Gedrückte Stimmung an dunklen Tagen

Winterblues – Mythos oder Realität?

Vor wenigen Jahrzehnten war die Wortschöpfung „Winterblues“ noch unbekannt. Selbstverständlich haben die Menschen auch schon damals unter den langen dunklen Tagen und dem dadurch veränderten Hormonhaushalt gelitten. Das Motto war aber eher „durchhalten – der nächste Frühling kommt bestimmt“.

Winterblues
Im Winter sind die Tage kürzer – das kann schnell auf's Gemüt schlagen.
© unsplash.com/Tim Gouw

Heute sieht man das differenzierter. Und sucht nach Hilfen. Das ist vor allem dann notwendig, wenn die Symptome sehr ausgeprägt sind. Dann spricht man in der Fachwelt von einer „saisonal abhängigen Depression“, SAD abgekürzt. Was sind die wirklichen Ursachen für eine gedrückte Stimmung während der dunklen Jahreszeit und was kann man dagegen tun?

Der Grund: Die innere Uhr geht im Winter ungenau

Obwohl im Winter ja statt Sommerzeit die normale Zeit wieder gilt (vielleicht demnächst auch wieder das ganze Jahr, da die Sommerzeit in Europa zur Disposition steht), hilft das dem Körper wenig. Tatsache ist, dass genügend Licht benötigt wird, damit die Hormone, die den Tagesrhythmus steuern, im richtigen Verhältnis gebildet werden können. Im Gegensatz zu den äquatornahen Gebieten mit allzeit genügend Licht für eine unproblematische Steuerung, wird das System bei ausgeprägten Jahreszeiten wie hier in Deutschland überfordert. Die von der Zirbeldrüse gebildeten Hormone wie Serotonin und Melatonin kommen im Verhältnis durcheinander. Eine tagsüber verminderte Serotoninproduktion sorgt für schlechte Stimmung, ein erhöhter Melantoninspiegel dagegen für verstärktes Schlafbedürfnis. Beides fördert verständlicherweise die im Winter zu beobachtende depressive Symptomatik.

Leistungsdruck macht Natur Strich durch die Rechnung

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Winterblues trotz der hormonellen Ursache aber ein Tribut der modernen Leistungsgesellschaft ist. Denn eigentlich ist die veränderte Hormonsituation im Winter von der Natur sogar erwünscht. Das Herunterfahren der Lust auf Aktivitäten in Verbindung mit erhöhter Schlafdauer macht biologisch Sinn. Der Organismus kann sich erholen und Kraft für das neue Jahr sammeln. Die Flora schaltet kältebedingt quasi ganz auf Sparflamme und auch viele Tiere gehen in den Winterschlaf. Der moderne Mensch hat es aber geschafft, sich aus diesem Naturrhythmus auszuklinken. Auch im Winter gelten die gleichen Leistungsanforderungen mit den gleichen Terminen und dem gleichen Stress wie im Sommer. Damit arbeitet der Organismus eigentlich gegen seine eigene biologische Steuerung. Ist es da ein Wunder, dass sich viele Menschen gerade im Winter völlig überfordert fühlen und Stress und Frust doppelt negativ fühlen.

Was also tun gegen Winterblues?

Zum Glück gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, um der schlechten Stimmung im Winter ein Schnippchen zu schlagen. Da es sich vor allem um eine Reaktion auf mangelndes Tageslicht handelt, gibt es inzwischen Lampen, die das notwendige blaue Licht nachahmen. Diese Lichtduschen mit Tageslichtlampen (ca. 2.500-10.000 Lux) können Besserung bringen, wenn sie täglich mindestens 30 min am Morgen durchgeführt werden. Sie wirken vor allem über die Netzhaut der Augen und beeinflussen damit die inneren Rhythmen und so die Hormonproduktion des Menschen. Wie bei allen gesundheitlichen Problemen wirkt Bewegung auch gegen den Winterblues Wunder. Die körperliche Aktivität verbessert zum einen die Leistungsfähigkeit und zum anderen beeinflusst sie die Stimmung positiv. Voraussetzung sind Spaß beim Sport und Regelmäßigkeit. Und immer, wenn im Winter die Sonne scheint, sollte man sie draußen im Freien genießen. Ein weiterer Punkt ist Kommunikation: viel Sprechen, viel Kontakt und viel „Miteinander“ tun gut, lenken ab und machen Spaß. Und last but not least gibt es auch einige homöopathische Arzneimittel, die helfen können, die Eigenregulation zu stimulieren. Bitte aber daran denken, wenn es gar zu schlimm und die Stimmung zu düster wird, ist der Gang zum Arzt notwendig.

Initiative "Homöopathie. Natürlich. Meine Entscheidung!"

Die Initiative 'Homöopathie. Natürlich. Meine Entscheidung!' setzt sich für Therapiefreiheit ein – denn jeder sollte selbst wählen dürfen, welche medizinischen Methoden er oder sie anwendet. Immerhin vertrauen die Hälfte der erwachsenen Deutschen (über 30 Millionen Menschen) auf homöopathische Arzneimittel, belegt eine aktuelle Umfrage von forsa. Welche Erfahrungen haben Sie mit Homöopathie gemacht? Teilen Sie sie mit!

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