Auch das Geschlecht spielt eine Rolle

Coronavirus: Diese Risikofaktoren für einen schweren Verlauf sollten Sie kennen!

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Eine Infektion mit dem Coronavirus verläuft in den meisten Fällen mild. Die Erkrankung Covid-19 kann aber auch tödlich verlaufen und die Zahl der bestätigten Infektionen steigt exponentiell an. Für wen ist das Coronavirus besonders gefährlich?

Coronavirus Risikogruppen
Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko für schwere Verläufe einer Coronavirus-Infektion.
© iStock.com/peterhowell

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Coronavirus-Infektion zu ernsten Komplikationen führt, ist umso höher, je älter der Erkrankte ist. Daneben gibt es weitere Faktoren, die das Risiko für einen schweren Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19 erhöhen.

Artikelinhalte im Überblick:

Coronavirus: Wer gehört zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf?

Sterblichkeitsrate bei Covid-19 steigt mit Alter dramatisch

Das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 ist umso höher, je älter der Erkrankte ist. Laut dem Virologen Christian Drosten von der Charité Berlin verändert sich die Sterberate bei einer Infektion mit dem Coronavirus je nach Altersgruppe wie folgt:

  • 20–25 Prozent bei Personen über 80 Jahren mit Covid-19

  • 7–8 Prozent bei Personen zwischen 70 und 80 Jahren

  • 3 Prozent bei 60-70 jährigen Coronavirus-Erkrankten

  • 1–1,5 Prozent bei 50-60 Jahre alten Infizierten

  • 0,2–0,4 Prozent bei Menschen unter 50 Jahren

Die Zahlen machen deutlich, dass ein sehr hohes Alter das Risiko für besonders schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 dramatisch erhöht.

Verhalten bei Verdacht auf Coronavirus_Test_COVID-19

Vorerkankungen erhöhen Risiko durch Coronavirus

Neben dem Alter spielen auch Vorerkrankungen eine entscheidende Rolle, wie schwer eine Coronavirus-Infektion verläuft. Der Grund hierfür liegt wie auch beim Alter darin, dass Vorerkrankungen das Immunsystem schwächen können.

Am meisten gefährdet scheinen nach derzeitigem Kenntnisstand Menschen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu sein. Je nach Vorerkrankung haben Wissenschaftler folgende Sterberaten für Covid-19-Infizierte errechnet:

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: 10,5 Prozent

  • Diabetes: 7,3 Prozent

  • chronische Atemwegserkrankungen, zum Beispiel Asthma: 6,3 Prozent

  • Bluthochdruck: 6 Prozent

  • Krebs: 5,6 Prozent

Auch gleichzeitige bakterielle oder virale Infektionen (etwa Grippe) können zu einem erhöhten Risiko durch die Erkrankung Covid-19 führen. In diesem Zuge ist es sinnvoll, dass ein Grippe-Impfschutz besteht und sich insbesondere auch Personen über 60 Jahren gegen Pneumokokken impfen lassen, sofern kein ausreichender Impfschutz besteht oder der Impfstatus unklar ist.

Coronavirus: Was schützt vor einer Ansteckung?

Geschwächtes Immunsystem begünstigt schweren Verlauf von Covid-19

Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gehören zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die körpereigene Immunabwehr kann durch verschiedenste Gründe herabgesetzt sein. Oft sind Grunderkrankungen für ein schwaches Immunsystem ursächlich, zum Beispiel:

  • Stoffwechselstörungen
  • Chronische Erkrankungen der Atemwege
  • Krebs
  • AIDS
  • Leukämie
  • bestimmte Autoimmunerkrankungen

Aber auch die Einnahme von Medikamenten, etwa Cortison, kann für ein geschwächtes Immunsystem verantwortlich sein und einen schweren Verlauf von Covid-19 begünstigen.

Männer durch Coronavirus besonders gefährdet

Auch das Geschlecht scheint einen Einfluss auf die Schwere des Verlaufs einer Coronavirus-Infektion zu haben. Die bisherigen Todesopfer von Covid-19 zeigen, dass das "starke Geschlecht" für tödliche Verläufe stärker gefährdet ist:

Für Männer wurde eine Sterberate von 2,8 Prozent errechnet. Mit einer Sterblichkeitsrate von 1,7 Prozent scheinen Frauen eine Infektion mit dem Coronavirus hingegen tendenziell besser durchzustehen.

Weshalb Männer ein höheres Risiko für einen tödlichen Verlauf einer Covid-19-Erkrankung haben, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Mediziner nehmen aber an, dass hier zwei Faktoren eine Rolle spielen:

  1. Immunsystem: Das weibliche Immunsystem scheint generell stärker zu sein als das von Männern.

  2. Lebensstilfaktoren: Frauen achten tendenziell stärker auf ihre Gesundheit als Männer. Damit haben sie ein geringeres Risiko für Vorerkrankungen (etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen), die einen schweren Verlauf von Covid-19 begünstigen.

Lebensstilfaktoren beeinflussen Risiko von Coronavirus-Infektionen

Auch könnten beeinflussbare Lebensstilfaktoren das Risiko für einen schweren Verlauf einer Coronavirus-Infektion erhöhen. Dazu gehört unter anderem Rauchen. Der Konsum von Tabak erhöht das Risiko für (chronische) Atemwegs- und Lungenerkrankungen, darunter COPD.

Außerdem hat Rauchen einen negativen Einfluss auf das Immunsystem. Da das Coronavirus vor allem durch den möglichen Ausbruch einer tödlichen Lungenentzündung gefährlich werden kann, ist bei Rauchern von einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Atemwegserkrankung Covid-19 auszugehen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) zählt Raucher deshalb offiziell zur Risikogruppe.

Wie können Gesunde Risikogruppen schützen?

Da ältere und kranke Menschen für einen schweren Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19 besonders gefährdet sind, verdienen sie einen besonderen Schutz. Für Risikogruppen kann übrigens auch ein persönlicher Kontakt zu jungen, symptomfreien Personen gefährlich sein.

Denn oft verläuft eine Coronavirus-Infektion ohne Symptome und heilt unerkannt aus. Bei unvermeidlichem persönlichen Kontakt mit Risikogruppen sollten gesunde Menschen deshalb die gängigen Hygienemaßnahmen besonders beachten.


Coronavirus Ansteckungsrisiko minimieren
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Kennen Sie Menschen in Ihrem nahen Umfeld, die zu einer der Risikogruppen des Coronavirus gehören, können Sie diesen Ihre Hilfe anbieten, etwa durch das Erledigen von Besorgungen. Vermeiden Sie durch Ihre Hilfe aber unnötigen engen Kontakt, um besonders gefährdete Personengruppen nicht unnötig zu gefährden.

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