Verhaltenstipps für das Leben mit Vierbeinern

Kind und Hund: 20 Regeln fürs Miteinander

Familienhund und kleine Kinder können eine explosive Mischung sein, gerade im Sommer. Die Kinder toben und schreien ohne Rücksicht auf Verluste. Schnappt der Hund zu, ist der Schreck groß und das Tier landet nicht selten den Kindern zuliebe im Tierheim. 20 Verhaltenstipps, damit es gar nicht erst so weit kommt.

Hand streichelt Hund
Gegenseitiger Respekt ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Hund-Kind-Beziehung klappt.
© iStock.com/Temelko Temelkov

Hunde bereichern eine Familie und können in vielen Fällen sogar zum vollwertigen Mitglied „aufsteigen“. Kinder lernen mit Haustieren außerdem, Verantwortung zu übernehmen. Das Zusammenleben klappt allerdings nur, wenn Sie Ihren Kindern möglichst früh einen vernünftigen Umgang mit dem Tier beibringen – und den gegenseitigen Respekt selbst vorleben.

Kinder werden häufig Opfer von Hundebissen

Andernfalls kann es zu ernsten Verletzungen kommen: Bis zu 50.000 Hundebisse werden jedes Jahr ärztlich behandelt. Ein Drittel der Opfer sind Kinder, berichten „Kinderärzte im Netz“. Besonders häufig sind demnach Bissverletzungen am Kopf und Nacken.

Um dem vorzubeugen, müssen Kinder schon ab der frühen Kindheit lernen, dass Hunde keine Kuscheltiere sind, nicht pausenlos als Spielkamerad zur Verfügung stehen, weil sie einen eigenen Willen sowie Persönlichkeit haben.

Doch es gibt noch viele weitere Ratschläge, die es zu beherzigen gilt, damit Kind und Hund dicke Freunde werden. Lifeline hat 20 Tipps fürs Leben mit den Vierbeinern zusammengestellt:

  1. Kinder wie Erwachsene sollten sich darüber im Klaren sein: Jeder Hund hat einen individuellen Charakter, die Rasse sagt nur bedingt etwas über das Verhalten aus, gerade in Stresssituationen. Das gilt selbst dann, wenn der Besitzer versichert, „der beißt nicht“ oder sei kinderlieb. Denn irgendwann ist bekanntlich immer das erste Mal.   

  2. Fremde Hunde, die zum Beispiel vor dem Supermarkt angebunden sind, niemals ohne Erlaubnis des Besitzers streicheln. Generell sollten sich Kinder in Acht nehmen, wenn ein Hund ohne Leine oder Besitzer unterwegs ist.

  3. Wenn ein streunender Hund aggressive Signale aussendet, zum Beispiel die Zähne fletscht oder knurrt, sollte das Kind, genau wie Erwachsene, stehen bleiben und auf keinen Fall schreien oder mit den Armen rudern.

  4. Niemals sollte Ihr Kind oder sollten Sie durch einen Zaun oder ein Autofenster greifen, um einen Hund zu streicheln.

  5. Grundsätzlich immer von vorn auf Hunde zugehen. Dabei die Hände unten lassen und, falls Sie gerade etwas halten, den Gegenstand zeigen.

  6. Hunde, die bellen, beißen nicht?  Dieser bekannte Spruch ist Unfug. Hunde warnen meist deutlich vor, bevor sie zubeißen.

  7. Hunden niemals direkt in die Augen sehen. Das ist eines der größten Missverständnisse zwischen Menschen und ihren Vierbeinern: Von uns nett gemeint, werten Hunde Anstarren und direkten Blickkontakt als aggressiv.

  8. Niemals dazwischengehen, wenn zwei Hunde kämpfen. Diese wichtige Verhaltensregel sollten Sie selbst beherzigen und frühzeitig Ihrem Kind beibringen, denn gerade dabei wird oft zugeschnappt - woran soll ein Hund denn im Getümmel noch erkennen, um wen es sich hierbei handelt?  

  9. Weckt zum Beispiel der Ball Ihres Kindes das Interesse von einem Hund, sollte das Kind das Spielzeug liegenlassen.  

  10. Kinder dürfen Hunde nicht ärgern, indem sie sie zum Beispiel am Schwanz ziehen oder in die Flanke pieken. Tabuzonen für Kinderhände sollten zudem Schnauze, Ohren und Nase des Hundes sein. Den Vierbeiner an diesen sensiblen Stellen zu berühren, kann ihn leicht reizen.

  11. Versuchen Sie niemals, einem Hund Essen aus der Schnauze zu entreißen.

  12. Zudem sollten Sie Ihren Hund nicht aufwecken oder anderweitig erschrecken.

  13. Amerikanische Kinderärzte raten, sich keinen Hund anzuschaffen, wenn ein Kind unter vier Jahren im selben Haus lebt.

  14. Ist der Hund schon da und ein Baby unterwegs, bringen Sie dem Hund schon in der Schwangerschaft bei, dass er nicht mehr in das Kinderzimmer laufen darf und das Spielzeug des Babys für ihn verboten ist.

  15. Umgekehrt müssen schon Kleinstkinder verstehen lernen, dass manche Gegenstände wie Hundenapf und -spielzeug nur für den Hund gedacht sind.

  16. Im Ernstfall: Wenn ein Hund zuschnappt, lieber nicht Arm oder Bein wehziehen. Das würde den Hund nur bestärken und die vermeintliche Beute attraktiver machen.

  17. Ähnliches gilt für das Weglaufen: Rennt das Kind in Panik davon, weckt das den Jagdtrieb des Hundes.

  18. Wenn das Kind vor einem bissigen Hund hinfällt, lieber flach auf dem Bauch liegen bleiben und sich totstellen.

  19. Allerdings sind es in den seltensten Fällen fremde Hunde, die beißen. 98 Prozent der Schnapper sind den Kindern bekannt, gut die Hälfte sogar das eigene Haustier. Umso wichtiger ist es, dass ihr Nachwuchs nicht leichtsinnig wird, weil er glaubt, den Familienhund zu kennen.

  20. Am häufigsten beißen übrigens junge, untrainierte Hunde. Investieren Sie daher zur Sicherheit und für die Gesundheit Ihrer Kinder in eine Hundeausbildung.

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