Therapie bei Krebs

Lebensqualität steht bei Krebstherapie im Vordergrund

Kurative Behandlung und Therapie bei Krebs

Bei der Behandlung von Krebs spielen verschiedene Faktoren wie Erkrankungsstadium und Gesundheitszustand des Patienten eine Rolle. Neben der Heilung steht bei der Krebstherapie der Erhalt der Lebensqualität an erster Stelle.

freundinnen krebs
Kurative Behandlung und trotzdem möglichst gute Lebensqualität sind bei Krebs wichtig.
© iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Die Krebstherapie wird von verschiedenen Faktoren wie dem allgemeinen Gesundheitszustand und Lebensalter des Patienten, dem Stadium und Ausbreitungsgrad des Krebs‘ sowie den biologischen Eigenschaften des Tumors beeinflusst. Wenn die Diagnose in allen Einzelheiten feststeht, beraten Ärzte und Patient über die Zielsetzung der Behandlung und stellen ein geeignetes Therapiekonzept auf. Vorrangig geht es dabei um die Heilung der Erkrankung. Mitunter ist jedoch der Krebs bereits so weit fortgeschritten, dass dies nicht mehr möglich erscheint. In solchen Fällen sind schonendere Krebstherapien unter Umständen geeigneter, die Lebenszeit zu verlängern und gleichzeitig unnötige Belastungen durch schwere Nebenwirkungen zu vermeiden. Dadurch kann den Patienten eine gute Lebensqualität erhalten werden.

Kurative Krebstherapie: Heilung ist möglich

Erstes Ziel der Krebsbehandlung ist eine kurative Krebstherapie, das heißt die Heilung von Krebs durch die Zerstörung und Beseitigung aller Krebszellen. Am ehesten kann dieses Ziel erreicht werden, wenn der Tumor zu einem frühen Zeitpunkt entdeckt wurde und sich noch nicht weit in den Körper ausgebreitet hat. Bei vielen Krebsarten ist die Operation die Methode, mit deren Hilfe die vollständige Entfernung des Tumors gelingen kann. Medikamentöse Therapien (zum Beispiel Chemo-, Hormon-, Immuntherapie) oder eine Strahlentherapie werden oft unterstützend vor oder nach der Operation (neoadjuvant oder adjuvant) eingesetzt, um sicher zu gehen, dass auch verbliebene Krebszellen noch zerstört werden. Diese unterstützenden Krebstherapie kann mitunter starke, teils vorübergehende, teils auch bleibende Nebenwirkungen verursachen. Diese werden bei Krebs jedoch in Kauf genommen, da die Heilungsaussichten dann in vielen Fällen sehr gut sind. Ohne die Therapien hingegen ist das Rückfallrisiko hoch, und es besteht oft eine große Wahrscheinlichkeit, an der Erkrankung zu versterben.

Palliative Krebstherapie: Keine Heilung, sondern Lebenszeitverlängerung

Ist der Krebs schon weit fortgeschritten und hat sich im Körper ausgebreitet, ist eine Heilung oft nicht mehr möglich. Durch geeignete Krebstherapie kann in diesen Fällen jedoch das Tumorwachstum vorübergehend aufgehalten und die Lebenszeit verlängert werden. Gleichzeitig werden mit der Krankheit verbundene Beschwerden gelindert, sodass den Betroffenen eine gute Lebensqualität erhalten bleibt. Dieses Konzept der Krebstherapie wird palliative Therapie genannt. Dabei wird oft versucht, Therapien einzusetzen, die weniger Nebenwirkungen verursachen, um unnötige Belastungen zu vermeiden. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Palliativmedizin ist das Angebot der häuslichen Krankenpflege in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Sie kann von qualifizierten Ärzten und Pflegekräften in sogenannten „Palliative Care Teams" übernommen werden. Anspruch auf diese Versorgung haben gesetzlich krankenversicherte Krebspatienten, denen es sehr schlecht geht oder bei denen die Sterbephase absehbar ist. Eine Sterbebegleitung im engeren Sinne umfasst die Palliativversorgung allerdings nicht. Diese liegt in der Verantwortung ambulanter Hospizdienste oder stationärer Hospize.

Supportive Krebstherapie: Begleittherapien gegen Beschwerden

Neben der eigentlichen Krebstherapie, die sich unmittelbar gegen den Krebs richtet, spielt bei der Behandlung von Krebs die sogenannte Supportivtherapie eine wichtige Rolle. Hierbei handelt es sich um Begleittherapien zur Besserung von erkrankungs- und therapiebedingten Beschwerden. Dazu zählen beispielsweise die Schmerztherapie, Therapien zur Bekämpfung von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie, die Behandlung des Erschöpfungssyndroms (Fatigue), die Behandlung von Knochenmetastasen sowie Psychotherapie bei Depression und Ängsten.

Therapie-Optionen gegen Tumoren

Die Therapie von Krebs ist heute sehr individualisiert und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Krebstherapie gibt es also längst nicht mehr, genauso wenig, wie es den Krebs oder den Patienten gibt. Ein Medikament, das bei einem Tumor gut anschlägt, kann bei einem anderen völlig wirkungslos sein. In jedem Einzelfall muss der behandelnde Arzt alle Faktoren berücksichtigen, um das bestmögliche Therapiekonzept aufzustellen. Oft arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen eng zusammen, beraten über die richtige Behandlung und stimmen sich untereinander ab.

Die kurative Behandlung bei Krebs umfasst also verschiedene Therapien. Häufig werden mehrere Krebstherapien, zum Beispiel Chemo-, Hormon- und zielgerichtete Therapien, miteinander kombiniert, um die unterschiedlichen Wirkweisen auszunutzen.

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