Kehldeckelentzündung

Epiglottitis: Definition, Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einer Epiglottitis (Kehldeckelentzündung) handelt es sich um eine bakterielle Infektionserkrankung, die überwiegend bei Kindern auftritt. Welche Symptome sie vor allem bei Kindern zeigt und wie sie behandelt wird.

Epiglottitis
Von einer Epiglottitis sind häufig Kinder betroffen.
© iStock.com/SeventyFour

Eine Epiglottitis wird meist durch den Krankheitserreger Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ausgelöst, der auch eine Hirnhautentzündung hervorrufen kann. Sie trat bisher vor allem bei Kindern zwischen zwei und sieben Jahren auf. Seit der Einführung der Hib-Impfung ist die Häufigkeit der Epiglottitis bei Kindern deutlich zurückgegangen. Seitdem tritt sie bei Erwachsenen häufig als bei Kindern auf – hier vor allem bei Senioren und Ungeimpften. Eine akute Epiglottitis ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss, da durch die Schwellung des Kehldeckels Erstickungsgefahr besteht.

Kinderkrankheiten erkennen mit diesen Bildern

Symptome der Epiglottitis

Eine Epiglottitis macht sich bei Kindern innerhalb kurzer Zeit durch hohes Fieber bemerkbar. Weitere Symptome des entzündeten Kehlkopfs können sein:

  • Halsschmerzen
  • leise, „kloßige“, helle Stimme (bei Pseudokrupp heiser und rau)
  • Atemgeräusch bei der Einatmung
  • Atemnot
  • schnelle, flache Atmung (Klang wie Schnarchen)
  • nach vorne gebeugtes Sitzen, um leichter atmen zu können („Kutschersitz“)
  • Beschwerden und Schmerzen beim Schlucken
  • vermehrter Speichelfluss
  • Probleme beim Sprechen (aufgrund der Halsschmerzen)
  • Blaufärbung von Lippen und Händen durch den Sauerstoffmangel
  • rapide Verschlechterung des Allgemeinzustandes

Eltern sollten sofort den Notarzt rufen, wenn sie bei ihrem Kind Anzeichen für hohes Fieber und Atemnot erkennen können. Die Kehldeckelentzündung ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden.

Ursachen der Kehldeckelentzündung

Eine Epiglottitis wird durch Bakterien ausgelöst. Bei Kindern sind das vor allem Haemophilus influenzae Typ b, bei Erwachsenen Streptokokken, Pneumokokken und Staphylokokken. Es handelt sich um eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, die beim Husten oder Niesen und auch über gemeinsam genutzte Gegenstände übertragen wird. Erkrankte können andere Menschen noch bis 24 Stunden nach Beginn einer Antibiotikatherapie mit Epiglottitis anstecken.

Risikofaktoren für eine Epiglottitis sind:

  • keine Impfung gegen Hib
  • Immunsuppression/Immunschwäche
  • hohes Lebensalter

Diagnose bei Epiglottitis

Bei einer Epiglottitis kann das erkrankte Kind oder der Erwachsene im Krankenhaus genauer untersucht werden. Aus einer Blutprobe muss ermittelt werden, welcher Erreger die Epiglottitis verursacht. Darauf wird dann die Medikamentengabe abgestimmt.

Es kann eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) zur Begutachtung des Kehlkopfs durchgeführt werden. Der Kehlkopf erscheint bei einer Epiglottis rötlich, kirschrot und aufgetrieben.

Eine Differentialdiagnose zum Pseudokrupp sollte stattfinden.

Therapie bei Epiglottitis: Krankenhauseinweisung

Bei einer Epiglottitis muss immer eine notfallmäßige Aufnahme ins Krankenhaus erfolgen, da es sich um einen Notfall handelt, der intensivmedizinisch überwacht werden muss.

Eine Epiglottitis kann dann gut mit Antibiotika behandelt werden. Wenn die Atemwege besonders stark geschwollen sind, kann es notwendig sein, dem Kind einen Schlauch in die Luftröhre zu schieben und es vorübergehend künstlich zu beatmen.

Verlauf einer Epiglottitis

Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern kann eine Infektion mit dem Erreger der Epiglottitis einen schweren Verlauf nehmen. Es droht der Tod durch Ersticken, was aber nur in einem Prozent der Fälle eintritt. Es ist daher umso wichtiger, dass Eltern bei Atemnot und hohem Fieber schnell einen Notarzt rufen und medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Epiglottitis vorbeugen mit Hib-Impfung

Seit Einführung der Hib-Impfung im Jahr 1990 konnte die Zahl der Infektionen mit dem Krankheitserreger stark verringert werden. Daher gilt die Impfung als beste Vorbeugemaßnahme. Eltern sollten ihr Kind bereits ab dem zweiten Lebensmonat impfen lassen, um eine Epiglottitis zu vermeiden. Die Grundimmunisierung sollte nach mehreren Teilimpfungen etwa ab dem elften Lebensmonat abgeschlossen sein.

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