Häufige Komplikation

Rippenfellentzündung (Brustfellentzündung/Pleuritis)

Die Rippenfellentzündung ist in der Regel eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen. Dementsprechend vielfältig sind die Ursachen. In vielen Fällen kommt es zu scharfen, stechenden Schmerzen beim Atmen.

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Starke Brustschmerzen beim Atmen sind ein typisches Symptom der "trockenen" Rippenfellentzündung.

Der Rippenfellentzündung, andere Namen dafür sind Brustfellentzündung oder Pleuritis, liegt eine Entzündung der Auskleidung des Brustraums, der sogenannten Pleura, zugrunde. Diese besteht aus zwei Teilen. Ein Teil bedeckt die innere Wand der Brusthöhle und wird von Medizinern als Pleura parietalis (Brustfell) bezeichnet. Der andere Teil überzieht die Lunge und heißt im medizinischen Sprachgebrauch Pleura visceralis (Lungenfell). Zwischen beiden Pleurablättern befindet sich der Pleuraspalt, in dem sich unter Umständen Flüssigkeit ansammeln kann. Das wird als Pleuraerguss bezeichnet.

Die wichtigsten Untersuchungen beim Arzt

Rippenfellentzündung: Anatomische Grundlagen

Normalerweise sind beide Pleurablätter glatt und verschieben sich ohne größere Reibung gegeneinander. Dadurch können sich die Lungen beim Einatmen ausdehnen oder beim Ausatmen zusammenziehen und werden dabei nicht behindert.

Genau genommen bezieht sich die Bezeichnung Rippenfell- oder Brustfellentzündung nur auf eine Entzündung der Pleura parietalis beziehungsweise des Brustfells. Ein Teil des Brustfells heißt Rippenfell, nämlich derjenige, der die Rippen überzieht. Prinzipiell können Schmerzen nur empfunden werden, wenn das Brustfell betroffen ist, da sich hier entsprechende Nerven befinden. Veränderungen des Lungenfells oder der Pleura visceralis verursachen keine Schmerzen, da derartige Nerven fehlen.

Bei Erkrankungen des Lungengewebes kann das Lungenfell oder die Pleura visceralis in Mitleidenschaft gezogen werden. Von da aus dehnt sich die Krankheit unter Umständen über den Pleuraspalt auf das Brust- beziehungsweise Rippenfell aus, was die dort befindlichen Nervenendigungen aktiviert: Schmerzen entstehen.

Starke Schmerzen sind typisch für eine trockene Pleuritis

Der charakteristische scharfe Schmerz, der vor allem beim Einatmen auftritt, kommt bei einer Rippenfellentzündung (Brustfellentzündung, Pleuritis) ohne Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt) vor. Dieser Schmerz wird auch als pleuritischer Schmerz bezeichnet. Ursache für die Schmerzempfindung könnten bisherigen Erkenntnissen zufolge die sehr empfindlichen Nervenendigungen im Brustfell sein, die auf entzündliche Veränderungen und Dehnungen reagieren. Andere Mediziner gehen davon aus, dass entzündungsbedingte Veränderungen ein Aufrauen der glatten Oberflächen der beiden Pleuraschichten hervorrufen. Schmerzen können demnach entstehen, wenn sich die beiden Blätter gegeneinander bewegen.

Rippenfellentzündung: Diese Symptome sind für eine Pleuritis typisch

Eine Rippenfellentzündung, die ohne Flüssigkeitsansammlung zwischen den beiden Pleurateilen Brust- und Lungenfell einhergeht (Pleuraerguss), wird als trockene Rippenfellentzündung oder als Pleuritis sicca bezeichnet. Wesentliches Symptom sind dabei atemabhängige starke Schmerzen des Brustkorbs.

Die Schmerzen bei der Rippenfellentzündung werden durch Atembewegungen, offenbar vor allem durch tiefes Einatmen, Husten oder Niesen, ausgelöst beziehungsweise verstärkt. Zwischen den Atemzügen haben viele Betroffene keine oder geringere Schmerzen, sodass ein Teil der Patienten versucht, durch Luftanhalten oder möglichst geringe Atembewegungen die Beschwerden zu lindern. Andere Betroffene drücken mit Hand und Arm auf die schmerzende Seite des Brustkorbs, um die Atembewegungen zu begrenzen. Kurzatmigkeit oder Atemnot können aufgrund der abgeschwächten Atmung hinzukommen.

