rechtlich steht jedem Mensch zu, seinen biologischen Vater zu kennen. Die Anonymität des Spenders ist dadurch nicht gewährleistet.

In Deutschland sind in Bezug auf die Samenspende noch einige rechtliche Fragen ungeklärt. Beispielsweise sind mögliche Unterhalts- und Vermögensansprüche des Kindes an den Vater rein gesetzlich noch nicht ganz ausgeschlossen. Hierfür müssen eigene Verträge geschlossen werden. Darüber hinaus ist die Übertragung des Spendersamens bei alleinstehenden Frauen und lesbischen Paaren noch nicht ausreichend geregelt.

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