Gefahr durch Hepatits E-Virus

Hepatitis E: Virale Infektionskrankheit der Leber

Hepatitis E ist eine virusbedingte Entzündung der Leber, deren Auslöser das Hepatitis E-Virus (HEV) ist. Alles zu Symptomen, Ansteckung und Behandlung

müdigkeit bei hepatitis e
Müdigkeit und Abgeschlagenheit können Symptome für eine virale Leberentzündung wie Hepatitis D sein.
© iStock.com/Wavebreakmedia

Hepatitis E-Viren treten vor allem in asiatischen und afrikanischen Ländern auf, auch der Mittlere Osten und Südamerika zählen zu den Verbreitungsgebieten des Virus. Einzelne Fälle wurden aus den Mittelmeerländern Italien, Griechenland und Türkei gemeldet. In Deutschland nehmen in den letzten Jahren die Erkrankungszahlen zu. Es wird allerdings auch vermutet, dass die steigenden Zahlen durch häufigere Untersuchungen auf Hepatitis E zu erklären sind. Für Hepatitis E besteht Meldepflicht (2016: 1.191 gemeldete Infektionen). 77 Prozent der infizierten Menschen sind zwischen 40 und 79 Jahren alt, was somit die Hauptaltersgruppe für Hepatitis E darstellt.

Im Überblick:

Richtige Ernährung bei Hepatitis (Leberentzündung)

Ansteckung: Wie wird Hepatitis E übertragen?

Während in den Ländern Südost- und Zentralasiens, im Nahen Osten, in Nord- und Westafrika sowie in Mittelamerika (Mexiko) mit menschlichen Fäkalien verunreinigtes Trinkwasser eine bedeutende Rolle bei der Übertragung vom Hepatitis E-Virus spielt, stellt in den hoch industrialisierten Ländern die Übertragung durch Haus- oder Wildschweine den wahrscheinlichsten Infektionsweg dar. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass viele Schweine Träger des Virus sind. Auch das Fleisch und die Innereien von Wildschweinen und Hirschen können Hepatitis E-Viren enthalten, weshalb darauf zu achten ist, dass solche Wildgerichte gut durchgegart werden sollten. Besondere Vorsicht ist auch bei dem Verzehr von Schweinemett oder anderen rohen Schweinefleischprodukten geboten.

Menschen mit einer viralen Leberentzündung wie Hepatitis E scheiden die auslösenden Erreger über den Stuhl aus. Erfolgt keine entsprechende Reinigung und Aufbereitung des Wassers, können die Viren in das Trinkwasser gelangen und darüber weitere Menschen infizieren. Diesen Übertragungsweg nennen Mediziner fäkal-oral. Infizierte Personen scheiden das Hepatitis E-Virus zwischen zwei bis vier Wochen nach Auftreten der ersten Symptome im Stuhl aus.

Daneben werden noch andere Ansteckungswege diskutiert. So vermuten einige Wissenschaftler, dass auch beim Geschlechtsverkehr eine Infektion erfolgen könnte, allerdings nur in der Phase, in der der Erkrankte viele Viren ausscheidet. Verseuchte Blutspenden sind eventuell weitere Ansteckungsquellen.

Symptome von Hepatitis E

Bis erste Symptome von Hepatitis E auftreten können, vergehen zwischen 15 bis 64 Tage nach der Ansteckung mit dem Virus. Im Durchschnitt beträgt die Zeit zwischen der Infektion und ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) 40 Tage.

Die Symptome von Hepatitis E unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderer akuter (plötzlich einsetzender) Hepatitis-Formen. In der Regel heilt die Erkrankung folgenlos aus und gilt somit als heilbar. In Deutschland am häufigsten ist der symptomlose Verlauf, bei der Hepatitis E ausheilt, ohne dass die Betroffenen etwas von der Erkrankung bemerken.

Chronische (länger als sechs Monate anhaltende) Verlaufsformen können aber bei Patienten auftreten, deren Immunsystem geschwächt ist oder künstlich unterdrückt wird (zum Beispiel nach einer Organtransplantation). Nur selten kommt es zu einem schwerwiegenden Krankheitsbild. Schwangere Frauen haben allerdings ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf; hier sind besonders Schwangere im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft betroffen.

Zu Beginn der viralen Leberentzündung können Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Müdigkeit und/oder Fieber bestehen. Symptome, die auf eine Beteiligung des Magen-Darm-Trakts hinweisen, wie Übelkeit, Erbrechen oder Druckschmerz im rechten Oberbauch sind ebenfalls möglich.

Später kann Gelbsucht (Ikterus) mit Gelbfärbung der Haut, der Schleimhäute und/oder der Lederhaut der Augen hinzukommen. Gleichzeitig sind mitunter der Urin dunkler und der Stuhl heller gefärbt als gewöhnlich, auch Juckreiz ist möglich. In manchen Fällen liegt jedoch keine Gelbsucht vor, dann spricht man von einem anikterischen Verlauf. Daneben können weitere Symptome wie eine Leber- oder eine Lymphknotenvergrößerung auftreten.

Wie wird Hepatitis E festgestellt?

Die Diagnose der viralen Leberentzündung schließt verschiedene Untersuchungen ein. Am Beginn stehen die ausführliche Befragung des Patienten (Anamnese) und die körperliche Untersuchung. Während der Anamnese erkundigt sich der Arzt unter anderem, ob der Betroffene zuvor auf Reisen in Gebieten wie Südostasien, Nordafrika oder Südamerika war. Laboranalysen von Blutproben sind wichtige Untersuchungen zur Diagnose von Hepatitis E. So lassen sich im Blut Abwehrreaktionen des Immunsystems auf das Hepatitis E-Virus feststellen: Der Körper bildet Antikörper, die sich spezifisch gegen das Hepatitis E-Virus richten und im Blut nachweisen lassen.

Mithilfe einer weiteren Analyse kann der Erreger beziehungsweise dessen Erbgut im Stuhl oder im Blut entdeckt werden. Allerdings ist diese Untersuchung nicht immer notwendig.

Weitere Laboruntersuchungen sollen kontrollieren, ob beispielsweise die Konzentrationen der Leberwerte angestiegen sind, was auf eine Störung der Leberfunktion hinweisen kann. Andere zu analysierende Labormarker sind zum Beispiel Parameter, die bei Entzündungen im Körper erhöht sein können.

Keine direkte Behandlung von Hepatitis E möglich

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Hepatitis E umfassen zum Beispiel den Verzicht auf Alkohol und fette Speisen sowie Bettruhe, denn die Leber wird im Liegen besser durchblutet als im Stehen.

Weiterhin wird geraten, auf Medikamenteneinnahmen – soweit nicht unbedingt erforderlich – zu verzichten, da einige Medikamente die Leber schädigen können.

Vor Ansteckung schützen

Es existiert keine Impfung, die vor Hepatitis E schützt und es gibt auch keine spezielle Hepatitis E-Therapie. Daher ist es umso wichtiger, bei Reisen in Risikogebiete gewisse Hygienestandards einzuhalten. Dazu gehören: Obst und Gemüse zu waschen und zu schälen, keine rohen Salate oder Meeresfrüchte zu essen, kein Leitungswasser zu trinken (Zähneputzen!), keine Eiswürfel aus Leitungswasser zu nutzen, Wasser abzukochen und öffentliche Toiletten möglichst zu meiden. Prinzipiell sollte man sich an die Regel halten: „cook it, peel it or forget it“ („Koche es, schäle es oder vergiss es“). Auch zuhause sollte man daran denken, dass der Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem Fleisch sowie der Innereien von Schwein oder Wild Hepatitis E verursachen kann.

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