Untersuchungen und Diagnose bei Rheuma

Von den ersten Anzeichen bis zur endgültigen Diagnose Rheuma vergeht in Deutschland oft noch zu viel Zeit. Doch je früher die Therapie begonnen wird, desto besser ist es für den Verlauf der Erkrankung.

Rheuma Diagnose
Bei Verdacht auf Rheumatoide Arthritis ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Gelenkschäden können mit einem frühen Therapie vermieden oder aufgehalten werden.
©iStock.com/pioneer111

Bei Verdacht auf Rheuma ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, damit Gelenkverformungen und andere Spätschäden aufgehalten oder verhindert werden: Eine früh einsetzende Therapie verbessert die Prognose der rheumatoiden Arthritis. Zudem ist die Kontrolle der Krankheitsaktivität und auf funktionelle sowie strukturelle Schäden wichtig für den Krankheitsverlauf und zur Überwachung des Behandlungserfolgs.

Habe ich Rheuma? Wann Sie den Arzt aufsuchen sollten

Bei Rheuma können die Beschwerden sehr vielfältig sein. Bei einer rheumatischen Erkrankung greift das Immunsystem Gelenke, Muskeln und Sehnen, häufig auch Haut, Nerven und innere Organe an. Die Symptome machen sich demnach am gesamten Körper bemerkbar und sind teilweise recht unspezifisch.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie empfiehlt eine Vorstellung beim Rheumatologen, wenn

  • zwei oder mehr Gelenke über mindestens sechs Wochen schmerzhaft geschwollen sind,
  • Morgensteifigkeit mehr als eine Stunde anhält und
  • weitere Beschwerden wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Nachtschweiß hinzukommen

Diese Beschwerden sind ernst zu nehmende Hinweise auf das Bestehen einer rheumatoiden Arthritis. Insbesondere der beidseitige Befall von Grund- und Mittelgelenken der Finger und Zehen ist typisch.

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Selbsttest
Test: Habe ich entzündliches Rheuma?

Deuten Ihre Beschwerden auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung hin? Der Selbsttest Rheuma hilft Ihnen, diese Frage zu beantworten. Er besteht aus fünf kurzen Fragen. Die Auswertung enthält Tipps, was Sie weiter tun sollten.

Verdacht auf Rheuma: So untersucht der Arzt

Erster Ansprechpartner bei Beschwerden ist der Hausarzt. Er wird den Patienten ausführlich zu den bestehenden Beschwerden befragen und ihn dann sorgfältig untersuchen. Da gerade im Frühstadium einer rheumatoiden Arthritis oftmals noch keinerlei Veränderungen im konventionellen Röntgenbild zu sehen sind, sind zu diesem Zeitpunkt also erst mal die Schilderung der Symptome und der ärztliche Befund wegweisend.

Der Arzt wird zunächst die Gelenke auf Schwellungen, Rötungen und Erwärmung abtasten und feststellen, inwieweit die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Insbesondere der beidseitige Befall von Grund- und Mittelgelenken der Finger und Zehen sowie der Querdruckschmerz beim seitlichen Zusammendrücken der Gelenke sind typische Hinweise.

Laboruntersuchungen des Blutes

Parallel dazu wird das Blut des Patienten auf typisch veränderte Werte analysiert. Werte für Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und CRP (C-reaktives Protein) werden bei Verdacht auf Rheuma standardmäßig untersucht. Beide Werte sind bei Patienten mit Rheuma erhöht. Beide Laborwerte sind jedoch recht unspezifische Parameter, denn auch bei vielen anderen Erkrankungen, Entzündungen und Infektionen im Körper können sie erhöht sein.

Deshalb sollten bei Verdacht auf Rheuma zwei weitere Blutwerte bestimmt werden:

  • Der IgM-Rheumafaktor (Abkürzung im Laborbericht: RF) ist bei  65 bis 80 Prozent der Patienten mit Rheuma positiv. Allerdings kann der Rheumafaktornachweis gerade bei der frühen rheumatoiden Arthritis negativ sein. Bei älteren Menschen kann er erhöht sein und auch bei der Hälfte der hepatitis-Erkrankungen kann er im Blut nachgewiesen werden.
  • Antikörper gegen cyclische citrullinierte Peptide/Proteine (Abkürzung: ACPA): Dieser Wert ist ein  sehr spezifischer Hinweis auf rheumatoide Arthritis. Die Antikörper sind teilweise bereits vor dem Ausbruch der Erkrankung im Blut vorhanden. Bei anderen Krankheiten ist das ACPA nur sehr selten erhöht.

Die Bestimmung des Wertes für Harnsäure im Blut dient dem Ausschluss einer Gicht-Erkrankung. Weitere Antikörper können bei der Blutuntersuchung im Labor bestimmt werden, um spezielle rheumatische Krankheitsbilder wie Morbus Bechterew, Systemischen Lupus oder eine rheumatische Erkrankungen des Weichteilgewebes oder der Blutgefäße (Vaskulitis) zu diagnostizieren

In Zweifelsfällen kann zur Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen auch eine Untersuchung der Gelenkflüssigkeit sinnvoll sein. Das Gelenk wird dabei unter sterilen Bedingungen punktiert und im Labor untersucht.

Röntgen und andere Untersuchungen bei der Rheuma-Diagnose

Bildgebende Verfahren sind ein wichtiger Bestandteil der Diagnose bei Rheuma. Mit einer Röntgenuntersuchung können bereits vorhandene Gelenkzerstörungen sichtbar gemacht werden.  Szintigraphie, Ultraschall der Gelenke und Kernspintomographie (MRT) können strukturelle Gelenk- und Knochenveränderungen, Gelenkergüsse und Veränderung an Sehnen und Schleimhäuten der Gelenkte teilweise in frühem Stadium darstellen.

Verlauf und Symptome der rheumatoiden Arthritis variieren von Patient zu Patient sehr stark. Nicht immer liegt ein typisches Krankheitsbild vor. Daher sollte der Hausarzt zur Diagnose und individuellen Therapie frühzeitig einen Spezialisten für rheumatische Erkrankungen hinzuziehen. So können Folgeschäden rechtzeitig vermieden werden.

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