Gut behandelbar

Sichelfuß: Physiotherapie und Einlagen helfen

Der Sichelfuß (Pes adductus) bezeichnet eine angeborene oder erworbene Fußfehlstellung, bei der der Vorderfuß mit den Zehen nach innen gedreht ist.

Kinder spielen
Wird ein Sichelfuß behandelt, können die Betroffenen später laufen wie alle anderen Kinder.
(c) Robert O. Brown Photography

Sichelfüße treten meist an beiden Füßen gleichzeitig auf und betreffen mit etwa 70 Prozent überwiegend männliche Säuglinge. Bei Säuglingen ist diese Fußfehlhaltung ein relativ häufig auftretendes Bild.

So erkennt man den Sichelfuß

Anders als bei anderen Fußfehlstellungen tritt ein Sichelfuß meist an beiden Füßen gleichzeitig auf. Dabei ist der Vorderfuß mitsamt den Zehen nach innen gedreht. Die Ferse kann dabei auch in einigen Fällen nach innen abknicken. Sobald betroffene Kinder gehen können, zeigt sich die Fehlstellung an dem nach innen gerichteten Gang. Das Längsgewölbe der betroffenen Füße ist abgeflacht. Ist die Fehlstellung stark ausgeprägt, kann es beim Tragen von Schuhen zu schmerzhaften Schwielen kommen.

Sichelfuß manchmal angeboren

Wenn Säuglinge bevorzugt in der Bauchlage zum Schlafen gelegt werden und sich die Füßchen dabei nach innen drehen, kann es geschehen, dass der Sichelfuß entsteht. Auch nach der Behandlung eines Klumpfußes können Sichelfüße bestehen bleiben.

Es wird vermutet, dass die Fußfehlstellung deshalb in einigen Fällen angeboren ist, weil die Füße aufgrund des Platzmangels innerhalb der Gebärmutter über längere Zeit in die eingedrehte Form gezwängt werden. Dafür spricht auch die Beobachtung, dass angeborene Sichelfüße nicht bei Frühgeburten auftreten.

Diagnose des Sichelfußes ist einfach

Ärzte können Sichelfüße an ihrem typischen Erscheinungsbild diagnostizieren. Zusätzlich kann ein Röntgenbild des Vorderfußes Aufschluss über die Fußfehlstellung geben. Der Sichelfuß weist Ähnlichkeiten zum Serpentinenfuß, Klumpfuß, Kletterfuß und Knick-Senkfuß auf und muss bei der Diagnose hiervon unterschieden werden.

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Physiotherapie gegen Sichelfuß schon bei Neugeborenen sinnvoll

Sichelfüße bei Kindern können relativ gut mit Physiotherapie behandelt werden. Die Eltern werden von dem Therapeuten dabei angeleitet, damit sie die Therapie beim Sichelfuß eigenständig durchführen können.

Damit es zu keiner Verschlimmerung kommt, sollte bei Neugeborenen sofort mit der Therapie begonnen werden. Hierbei werden die Füße gegriffen und regelmäßig durch Bestreichen der Fußkante stimuliert und manuell in die gewünschte Form gebracht. Danach kann der Arzt dem Baby einen Oberschenkelgips oder spezielle Schalen anlegen, die den Fuß ebenfalls in eine normale Form bringen. Leichte Sichelfüße können nach dem ersten Lebensjahr mittels Schuheinlagen behandelt werden. Nur in seltenen Fällen muss operiert werden.

Entstehung von Sichelfüßen verhindern

Einem angeborenen Sichelfuß kann man nicht vorbeugen. Die Entstehung von Sichelfüßen innerhalb der ersten Lebenswochen kann jedoch verhindert werden, wenn Kinder beim Schlafen in Bauchlage Schaumstoffringe um die Unterschenkel bekommen oder auf dem Rücken schlafen.

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