Funktionsweise und Zuverlässigkeit

Antigen-Schnelltest auf SARS-CoV-2: Alles Wichtige im Überblick

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Sie zählen mit zur wichtigsten Strategie im Kampf gegen Sars-CoV-2: Corona-Tests. Aber wie funktionieren sie? Welche Arten von Tests gibt es? Und wie verlässlich sind sie? Erfahren Sie mehr über Antigentests und prüfen Sie mit unserem Scanner, wie sicher Ihr Selbsttest für zu Hause ist.

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© Getty Images/ti-ja

Ergebnis in etwa 15 Minuten: Um sich auf das Coronavirus zu testen, greifen viele Menschen auf Selbsttests zurück. Wie Untersuchungen herausgefunden haben, sind jedoch nicht alle Tests geeignet, um das Virus tatsächlich zu identifizieren. Im Text finden Sie daher ein Online-Tool, mit dem Sie überprüfen können, ob der von Ihnen gekaufte Test eine hohe Erkennungsrate hat.

Artikelinhalte im Überblick:

Ansteckung mit dem Coronavirus: Wie schütze ich mich?

Wofür ist ein Antigen-Schnelltest und -Selbsttest geeignet?

Zum Nachweis von SARS-CoV-2 sind in Deutschland verschiedene Testverfahren im Einsatz. Neben den sogenannten PCR-Tests, die als Goldstandard in der Corona-Diagnostik gelten, stehen zudem Antigen-Schnelltests zur Verfügung. Sie haben eine geringere Sensitivität, das bedeutet, dass sie eine Infektion mit geringerer Wahrscheinlichkeit erkennen und eine größere Virusmenge notwendig ist, um ein positives Ergebnis anzuzeigen. Dafür ist jedoch eine Durchführung ohne Laborauswertung möglich. Ein weiterer Vorteil: Das Ergebnis liegt meist bereits nach etwa 15 Minuten vor.

Dabei werden folgende Begriffe unterschieden:

  • Schnelltests: Als solche werden Antigen-Tests mit entsprechender CE-Kennzeichnung bezeichnet, die von geschultem medizinischen Personal durchgeführt werden. Sie kommen beispielsweise in Pflegeheimen oder Schulen zum Einsatz. Darüber hinaus können Antigen-Schnelltests kostenlos in Testzentren, Apotheken oder Praxen durchgeführt werden.

  • Selbsttests: Antigentests zur Eigenanwendung dienen dem Gebrauch im privaten Bereich und können beispielsweise vor dem Besuch bei Verwandten für mehr Sicherheit sorgen. Damit Selbsttests von Privatpersonen eigenständig zu Hause durchgeführt werden können, sind Probenentnahme und -auswertung entsprechend einfach gehalten. Testkits sind in Apotheken, Drogeriemärkten und Discountern erhältlich.

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe Selbsttests und Schnelltest häufig synonym verwendet, da beide schnelle Ergebnisse liefern und auf dieselbe Weise funktionieren.

Wie funktioniert ein Antigen-Schnelltest und -Selbsttest?

Im Vergleich zu PCR-Tests, welche auf der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (englisch: polymerase chain reaction = PCR) beruhen, wird bei Antigentests nicht das Erbgut des Virus nachgewiesen, sondern dessen Proteine (meist Nukleo-Proteine).

Antigentests funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Schwangerschaftstest: Das aus Atemwegsproben (zum Beispiel Nasen- oder Rachenabstrich) stammende Analysematerial wird erst in Flüssigkeit und dann auf einen Teststreifen gegeben. Antikörper erkennen die Viruseiweiße. In den Anzeige-Fenstern des Tests ist ablesbar, ob der Test funktioniert hat und ob eine Infektion vorliegt oder nicht.

Wie zuverlässig sind Antigentests?

Antigen-Schnelltests und -Selbsttests sind grundsätzlich weniger empfindlich (sensitiv) als PCR-Tests. Das bedeutet, dass eine größere Viruslast erforderlich ist, um eine Corona-Infektion nachzuweisen.

Bei Selbst- und Schnelltests auf Corona kann es zu zwei verschiedenen Fehlern kommen:

  • Falsch-negatives Ergebnisse: Laut Testergebnis liegt keine Infektion vor, die Person ist jedoch infiziert. Das ist insbesondere kurz nach einer Ansteckung häufig der Fall, da meist noch wenige Viren vorhanden sind.
  • Falsch-positive Ergebnisse: Genauso kann es jedoch vorkommen, dass der Test ein positives Ergebnis anzeigt, obwohl keine Infektion vorliegt.

Ein positives Ergebnis sollte daher mit einem PCR-Test gegengeprüft werden. Zudem sind Antigentests zur Eigenanwendung (Corona-Selbsttests) nur dann aussagekräftig, wenn die Vorgaben der Gebrauchsanweisung exakt eingehalten werden.