In der Regel treten die Schmerzen im Bereich des Brustkorbs auf. Sie können aber auch in die Schulter oder in den Hals ausstrahlen, je nachdem welcher Bereich betroffen ist.

Beschwerden beim Pleuraerguss

Kommt es zu einem Pleuraerguss, auch bekannt als feuchte Rippenfellentzündung oder Pleuritis exsudativa, können die Schmerzen zurückgehen. Manche Patienten beschreiben die Schmerzen dann als eher dumpf. Grund dafür ist, dass die Flüssigkeit, die sich zwischen den beiden Pleurablättern befindet, sozusagen als Schmiermittel dient. Sammeln sich allerdings größere Flüssigkeitsmengen an, kann das die Lungen in ihrer Funktion einschränken. Mögliche Folgen sind Kurzatmigkeit oder Atemnot, aber auch häufigeres Atmen.

Zudem können sich Erreger im Erguss ansiedeln und vermehren und eine Infektion auslösen. Dann treten unter Umständen Beschwerden wie Husten, Fieber oder Schüttelfrost auf.

Je nach Ursache der Brustfellentzündung haben die Patienten mitunter auch Symptome wie Unwohlsein, Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder Gelenkschmerzen.

Alarmzeichen bei Rippen-/Brustfellentzündung

Starke, anhaltende und/oder plötzlich auftretende (akute) Brustschmerzen sollten von einem Arzt abgeklärt werden. Auch (akute) Atemnot oder Kurzatmigkeit sowie Blaufärbung der Haut sind Gründe, möglichst schnell einen Arzt aufzusuchen, hohes Fieber ein weiterer.

Der Arzt wird durch ausführliche und gründliche Untersuchungen, die Ursache für die Beschwerden herausfinden und die notwendigen Behandlungen beginnen. Hinter den genannten Beschwerden können sich auch schwerwiegende Erkrankungen wie ein Herzinfarkt, eine durch Bakterien ausgelöste Lungenentzündung oder ein Verschluss eines Lungengefäßes verbergen.

Rippenfellentzündung: Welche Ursachen stecken dahinter?

Die Ursachen einer Rippenfellentzündung sind vielfältig, da diese Entzündung im Zusammenhang mit vielen verschiedenen Erkrankungen stehen kann.

Viren als Ursache der Pleuritis

Eine der häufigsten Ursachen einer Rippenfellentzündung (Pleuritis) sind Virus-Infektionen. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Erreger der Grippe (Influenza), des Mumps und des Pfeiffer’schen Drüsenfiebers (Epstein-Barr-Virus). Daneben gibt es eine Reihe von Viren, die Entzündungen auslösen können, die sich unter Umständen auf die beiden Pleurablätter Lungen- und Brustfell ausbreiten.

Auch Bakterien oder Autoimmunerkrankungen können Rippenfellentzündung auslösen

Rippenfellentzündungen können auch im Zusammenhang mit bakteriellen Lungenentzündungen entstehen. Auch im Rahmen einer Tuberkulose treten sie mitunter auf. Selten ist eine Brust- oder Rippenfellentzündung ein Symptom einer sogenannten Autoimmunerkrankung, bei der sich das Abwehrsystem gegen Teile des eigenen Körpers richtet. Zu solchen Krankheiten zählt zum Beispiel die rheumatoide Arthritis. Pleuritiden kommen unter Umständen auch nach Herzoperationen vor. Seltene Auslöser sind Krebserkrankungen der Lunge. Daneben gibt es noch weitere Ursachen wie bestimmte Medikamente. In manchen Fällen können keine Auslöser gefunden werden, dann spricht man von einer idiopathischen Pleuritis.

Schwerwiegendere Ursachen für typische Schmerzen

Die für eine Rippenfellentzündung typischen (pleuritischen) Schmerzen können auch im Zusammenhang mit einem Herzinfarkt, einem Verschluss eines Lungengefäßes (Lungenembolie), einer Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis), einer Lungenentzündung (Pneumonie) oder einer Gasbrust (Pneumothorax) auftreten. Bei einer Gasbrust bzw. einem Pneumothorax sammelt sich im Raum zwischen dem Brust- und Lungenfell (Pleuraspalt) Luft an. Dabei kollabiert entweder ein Teil der Lunge oder der ganze Lungenflügel. Ursache hierfür kann eine Verletzung des Brustkorbs sein.

