Ähnliche Symptome

Echte Grippe oder Erkältung? Das sind die Unterschiede

Hinter einer eher harmlosen Erkältung und einer echten Grippe stecken unterschiedliche Erreger, trotzdem sind die Symptome oft sehr ähnlich. Für die Behandlung ist es aber sehr wichtig, unkomplizierte Atemwegsinfekte (grippaler Infekt, Erkältung) von einer Influenza – der echten Grippe – zu unterscheiden.

Bei anhaltendem Fieber zum Arzt
Grippe oder Erkältung? Die Symptome beider Krankheiten ähneln sich zwar zunächst. Es gibt aber einige eindeutige Unterschiede.
© iStock.com/eldinhoid

Ein unkomplizierter Atemwegsinfekt beginnt etwa zwei bis acht Tage nach der Ansteckung, Erkältung und dauert selten länger als eine Woche. Eine erkrankte Person kann die Erreger etwa zwei bis zehn Tage lang ausscheiden, in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Behandlung mit bestimmten Medikamenten (Steroiden), auch länger.

Bei der normalen Erkältung tritt kaum Fieber auf

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Typische Symptome einer Erkältung sind ein geröteter Hals, mäßige Halsschmerzen, Schnupfen (anfangs wässrig, nach drei bis vier Tagen eitrig), eine behinderte Nasenatmung, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Abgeschlagenheit und Husten. Betroffene haben jedoch im Gegensatz zur Grippe kein oder nur geringes Fieber. Lassen die Symptome der Erkältung nach zwei bis drei Tagen entscheidend nach, bestätigt dies die Diagnose eines unkomplizierten grippalen Infekts.

Auch Menschen mit Atemwegserkrankungen wie allergischem Asthma weisen bei viralem Schnupfen in der Regel keine gravierenderen Symptome auf als atemwegsgesunde Menschen, können aber, wenn sie mit den Auslösern ihrer Erkrankung in Kontakt kommen, heftiger reagieren und Asthmaanfälle bekommen.

Was ist bei der echten Grippe anders?

Ein einheitliches Beschwerdebild gibt es bei der echten Grippe (Influenza) nicht, die Spanne reicht von symptomarmen bis zu schwersten Verläufen mit tödlichem Ausgang. Dabei können die Symptome der Grippe denen einer unkomplizierten Erkältung durchaus sehr ähnlich sein. Sie treten wenige Stunden bis Tage nach Ansteckung auf.

Überlebenszeit von Erkältungsviren

Typische Symptome und Beschwerden bei Grippe

Typisch ist jedoch ein oft sehr plötzlicher Beginn mit hohem Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüchen, allgemeiner Schwäche, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, trockenem Reizhusten sowie Übelkeit und Erbrechen. In der Fachsprache wird dieser Symptomkomplex auch „Influenza-like-illness-Symptomatik“ genannt.

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Bei älteren Patienten beginnt eine Virusgrippe oft schleichend, die Komplikationsraten sind für diese Patientengruppe höher. In aller Regel dauern die Symptome sieben bis 14 Tage an. Ein allgemeines Schwächegefühl und Appetitlosigkeit können aber noch einige Wochen darüber hinaus bestehen bleiben.

Grippe-Komplikationen vor allem bei chronisch Kranken

Anders als bei der einfachen Erkältung kann es bei der echten Grippe zu schweren Folgen kommen. Prinzipiell können Komplikationen in jedem Lebensalter auftreten, sie betreffen jedoch vorrangig Personen mit Grundkrankheiten (chronische Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen, Immundefekte etc.).

Die gefürchtetsten Komplikationen sind der plötzliche Tod Jugendlicher und jüngerer Erwachsener innerhalb weniger Stunden sowie das Auftreten einer unmittelbar durch die Grippe-Viren ausgelösten Lungenentzündung (primäre Influenzapneumonie).

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Relativ häufig entstehen Influenzapneumonien mit bakterieller Superinfektion. Dies bedeutet, dass sich auf dem Boden der viralen Lungenentzündung zusätzlich eine bakterielle Infektion – ausgelöst durch Erreger wie Staphylokokken, Pneumokokken, Haemophilus influenzae – entwickelt.

Weitere Komplikationen der Influenza können Entzündungen des Gehirns (Enzephalitiden) und des Herzens (Myokarditiden) sein. Bei Kindern kann eine Mittelohrentzündung (Otitis media) hinzukommen.

Gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Grippeschutzimpfung allen, die chronisch krank sind, etwa Asthma- oder COPD-Patienten sowie Senioren. Auch Angehörige chronisch kranker Babys sollten sich piksen lassen, um die Ansteckungsgefahr für das Kind zu senken. Wer jetzt allerdings erkältet ist, darf sich nicht gegen die Influenza impfen lassen. "Man sollte danach mindestens eine Woche wieder gesund sein und sich dann erst impfen lassen", rät Ellen Lundershausen, Vize-Präsidentin vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Kleine Kinder mit Influenza sind länger ansteckend

Die Ansteckungsfähigkeit bei der Grippe beginnt – anders als bei einer Erkältung – bereits kurz vor Auftreten der klinischen Symptomatik (innerhalb von weniger als 24 Stunden) und besteht danach gewöhnlich für drei bis fünf Tage. Kleine Kinder können Viren früher und für längere Zeit ausscheiden als Erwachsene.

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