Tipps fürs Immunsystem

Hausstauballergiker sollten jetzt gut lüften

Milbensterben im Herbst: Wie Sie die Allergene loswerden

Wer an einer Hausstaubmilben-Allergie leidet, für den ist das Lüften der Wohnräume gerade im Herbst besonders wichtig. Das veränderte Raumklima lässt einen Großteil der Milben sterben, wobei in hohem Maße Allergene freigesetzt werden.

Allergiker sollten jetzt besonders gut lüften
Im Bett fühlen sich Hausstaubmilben wohl - bis der Herbst kommt.
©iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

So allein, wie Sie sich abends vielleicht manchmal im Bett fühlen, sind Sie keineswegs: Sie teilen Ihre Schlafstätte möglicherweise mit bis zu 1,5 Millionen Milben. Sie gehören zur Gattung der Spinnentiere und zählen zu den normalen Mitbewohnern in Haus und Wohnung, sind mit dem bloßen Auge aber nicht zu entdecken.

Ihr Vorkommen hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Auch übertragen sie keine Krankheiten. Im Laufe ihres zwei bis vier Monate dauernden Lebens produzieren sie das 200-fache ihres Körpergewichts an Kot - für Allergiker zu jeder Jahreszeit ein Problem. Der staubfeine Milbenkot kann bei ihnen nächtliche Hustenanfälle und Atemnot sowie eine verstopfte Nase nach dem Aufwachen auslösen.

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Trockene Heizungsluft macht Milben den Garaus

Besonders schlimm wird es im Herbst, wenn die Heizperiode beginnt. Für die Milben eine harte Zeit: Ein Großteil der kleinen Lebewesen, die zwar Wärme mögen, aber eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, stirbt in der trockenen Heizungsluft ab. Das mag positiv klingen, lässt Allergiker aber leiden: Die Milbenkörper und der Kot der Tiere zerfallen in feinste Partikel - ein Prozess, bei dem Allergene, also die Stoffe, auf die allergische Menschen reagieren, in großem Maße freigesetzt werden.

Da hilft am besten regelmäßiges und gründliches Lüften - am besten quer durch mehrere Zimmer und mehrmals am Tag. Wie lange jeweils gelüftet werden sollte, hängt von der Außentemperatur ab: Je kälter es ist, desto kürzer muss das Fenster aufbleiben. Das ist besonders wichtig im Schlafzimmer. Denn Milben halten sich gerne in unseren Betten auf. Dort ist es warm und menschliche Hautschuppen, von denen sich die mikroskopisch kleinen Spinnentiere ernähren, gibt es im Überfluss.

Milbendichte Bettbezüge alleine reichen nicht

Deswegen sollte man gerade jetzt auch dem Bett besondere Sorgfalt widmen und Bettdecke, Kissen und Bettwäsche regemäßig bei mindestens 60°C waschen.  Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB) rät außerdem generell zu allergendichten Matratzenüberzügen, den sogenannten Encasings.

Diese Maßnahme allein ist allerdings nicht ausreichend, wie eine Studie zeigte. Forscher testeten den Effekt von Allergen undurchlässigen Bezügen für Matratze, Bettdecke und Kopfkissen an über Tausend Menschen mit Asthma bronchiale. Aber weder die Häufigkeit der Asthma-Anfälle noch die Menge an benötigten Medikamenten konnte allein durch die Verwendung dieser Spezialbezüge reduziert werden.

Kombinieren Sie daher möglichst alle bekannten Maßnahmen, um die unerwünschten winzigen Bettgenossen zu reduzieren. Lüften Sie auch Decken und Matratzen regelmäßig, wechseln sie häufig die Bettbezüge und tauschen Sie alle sieben bis zehn Jahre ihre alte Matratze gegen eine neue. Das Absaugen der Matratze hilft ebenfalls.  Damit nicht noch zusätzliche Hautschuppen auf das Bett gelangen, entkleiden Sie sich am besten nicht direkt neben Ihrer Schlafstätte.

Auch außerhalb des Schlafzimmers sollten Sie für milben- und allergenarme Wohnräume sorgen. Der DAAB hat dazu einige Tipps parat:

  • Alle Räume stets gut lüften und trocken halten.
  • Teppichboden ist oftmals besser als glatte Böden. Glatte Bodenbeläge sind nur dann besser, wenn diese mindestens jeden zweiten Tag (nebel-)feucht gewischt werden. Achten Sie bei Staubsaugern auf spezielle Feinstaubfilter (Hepa-Filter).
  • Verzichten Sie im Haus, wo es möglich ist, auf Staubfänger, wie zum Beispiel offene Bücherregale, viele Kissen oder Stofftiere, Polstermöbel. Eine Alternative sind Ledermöbel.
  • Kuscheltiere von Kindern können durch einen "Besuch" in der Kühltruhe von Milben befreit werden. Alternative sind waschbare Kuscheltiere.

Sollten Sie Alltag und heimischen Hausstaubmilben durch einen Herbsturlaub entfliehen wollen, rät der DAAB übrigens zu höheren Lagen. Als Urlaubsgebiete empfehlen sich für Hausstauballergiker laut dem Verband Regionen über 1.200 Meter Höhe.

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