Fruchtbarkeit

Wie die Ernährung die Fruchtbarkeit beeinflusst

Ernährung und Fruchtbarkeit hängen eng miteinander zusammen. Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, unterstützt den reibungslosen Ablauf aller Körperfunktionen. Das hält auch die Fortpflanzungsorgane fit und schafft die besten Voraussetzungen für die Entstehung und den Erhalt einer Schwangerschaft.

Wie die Ernährung die Fruchtbarkeit beeinflusst
Vitamine haben einen großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Eine zentrale Rolle bei der Ernährung spielen Vitamine und Mineralstoffe. Sie haben einen großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit, weil sie unter anderem an der Bildung der Sexualhormone beteiligt sind.

Vitamine verbessern die Fruchtbarkeit der Frau

Der Körper der Frau benötigt besonders Vitamine aus der B-Gruppe, um die Hormone FSH, Östrogen und Progesteron zu produzieren. Die genannten Hormone spielen bei der Entwicklung der Eizelle eine große Rolle. Progesteron ist zum Beispiel an der Bildung der Gebärmutterschleimhaut maßgeblich beteiligt, in die sich die befruchtete Eizelle für eine Schwangerschaft einnistet.

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Lifeline/Wochit

Um mit der Ernährung die Fruchtbarkeit günstig zu beeinflussen, ist es deshalb ratsam, mit der Nahrung besonders folgende B-Vitamine zu sich nehmen:

  • Vitamin B3 (Niacin)
  • Vitamin B5 (Pantothensäure)
  • Vitamin B6
  • Folsäure

Folsäure sollten Sie dabei idealerweise bereits drei Monate vor Beginn der Schwangerschaft einnehmen. Dadurch schützen Sie Ihr zukünftiges Kind vor Missbildungen, wie zum Beispiel dem offenen Rücken (Spina bifida).

Neben den B-Vitaminen spielen bei der Wecheselwirkung zwischen Ernährung und Fruchtbarkeit auch andere Vitamine eine große Rolle. Zu diesen zählen die Vitamine C und E sowie das Beta-Carotin. Auch sie wirken bei der Reifung und der Einnistung der Eizelle mit. Herrscht zum Beispiel ein Vitamin E-Mangel, kann eine befruchtete Eizelle sich nicht in der Gebärmutterschleimhaut einpflanzen.

Kein Testosteron ohne Vitamine

Aber auch Männer können mit der richtigen Ernährung etwas für ihre Fruchtbarkeit tun. Für die Reifung der Samenzellen benötigt der Körper beispielsweise das Hormon Testosteron. Damit die männlichen Hoden Testosteron produzieren können, brauchen auch sie genügend Vitamine und Mineralstoffe. Neben den Vitaminen C und E sind Beta-Carotin, Folsäure und Vitamin B12 für die Testosteronproduktion besonders wichtig. Darüber hinaus steigert eine ausreichende Versorgung mit den Mineralstoffen Selen und Zink die Fähigkeit der Samenzellen, die Eizelle der Frau zu befruchten.

Vollwerternährung: Die besten Zutaten für die Fruchtbarkeit

Um durch eine ausgewogene Ernährung die besten Voraussetzungen für eine gute Fruchtbarkeit zu schaffen, bietet sich aus Sicht der Naturheilkunde die Vollwerternährung an. Dieses Ernährungskonzept bevorzugt besonders pflanzliche Lebensmittel, die möglichst frisch und natürlich sind. Solche Lebensmittel versorgen den Körper optimal mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen.

Wer sich vollwertig und gesund ernähren möchte, dem können folgende Empfehlungen als Orientierungshilfe dienen:

  • Nehmen Sie ein Drittel Ihrer Nahrung in Form von Frischkost wie Obst, Salat und Nüssen zu sich.
  • Reduzieren Sie tierische Lebensmittel: Essen Sie nicht mehr als zweimal pro Woche Fleisch. Dafür darf mindestens an zwei Wochentagen Fisch auf Ihrem Speiseplan stehen.
  • Ersetzen Sie Weißmehlprodukte durch Lebensmittel, die mit Vollkorn hergestellt wurden. Verzehren Sie also lieber beim Frühstück ein Vollkornbrot als ein weißes Brötchen.
  • Trinken Sie ausreichend. Empfehlenswert sind besonders stilles Wasser und Kräutertee. Trinken Sie nicht mehr als zwei Tassen Kaffee beziehungsweise schwarzen Tee.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Eiweißzufuhr. Decken Sie dabei zwei Drittel Ihres Eiweißbedarfs durch pflanzliche Lebensmittel und Getreideprodukte ab. Den Rest liefern Eier, Milchprodukte, Nüsse und Fleisch.

Die Ernährung nimmt jedoch nicht nur einen direkten Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Auch indirekt trägt eine gesunde Ernährung dazu bei, einen bestehenden Kinderwunsch wahr werden zu lassen. Denn wer sich ausgewogen und vollwertig ernährt, verhindert gleichzeitig, dass der Körper zu viel Fett anlegt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden.

Zu viel Körperfett kann die Fruchtbarkeit verringern

Im Gegensatz dazu kann Übergewicht die Fruchtbarkeit verschlechtern. Beispielsweise neigen übergewichtige Frauen häufiger zu Zyklusstörungen, die mit einer geringeren Chance für eine Schwangerschaft einhergehen. Männer mit Übergewicht weisen eine deutlich schlechtere Spermienqualität auf. Ihre Samenzelle sind weniger in der Lage, eine Eizelle zu befruchten.

Aber auch zu wenig Gewicht wirkt sich unter Umständen ungünstig auf die Fruchtbarkeit aus. So ist beispielsweise bei magersüchtigen Frauen das Untergewicht verantwortlich für das Ausbleiben des Eisprungs.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sowohl Über- als auch Untergewicht zu vermeiden. Dabei spielt der Anteil des Körperfetts am gesamten Körpergewicht eine besonderte Rolle. Bei Frauen gelten zum Beispiel 29 Prozent Körperfettanteil als idealer Wert in Bezug auf die Fruchtbarkeit.

Verzichten Sie auf Nikotin

Wer sich ein Kind wünscht, der sollte auf Nikotin ganz verzichten. Zigaretten bringen den Hormonhaushalt durcheinander und wirken sich dadurch negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Das Gleiche gilt auch für übermäßigen Alkoholkonsum. Zwei Gläschen Wein oder Bier pro Woche sind dabei aber völlig in Ordnung. Mehr sollten es allerdings nicht sein.

Autor:
Letzte Aktualisierung:08. September 2010
Letzte Änderung durch: Dirk Eichenlaub

Quellen: F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006 Sautter, Dr. med. T.: Wirksame Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch. Thieme, Stuttgart 2000 Teut, M. et al.: Das Kinderwunsch-Buch. Essen, KVC, 2008

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