Fruchtbarkeit

Zervixschleim – Natürliche Barriere in der Gebärmutter

Der Zervixschleim wird im Gebärmutterhals gebildet. Er dient als Barriere für Spermien auf ihrem Weg zu Eizelle. Nur an bestimmten Zyklustagen können die Spermien den Zervixschleim durchdringen.

Zervixschleim – Natürliche Barriere in der Gebärmutter
Anhand des Zervixschleims können die fruchtbaren Tage bestimmt werden.
© istock.com/YakobchukOlena

Der Zervixschleim ist ein Sekret, das von den Schleimdrüsen des Gebärmutterhalses (Zervix) abgesondert wird. Er besteht zum größten Teil aus Wasser und enthält unter anderem Schleimstoffe (Muzin). Der Zervixschleim verhindert das Eindringen von Keimen in die Gebärmutter. Gleichzeitig dient er als natürliche Barriere für Spermien. Sie können nur an den fruchtbaren Tagen den Schleim durchdringen.

Der Zervixschleim verändert sich sowohl in seiner Beschaffenheit als auch in seiner Menge während des weiblichen Zyklus. Zu Beginn des Zyklus produzieren die Drüsen des Gebärmutterhalses nur wenig Schleim. Deshalb bleibt die Scheide in dieser Zeit eher trocken. In der ersten Zyklushälfte steigt der Östrogenspiegel immer mehr an. Das leitet die Zervixschleimproduktion ein. Außerdem verändert sich das Muster des Zervixschleims: Zunächst ist der Schleim dickflüssig, zäh und flüssig. Im weiteren Verlauf wird er immer klarer, elastischer und glasiger.

Zervixschleim: So erkennen Sie Ihre fruchtbaren Tage

Während des Eisprungs wird der Zervixschleim wässrig

Ungefähr zum Zeitpunkt des Eisprungs ist der Zervixschleim dann besonders wässrig. Er lässt sich nun mit zwei Fingern zu Fäden „spinnen“, die man bis zu 15 Zentimeter auseinanderziehen kann. In dieser Beschaffenheit ist der Zervixschleim besonders durchlässig. Spermien können jetzt das Sekret gut durchdringen und bis zur Eizelle wandern, um sie zu befruchten. Der Zervixschleim dient den Spermien gleichzeitig als Schutzmantel vor dem sauren Umfeld der Scheide. Dadurch bleiben die Samenzellen des Mannes tagelang befruchtungsfähig.

In der zweiten Zyklushälfte nimmt die Menge des Zervixschleims wieder ab. Er wird klumpig und nimmt eine weißliche Farbe an. Spermien können nun nicht mehr durch den Zervixschleim dringen. Der Schleim bildet außerdem einen Pfropfen am Eingang des Gebärmutterhalses. Das zähe Schleimgebilde verhindert, dass Krankheitserreger in die Gebärmutter gelangen.

Viel trinken macht den Zervixschleim durchlässiger

Die Qualität des Zervixschleims lässt sich übrigens positiv beeinflussen. Das ist vor allem für Frauen interessant, die sich ein Kind wünschen. Dabei spielen sowohl das Trinkverhalten als auch die Art der Ernährung eine Rolle. So ist es zum Beispiel empfehlenswert, in der ersten Zyklushälfte viel Wasser und Kräutertees zu trinken. Denn je besser der Zervixschleim mit Flüssigkeit versorgt wird, um so elastischer ist der Schleim während der fruchtbaren Tage. Die Spermien können leichter durch den  Zervixschleim wandern.

Darüber hinaus wirkt sich eine säurearme und basenreiche Ernährung günstig auf die Gebärmutterhalsschleimhaut aus. Wer also schwanger werden möchte, der sollte viel Obst und Gemüse essen und auf Fleisch, Milchprodukte, Alkohol und Kaffee weitestgehend verzichten. Eine solche Ernährung erhöht die  Qualität des Zervixschleims und verbessert die Lebensbedingungen für die Samenzellen während ihrer Wanderung zur Eizelle.

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Neben der Ernährung können auch Medikamente die Beschaffenheit und Menge des Zervixschleims ändern. Positiv wirken sich beispielsweise Hustenmittel mit dem Wirkstoffen Guaifenesin oder Acetylcystein aus. Gleiches gilt für Jodpräparate. Sie verbessern die Qualität des Zervixschleims. Aus diesem Grund setzen Mediziner diese Arzneimittel in der Fruchtbarkeitsbehandlung ein. Es gibt aber auch Medikamente, die den Zervixschleim negativ beeinflussen. Zu diesen zählen Antihistamine, die zum Beispiel gegen Heuschnupfen wirken. Sie trocknen den Zervixschleim aus.

Begutachtung des Schleims hilft bei der Familienplanung

Eine Methode der natürlichen Familienplanung ist die Zervixschleimmethode (Billingsmethode). Denn wer den Zervixschleim regelmäßig begutachtet, erhält Informationen über den Zyklusverlauf. So ist etwa nur an den fruchtbaren Tage der flüssige Schleim am Scheidenausgang vorhanden. Das Sekret sieht fast so aus wie rohes Eiweiß. Es lässt sich zum Beispiel auf der Toilette auf Toilettenpapier oder zwischen zwei Fingern „spinnen“ und beurteilen. Mithilfe der Zervixschleimmethode lässt sich also der Zeitpunkt der fruchtbaren Tage bestimmten.

Umgekehrt kann man die Zervixschleimmethode auch als Verhütungsmethode anwenden. Allerdings raten Experten davon ab, die Billingsmethode als alleiniges Mittel einzusetzen, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Alternativen zu dieser Methode stellen die Messung der Basaltemperatur und die symptothermale Methode dar.

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