Meldepflichtige Reisekrankheit

Gelbfieber: Gefährliche Infektionskrankheit

Brasilien, Kenia, Peru: Für die Einreise in manche Länder werden bestimmte Pflichtimpfungen vorausgesetzt, darunter gegen das gefährliche Gelbfieber. Häufig verläuft die tropische Infektionskrankheit zwar mild oder symptomlos, doch eine Impfung vor Reiseantritt kann schweren Verläufen vorbeugen.

Frau trägt Mückenschutz auf der Reise auf
Um Gelbfieber auf der Reise vorzubeugen, ist Mückenschutz unerlässlich.
© iStock.com/Photoboyko

Gelbfieber zählt in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den meldepflichtigen Reisekrankheiten. Bislang ist der Erreger nur in den tropischen Gebieten Afrikas sowie Mittel- und Südamerika verbreitet. Die Infektionskrankheit wird durch Gelbfieberviren ausgelöst und von Stechmücken übertragen. Eine überstandene Infektion führt zwar zu lebenslanger Immunität – dennoch empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Reisenden in Gelbfieber-Endemiegebiete eine vorbeugende Impfung.

Was ist Gelbfieber?

Bei Gelbfieber handelt es sich um eine akut lebensbedrohende Infektionskrankheit, die durch das Gelbfiebervirus ausgelöst wird. Träger des Virus sind hauptsächlich Affen – übertragen wird der Erreger durch tagaktive Stechmücken (Gattung Aedes) dann vom Tier auf den Menschen. Durch eine bestimmte Gattung der Stechmücken, die in der Nähe von menschlichen Behausungen vorkommt, sind in Städten auch Übertragungen von Mensch zu Mensch möglich. Auch hier erfolgt die Weitergabe des Virus über einen Stich. In diesem Fall sprechen Experten vom "urbanen Gelbfieber". Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch (ohne Stechmücke als Zwischenwirt) erfolgt nur in Ausnahmefällen durch Blutspenden.

Da die Infektion bei ungünstigem Verlauf sogar tödlich enden kann, sind bei Reisen in entsprechende Gelbfieber-Endemiegebiete ein ausreichender Mückenschutz und eine vorherige Impfung wichtig. Dank des verfügbaren Impfstoffes sind Erkrankungen unter Reisenden jedoch selten.

Die Inkubationszeit des Gelbfiebers liegt bei drei bis sechs Tagen. Kontaktpersonen müssen in der Regel keine gesonderten Schutzmaßnahmen treffen.

Kennen Sie schon diese Mücken?

Gelbfieber-Symptome erkennen

Der Verlauf von Gelbfieber ist variabel: Ein Großteil der infizierten Personen zeigt keine oder nur milde Symptome. Das gilt insbesondere für Kinder. Treten Beschwerden auf, verläuft die Infektion in zwei aufeinanderfolgenden Phasen. Zunächst beginnt Gelbfieber mit plötzlich einsetzendem Fieber (39 bis 40 °C), Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Nasenbluten, Übelkeit und Erbrechen. Innerhalb von drei bis vier Tagen bessern sich die Symptome, bei der Mehrheit der Erkrankten kommt es schließlich zur Genesung.

Bei fünf bis 20 Prozent der Infizierten entwickelt sich anschließend die zweite Phase mit ernsthaften Beschwerden in Form von Gelbsucht (Ikterus), Nierenversagen und inneren Blutungen. Auch das Fieber steigt wieder stark an. In dieser toxischen Phase verstirbt die Hälfte der Patienten – die Gesamtsterblichkeit ist bei Gelbfieber mit zehn bis 20 Prozent niedrig.

Tödliche Infektionen bei Reisenden sind in den vergangenen Jahren vereinzelt im Amazonasgebiet, in Venezuela und in Westafrika vorgekommen. Einen maßgeblichen Einfluss auf die niedrige Zahl der Erkrankungsfälle hat sicherlich die verfügbare Impfung gegen Gelbfieber.

Sicherheit auf Reisen: Hier lauert Infektionsgefahr

Blutuntersuchung bringt Gewissheit: Diagnose von Gelbfieber

Um Gelbfieber zu diagnostizieren, erfolgt ein Nachweis des Virus im Serum oder Blut. Allerdings gelingt dieser Nachweis in der Regel nur in den ersten drei bis vier Tagen, an denen Fieber auftritt. Auch das Lebergewebe kann zum Virusnachweis dienen – dafür ist allerdings eine Biopsie (Gewebeentnahme) und damit ein kleiner Eingriff mit örtlicher Betäubung notwendig.

