Fettgeschwulst

Lipome erkennen und entfernen

Lipomatose

Das Lipom ist ein gutartiger Tumor, der von Fettzellen gebildet wird. 99 Prozent der Lipome wachsen direkt unter der Haut. Die kleinen Knötchen oder Knubbel sind zwar gutartig, stören aber häufig.

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Manche finden sie eklig: Entfernte Lipome sind nichts anderes als Fettgewebegeschwulste.
Getty Images/iStockphoto

Die Fettzellen beginnen zu wuchern und es bildet sich eine Bindegewebskapsel um das Lipom. Die Ursache für diese Fettgewebegeschwulst ist bis jetzt noch unbekannt. Allerdings gibt es vermutlich eine familiäre Veranlagung. Vor allem, wenn Lipome in großer Zahl auftreten, medizinisch Lipomatose, liegt vermutlich eine genetische Bereitschaft zugrunde. Außerdem gibt es die Hypothese, dass Lipome sich vor allem bei Menschen bilden, die zu hohe Blutfettwerte haben.

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Lipome können sehr groß werden

Die kleinen, etwas verschiebbaren, prallelastischen Knoten können nur wenige Millimeter klein sein, jedoch auf  bis zu 20 Zentimeter anwachsen. Diese so genannten Riesenlipome sind sehr selten im Gegensatz zu den kleinen, die immerhin bei ein bis zwei Prozent der Bevölkerung auftreten. Daneben gibt es noch als seltene Unterform das Angiolipom. Es enthält nicht nur Fett, sondern auch Blutgefäße. Eine weitere seltene Variante des Lipoms: So genannte muskuläre Lipome, sie wachsen unter dem Muskel.

Fettgewebegeschwulste wachsen vor allem an Ober- und Unterschenkeln, sowie dem Nacken

Lipome treten vor allem im Nacken auf, an den Oberarmen, den Oberschenkeln sowie dem Bauch. Meist verursachen sie keine Probleme und sind harmlos. Sie schmerzen nicht. Dann müssen sie nicht behandelt werden. Ausnahme: Das Angiolipom, weil es stark schmerzen kann.

Wenn die Lipomatose Probleme bereitet

Allerdings kann ein Lipom auf Nerven und Blutgefäße drücken oder zu groß werden. Dann stört es Funktionen der betroffenen Körperbereiche, was sich in Kribbeln und Gefühllosigkeit sowie Druckschmerzen äußern kann. Ein weiteres Problem entsteht, wenn sich das Lipom an Stellen gebildet hat, die mechanisch gereizt werden, etwa in Gelenknähe wie neben dem Ellenbogen, der Achselhöhle, dem Nacken im Kragenbereich, oder am Rücken an den Stellen, wo der BH-Verschluss aufliegt. Zusätzlich kann das Lipom ein kosmetisches Problem werden, weil die Knubbel unschön aussehen.

Hautknoten immer vom Arzt abklären lassen

Wie jeder andere Knoten sollte auch das Lipom sicherheitshalber ein Arzt untersuchen. Es könnte sich nämlich um eine Zyste handeln. Außerdem kann ein bösartiger Tumor ähnlich wie ein Lipom aussehen. Der Arzt wird also zuerst den Knoten abtasten und genau inspizieren. Meist stellt er dann bereits die Diagnose. Im Zweifelsfall hilft eine Untersuchung mit Ultraschall. Dabei wird ersichtlich, ob es sich um eine Zyste, eine Bindegewebswucherung (Fibrom) oder ein Lipom handelt. Besteht der Verdacht auf eine bösartige Wucherung des Fettgewebes (Liposarkom), hilft Röntgen, die Diagnose zu stellen und das Ausmaß des Tumors festzustellen. Eine Biopsie schafft dann endgültig Klarheit.

Lipom entfernen: mit Skalpell oder Fettabsaugen

Nur wenn ein Lipom Probleme bereitet, rät der Arzt zur Entfernung. Dabei stehen ihm zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Die Operation – je nach Größe erfolgt der Eingriff unter lokaler Betäubung und dauert nur wenige Minuten. Über einen kleinen Schnitt schält der Chirurg die Gewebekapsel rasch heraus und schließt die Wunde danach. Nur bei großen Lipomen oder muskulären Lipomen kann eine Vollnarkose nötig sein. Komplikationen sind dabei kaum zu befürchten. Nachblutung oder Infektion entstehen nicht häufiger als bei anderen Eingriffen. Denn durch seine Kapselbildung lässt sich das Lipom relativ einfach aus dem Gewebe entfernen. Das entnommene Gewebe wird sicherheitshalber pathologisch untersucht, ob bösartige Zellen vorhanden sind.
  • Die Fettabsaugung (Liposektion) – bei dieser aus der Ästhetischen Medizin bekannten Therapiemöglichkeit leitet der Chirurg über einen kleinen Hautschnitt per Kanüle eine Flüssigkeit in das Lipom. Ihre Inhaltsstoffe verflüssigen das Fettgewebe und auf diese Weise lässt sich das Lipom absaugen. Allerdings besteht das Risiko, dass mit dieser Methode nicht das gesamte Lipom entfernt wird. Verbleibende Zellen können wieder wuchern und das Lipom bildet sich besonders rasch erneut nach.

Lipom – die Prognose

Allerdings haben Lipome häufig die Tendenz, wieder nach zu wachsen (Rezidiv), sogar wenn das erste mit dem Skalpell vollständig entfernt wurde. Bei vielen ist deshalb ein zweiter Eingriff nötig. Was jedoch positiv ist: Lipome ändern sich meist nicht – aus der gutartigen Fettwucherung entwickelt sich keine bösartige Wucherung (Krebs).

Autor:
Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2014
Quellen: Duale Reihe Innere Medizin, Keikawus Arastéh,Hanns-Wolf Baenkler, Thieme Verlag; Klinikleitfaden Chirurgie, Michael Hasse, Urban&Fischer/Elsevier

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