Wie sicher erkennen Antigen-Schnelltests Omikron?

Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sind die allermeisten im Handel verfügbaren Selbsttests grundsätzlich dazu in der Lage, eine Omikron-Infektion zu erkennen. Denn die Mehrheit der Tests weise das N-Protein des Coronavirus nach, die Mutation der Omikron-Variante betreffe dagegen primär das S-Protein. Allerdings wurden erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Qualität von Corona-Selbsttests festgestellt. Bei einer intensiven Überprüfung des PEIs fiel etwa jeder fünfte Schnelltest durch.

Scan-Check: Wie gut funktioniert Ihr Corona-Selbsttest?

Als minimal akzeptierte Sensitivität wurde ein Wert von 75 Prozent bei hoher Viruslast (Cq ≤ 25) festgelegt – nur dann kann ein SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltests bzw. Antigen-Selbsttests als gut bewertet werden. Ob Ihr Schnelltest diesen Anforderungen entspricht, können Sie mit diesem Tool schnell überprüfen. Scannen Sie dafür einfach den Strichcode auf der Verpackung oder wählen Sie Ihren Selbsttest manuell aus.

Hinweis: Einige Browser erlauben keinen Zugriff auf die Kamera. In diesem Fall müssen Sie die Einstellungen Ihres Mobilgerätes ändern oder den Test manuell auswählen.

Der Schnelltest-Test wurde von den Kolleg*innen von zerforschung.org erstellt.

Welche Arten von Antigen-Schnelltests gibt es?

Die meisten Schnell- beziehungsweise Selbsttests erfolgen über einen Nasenabstrich. Hierfür muss ein Stäbchen etwa 1,5 Zentimeter nacheinander in beide Nasenlöcher eingeführt werden. Die genaue Durchführung kann der beiliegenden Anleitung entnommen werden. Es sind aber noch weitere Testverfahren verfügbar, etwa:

  • Lolli-Test: Die Testvariante, für die eine Speichelprobe genügt, gilt vor allem für Kinder als angenehmer.

  • Spucktest: Hierbei wird in eine kleine Tüte gespuckt. Der Speichel wird in ein Röhrchen mit Reagenzien gegeben und dann auf den Teststreifen geben.

  • Gurgeltest: Es handelt sich nicht um einen Antigentest. Die Corona-Tests mittels Rachenspülung müssen per PCR-Testverfahren ausgewertet werden.

Eine Liste mit zugelassenen Selbsttests zur Eigenanwendung ist auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) einsehbar. Zudem hat das Paul-Ehrlich-Institut eine Liste ausgewiesener Tests zur Verfügung gestellt, die zusammen mit dem Robert-Koch-Institut festgelegte Mindestkriterien erfüllen.

Auswertung von Antigen-Schnelltests: Was bedeuten die Ergebnisse?

Grundsätzlich gibt es bei Antigentests drei mögliche Ergebnisse. Der Test zeigt kein eindeutiges Ergebnis und muss wiederholt werden, er ist positiv oder negativ.

Positives Ergebnis

Zeigt ein beim Testzentrum oder einer Apotheke durchgeführter Schnelltest ein positives Ergebnis an, wird dies meist automatisch dem Gesundheitsamt gemeldet. Sie sollten sich möglichst sofort in Quarantäne geben und den Anweisungen des Gesundheitsamtes folgen. Meist wird in den nächsten Tagen ein – in diesem Fall kostenloser – PCR-Test vom Testzentrum oder der Hausarztpraxis veranlasst. Falls Sie Corona-Symptome entwickeln, sollten Sie ebenfalls ärztliche Rücksprache halten.

Fällt ein Selbsttest bei Ihnen zu Hause positiv aus, sollten Sie sich ebenfalls in Isolation begeben und Ihre*n Hausärztin*Hausarzt verständigen. Auch in diesem Fall kann ein PCR-Test Klarheit bringen.

Negatives Ergebnis

Ein Antigentest ist immer nur eine Momentaufnahme. Ein negatives Ergebnis bedeutet also nur, dass sie zu dem entsprechenden Zeitpunkt (mir großer Wahrscheinlichkeit) nicht ansteckend sind. Zwei Tage später kann das schon wieder anders aussehen. Außerdem bedeutet ein negatives Testergebnis nicht vollständige Sicherheit. Deshalb sollten negativ Getestete trotzdem die AHA-Regel beachten – also Abstand halten, Hände waschen und Alltagsmaske tragen.

Corona: Spätfolgen und Langzeitfolgen von COVID-19
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Herr Dr. Jan Leidel

Mikrobiologie u. Infektionsmedizin in Köln

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