Aufgrund der Symptome können auch andere Erkrankungen (Differenzialdiagnosen) vorliegen, die der Arzt ausschließen muss: Dazu zählen Hepatitis, Malaria, Dengue-Fieber und andere hämorrhagische Fieber, also infektiöse Fiebererkrankungen mit Blutungen.

Behandlung einer Gelbfieber-Infektion

Es gibt keine spezielle Therapie von Gelbfieber, vielmehr werden die jeweils auftretenden Symptome behandelt. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte der Betroffene umgehend in eine Klinik mit tropenmedizinischer Spezialisierung und der Möglichkeit zur intensivmedizinischen Betreuung gebracht werden.

In diesen Ländern ist Impfen gegen Gelbfieber Pflicht

Der beste Schutz vor Gelbfieber ist nach wie vor eine Impfung. Die Gelbfieber-Impfung ist die einzige Impfung, für die die Gesundheitsbehörden vieler Länder Vorschriften erlassen haben. Die WHO empfiehlt eine Impfung allen Reisenden in Länder, in denen Gelbfieber vorkommt oder in denen das Virus vermutlich unter Affen verbreitet ist. Darunter sind auch folgende Reiseländer:

Afrika

  • Äthiopien
  • Kamerun
  • Kenia
  • Tansania
  • Sao Tomé und Principe
  • Senegal
  • Uganda

Mittel- und Zentralamerika

  • Bolivien
  • Brasilien
  • Ecuador
  • Französisch Guayana
  • Kolumbien
  • Panama
  • Peru
  • Trinidad und Tobago

In die Karibik und nach Asien können Sie dagegen bedenkenlos reisen: Diese Gebiete und Länder sind gelbfieberfrei.

Worauf muss beim Impfen geachtet werden?

Bei Immungeschwächten und Schwangeren sollte der Impfstoff nach Möglichkeit nicht angewendet werden und wenn, dann nur nach sorgfältiger Risikoabwägung. Säuglinge können ab einem Alter von neun Monaten geimpft werden. In Deutschland darf die Impfung gegen Gelbfieber nur durch zugelassene Gelbfieberimpfstellen oder Impfärzte verabreicht werden.

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Eine Einzeldosis des Lebendimpfstoffes führt bei mehr als 95 Prozent der Geimpften zu einer Immunität gegen Gelbfieber. Solche Impfstoffe enthalten kleine Mengen vermehrungsfähiger Erregern, die so abgeschwächt wurden, weshalb sie keine Erkrankung mehr auslösen können. Kombinationen mit anderen Lebendimpfungen (zum Beispiel Masern, Mumps, Röteln oder Gürtelrose) sind mit einem mindestens vierwöchigen Abstand möglich. Inaktivierte Impfstoffe (Totimpfstoffe), die nur abgetötete Erreger enthalten, können jederzeit und in beliebiger Menge mit der Gelbfieberimpfung kombiniert werden.

Das internationale Gelbfieberzertifikat ist ab dem zehnten Tag und seit 2014 lebenslang gültig, da nach einer Impfung von einem dauerhaften Schutz ausgegangen werden kann. Somit ist keine Auffrischung nach zehn Jahren mehr erforderlich. In bestimmten Fällen kann eine solche jedoch sinnvoll sein, da die Immunantwort abgeschwächt ist:

  • Kinder, die im Alter von unter zwei Jahren zum ersten Mal geimpft wurden
  • Frauen, die während der Schwangerschaft eine Impfung erhielten (weil die Schwangerschaft beispielsweise zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt war)
  • HIV-Infizierte
  • Personen, die zeitgleich gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft wurden

Gelbfieber – Impfung kann Nebenwirkungen haben

Im Allgemeinen ist die Gelbfieber-Impfung gut verträglich. Kommt es zu Nebenwirkungen, treten diese meist innerhalb der ersten drei Tage auf und klingen folgenlos ab. Häufig, in rund 15 Prozent der Fälle, treten Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome sowie Schmerzen, Rötung und eine verhärtete Injektionsstelle auf. Deutlich seltener können die Lokalsymptome auch schwerer ausgeprägt sein.

In seltenen Fällen kann es nach dem Impfen zu Impfgelbfieber mit potenziell tödlichen Komplikationen kommen. Daher sollte die Impfung gegen Gelbfieber nur nach individueller Nutzenabwägung verabreicht werden.

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