Bin ich hochsensibel?

Hochsensibilität: Symptome und Test

Sind Sie hochsensibel? Es gibt Menschen, die sind empfindsamer als andere. Geräusche, helles Licht und unangenehme Gerüche, aber auch der intensive Umgang mit Menschen können für sie besonders anstrengend sein. Weil Hochsensibilität nur eine Minderheit der Gesellschaft betrifft, wird sie mitunter als Makel wahrgenommen. Doch wer mit der eigenen hochsensiblen Persönlichkeit umzugehen weiß, kann ihr viel Positives abgewinnen.

frau ist schwindlig
Hochsensible Menschen haben eine niedrigere Reizschwelle als andere.
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"Ich kann nicht mit Stress umgehen."

"Mit mir stimmt was nicht."

"Ich bin nicht sozial genug."

"Ich bin zu schwach."

"Ich bin zu ängstlich."

Das sind nur einige der Annahmen von hochsensiblen Menschen über sich selbst – zumindest bis sie die eigene Hochsensibilität als solche erkennen und akzeptieren. Auch von ihrer Umwelt werden Hochsensible oft stigmatisiert, gelten vielleicht als unsozial oder kompliziert – sind sie es doch, die im Großraumbüro um mehr Ruhe bitten, das Fenster schließen, weil es zieht oder die Einladung zur Weihnachtsfeier absagen, weil sie lieber einen ruhigen Abend zu Hause verbringen.

Was ist Hochsensibilität? Symptome

Dabei sind Hochsensible nicht besser oder schlechter als die Mehrheitsgesellschaft. Nur anders. Hochsensible Menschen reagieren verstärkt auf Reize. Laute Musik, unangenehme Gerüche, Menschenansammlungen, aber auch Hunger oder Schmerz: Was anderen gar nicht auffällt, überanstrengt hochsensible Menschen und erregt sie nervlich über. Das hat Vor- und Nachteile.

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    Kaum jemand ist gegen Krisen gefeit. Doch während die einen an einem Schicksalsschlag zu zerbrechen drohen, gehen die anderen gestärkt daraus hervor. Ihr Geheimnis heißt Resilienz.

Laut Elaine N. Aron, Psychologin und Buchautorin, fühlt sich jeder Mensch – und das gilt bereits für Säuglinge – immer dann am wohlsten, wenn er weder gelangweilt noch überbeansprucht ist.

Es gibt daher für jeden Menschen eine individuell optimale Reizstärke. Bei Übererregung reagieren wir ungeschickt oder genervt. Bei manchen Menschen ist diese Schwelle schneller erreicht als bei anderen.

Hinzu kommt, dass sich auch die Erregbarkeit von Mensch zu Mensch unterscheidet. Was für den einen also bereits ein deutlicher Reiz ist, ist für den anderen kaum wahrnehmbar.

Expertin Aron, die selbst betroffen ist, empfiehlt, der Hochsensibilität neutral gegenüberzustehen. Diese werde erst in ganz bestimmten Situationen zu einem Vor- oder Nachteil. So ist Hochsensibilität zum Beispiel mit folgenden Schwierigkeiten verbunden:

  • Es besteht eine höhere Schmerzempfindlichkeit.

  • Geräusche werden schnell als störend empfunden, was einen allgegenwärtigen Lärmpegel schwer erträglich macht.

  • Viel Arbeit, Multitasking, aber auch eigentlich freudige Unternehmungen wie Feiern oder Reisen überanstrengen.

  • Die Reaktion auf Partikel in der Luft fällt oft stärker aus, was etwa mit Heuschnupfen einhergehen kann.

  • Hochsensible sind nachdenklicher, wirken dadurch in sich gekehrt, bedrückt oder schlecht gelaunt.

  • Hunger führt schneller zu Übellaunigkeit.

  • Viele Hochsensible erschrecken leicht und werden dafür von ihrer Umwelt oft belächelt.

Hochsensibilität hat aber auch positive Auswirkungen:

  • Die Wahrnehmung subtil geäußerter Gefühle und Launen anderer sorgt für größere Einfühlsamkeit.

  • Feine Unterschiede werden erkannt, was beispielsweise Fehlererkennung und -vermeidung fördert. Hochsensible arbeiten oft besonders gründlich.

  • Hochsensible Menschen sind weniger anfällig für Unfälle, da sie wachsamer sind und über größere Intuition verfügen.

  • Die Konzentrationsfähigkeit in ungestörter Atmosphäre ist gesteigert.

  • Hochsensible sind oft besonders kreativ und künstlerisch erfolgreich.

Wie entsteht Hochsensibilität? Ursachen

Aron schätzt den Anteil von hochsensiblen Menschen auf 15 bis 20 Prozent. Dieser Wesenszug könne im Laufe des Lebens erworben werden. In den meisten Fällen werde er jedoch vererbt. So zeigen schon Säuglinge Anzeichen für Hochsensibilität. Sie reagieren mit Wegdrehen des Kopfes von der Reizquelle, bei anhaltender Überanstrengung mit Schreien oder Schlaflosigkeit.

Um mit ihrer Hochsensibilität umzugehen, rät Aron Betroffenen, die eigenen Ansprüche neu zu bewerten. Akzeptieren Sie Ihre Andersartigkeit und richten Sie sich nicht mehr nur an den Idealvorstellungen der mehrheitlich nicht-hochsensiblen Gesellschaft aus. Schauen Sie, was Sie – nicht etwa andere – für zu viel halten. So brauchen hochsensible Menschen oft mehr Ruhe und Zeit allein.

Lernen Sie die Bedürfnisse Ihres Körpers kennen und nehmen diese ernst. "Sich um einen hochsensiblen Körper zu kümmern, erfordert genauso viel Aufmerksamkeit wie das Versorgen eines Säuglings", sagt Aron.

Machen Sie dabei jedoch nicht den Fehler, sich völlig zurückzuziehen, aus Angst, Sie könnten sich überfordern. Damit vermitteln Sie sich selbst das Gefühl, in der Außenwelt "nicht überleben zu können", sagt Aron. Statt Reize völlig zu vermeiden, sei es wichtig, mit ihnen umgehen zu lernen. Suchen Sie Ihr eigenes Maß zwischen Unter- und Überforderung.

Wenn Überreizung droht, gibt Aron folgende Tipps:

  • die Situation verlassen, zum Beispiel eine Pause machen
  • Augen schließen, um Reize auszusperren
  • an die frische Luft gehen
  • ruhig und bewusst atmen
  • Bewegung
  • Körperhaltung entspannen
  • individuelle Rückzugsorte aufsuchen
  • Grenzen ziehen: Lassen Sie sich nicht auf Situationen oder Probleme ein, die Sie nichts angehen.

Test: Bin ich hochsensibel?

23 Fragen enthüllen, ob bei Ihnen eine Wahrscheinlichkeit für Hochsensibilität besteht.

Selbsttest
Test: Bin ich hochsensibel?

Hochsensible Menschen haben eine geringere Reizschwelle: Laute Geräusche, unangenehme Gerüche oder auch Menschenansammlungen empfinden sie als besonders anstrengend.

In unserem Test mit 23 Fragen erfahren Sie, ob auch Sie betroffen sind. Wählen Sie dazu aus, ob die folgenden Aussagen auf Sie zutreffen oder nicht. Die Fragen sind dem Buch von Elaine N. Aron entnommen: Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen
Entspannungstechniken im Überblick

Autor:
Letzte Aktualisierung:14. Juli 2016
Quellen: Elaine N. Aron: "Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen", mvg Verlag

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