Bewegung als Prävention und Therapie

Sportlich aktiv Krebs bekämpfen

Bei der Tumorbildung ist oft Bewegungsmangel im Spiel

Wer in Bewegung bleibt, senkt das Risiko, an Krebs zu erkranken. Für mehrere Krebsarten ist der Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und Tumorbildung inzwischen wissenschaftlich belegt. Auch für Krebskranke wird Sport therapiebegleitend empfohlen.

Sportlich aktiv Krebs bekämpfen
Täglich 30 bis 60 Minuten zügig gehen senkt das Risiko für verschiedene Erkrankungen, darunter auch Krebs.
© iStockphoto.com/baona

Einer Krebserkrankung lässt sich nicht zuverlässig vorbeugen. Allerdings kann jeder viel dafür tun, um sein Risiko dafür deutlich zu senken. Neben einer gesunden Ernährung, dem Verzicht auf Nikotin und übermäßigem Alkoholgenuss spielt körperliche Aktivität eine entscheidende Rolle: "Ganz unabhängig davon, ob Übergewicht besteht oder nicht: Wer sich zu wenig bewegt, hat ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken", heißt es in dem gerade veröffentlichten ersten Bayerischen Krebsbericht. Als Beispiele dienen die in Deutschland häufigsten Krebsformen: Brustkrebs, Prostatakrebs und Darmkrebs . Um 25 Prozent lässt sich beispielsweise das Risiko für Darm- oder Brustkrebs durch regelmäßige Bewegung senken. Laut Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKZF) zählt ebenso der Gebärmutterkörperkrebs zu den Krebsarten, die durch Bewegungsmangel begünstigt werden.

30 bis 60 Minuten tägliches Workout

Wie viel Bewegung es mindestens sein sollte, um Krebs wirksam vorbeugen zu können, ist allerdings nicht ganz klar. Das DKFZ verweist auf ein Handbuch der Internationalen Union gegen Krebs (www.uicc.org) von 2006: mindestens 30 besser noch 60 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Tag ist darin die Empfehlung. Dazu zähle auch "zügiges Gehen". Mehrere kürzere Bewegungseinheiten wie zweimal 15 Minuten sollen laut der Broschüre positive Effekte haben. Und dabei bitte leicht ins Schwitzen kommen, rät die Broschüre "Aktiv gegen Krebs", die vom Bayerischen Gesundheitsministerium zur gleichnamigen Kampagne herausgegeben wurde.

Dass körperliche Bewegung für bereits an Krebs Erkrankte einen therapeutischen Nutzen habe, darauf weist die Broschüre ebenfalls hin. Eine Sporttherapie als unterstützende Therapie verbessert demnach beispielsweise die Lebensqualität und wirkt dem Erschöpfungs- und Müdigkeitssyndrom (Fatigue) entgegen. Sport mindere zudem die Nebenwirkungen einer Chemotherapie und erhalte beziehungsweise stelle die Leistungsfähigkeit wieder her.

Ganz allgemein beeinflusse eine begleitende Sporttherapie den Krankheitsverlauf und die –prognose günstig.

Bei Krebs: Ausdauertraining mit Kraftsport kombinieren

Wie intensiv die sportliche Aktivität im Rahmen einer begleitenden Sporttherapie sein sollte, hängt natürlich von unterschiedlichen Faktoren wie Lebensalter, Tumorart, Krankheitsstadium und Therapie ab. Auf Grundlage von Studien empfiehlt die Broschüre "Aktiv gegen Krebs" beispielsweise bei Darmkrebs eine regelmäßige, moderate sportliche Aktivität von etwa drei bis vier Stunden pro Woche, was täglich 30 Minuten zügigen Marschierens entspricht. Dieses Programm sollte zweimal pro Woche ergänzt werden durch ein allgemeines Krafttraining zum Erhalt der Muskulatur.

Allerdings weist die Broschüre darauf hin, dass Krebspatienten eine Sporttherapie immer mit ihrem Arzt absprechen sollten. So gebe es durchaus Faktoren, die Sport zumindest zeitweise ausschließen oder nur in geringem Maße zulassen wie etwa eine Infektion oder Herz-Kreislauf-Erkrankung.Ebenso verbiete sich an den Tagen, an denen im Zuge einer Chemotherapie herzbelastende Medikamente verabreicht werden, die körperliche Anstrengung.

Vor Trainingsbeginn zum Fitness-Check

Wenn Gesunde mehr Bewegung in ihr Leben bringen möchten, die lange Zeit nicht sportlich aktiv waren, sollten sie einen Arzt konsultieren. Es ist ratsam, in einer Sporttauglichkeitsuntersuchung die körperliche Leistungsfähigkeit zu überprüfen.

Wer sich einer Sportgruppe anschließt, hat bessere Chancen langfristig dabei zu bleiben. Für Krebspatienten gibt es spezielle Krebssportgruppen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind und Ausdauersport mit Kraftsport sowie Koordinationstraining kombinieren.

Die Kosten der Therapie in einer solchen Sportgruppe werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, wenn der Arzt die begleitende Sporttherapie mit einem "Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport/ Funktionstraining" verordnet.

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