Rippenfellentzündung: So läuft die Pleuritis-Diagnose ab

Die Diagnose einer Rippenfellentzündung kann verschiedene Untersuchungen umfassen, da die Ursachen der Pleuritis so vielfältig sind.

Am Beginn der Diagnose einer Rippenfellentzündung steht, wie bei anderen Erkrankungen auch, die ausführliche Befragung des Patienten durch den Arzt (Anamnese). Der Mediziner erkundigt sich genau nach den bestehenden Beschwerden des Patienten, zum Beispiel wie lange sie bestehen, ob sie plötzlich oder langsam schleichend aufgetreten sind, wodurch sie verstärkt werden. Weitere Aspekte der Anamnese sind bestehende Erkrankungen, regelmäßige Medikamenteneinnahme, gerade durchgeführte Fernreisen und anderes.

Anschließend folgt die gründliche körperliche Untersuchung des Patienten mit besonderem Fokus auf den Brustkorb, vor allem der schmerzenden Region. Dazu gehören unter anderem das Abhören der Lunge, das Abklopfen und das Abtasten des Brustkorbs.

Erster Schritt zur Diagnose einer Rippenfellentzündung: Brustkorb röntgen

In der Regel wird bei Patienten, bei denen der Verdacht auf eine Rippenfellentzündung besteht, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs gemacht. Dadurch lassen sich zum Beispiel Luftansammlungen, Flüssigkeit zwischen dem Brust- und Lungenfell (Pleuraerguss) oder Hinweise auf eine Lungenentzündung (Pneumonie) erkennen. Mithilfe von Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) können unter anderem Pleuraergüsse sichtbar gemacht werden. Weiterführende bildgebende Verfahren wie die Computertomographie, die die entsprechende Körperregion in Schichten beziehungsweise Schnitten dargestellt, ermöglichen eine genaue Betrachtung gewisser Veränderungen im Brustkorb.

Laboruntersuchungen können helfen, die Pleuritis festzustellen

Blutanalysen sind weitere Maßnahmen, die die Diagnose der Rippenfellentzündung (Brustfellentzündung, Pleuritis) unterstützen können. Sie liefern eventuell Hinweise auf Entzündungen oder bestimmte Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis. Besteht ein Pleuraerguss, kann daraus Flüssigkeit gewonnen und im Labor untersucht werden. So lässt sich feststellen, ob der Erguss zum Beispiel Eiter oder Blut enthält. Das Verfahren, mit dem die Flüssigkeit gesammelt wird, nennt man Pleurapunktion. Dabei betäubt der Arzt zunächst die entsprechende Region, indem er vor Ort ein Betäubungsmittel spritzt. Dann führt er eine Nadel durch die Brustwand zwischen den Rippen hindurch und entnimmt die Flüssigkeit. Mitunter nutzt der Arzt dabei den Ultraschall, um den Vorgang zu kontrollieren.

Je nach (vermuteter) Ursache der Beschwerden kommen weitere Untersuchungen infrage. Dazu gehört zum Beispiel ein Elektrokardiogramm (EKG), mit dem die elektrischen Herzströme abgeleitet werden, um mögliche Veränderungen am Herz zu erkennen.

Rippenfellentzündung behandeln: Therapie-Optionen im Überblick

Die Therapie der Rippenfellentzündung hat zwei wesentliche Ziele. Zum einen müssen die zugrunde liegende Erkrankung und zum anderen die oft sehr starken Schmerzen behandelt werden.

Ursachen der Pleuritis behandeln

Ist eine durch Bakterien hervorgerufene Lungenentzündung (Pneumonie) die auslösende Erkrankung für eine Rippenfellentzündung, können Antibiotika gegen die Bakterien helfen. Stehen jedoch Viren hinter den Beschwerden, richten Antibiotika nicht viel aus. Virale Entzündungen können ohne Medikamente ausheilen, es gibt aber auch Wirkstoffe, die Viren bekämpfen.

Sind Arzneimittel die Auslöser der Rippenfellentzündung, sollten diese, soweit möglich, abgesetzt werden. Dabei ist aber unbedingt die Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Steht die Rippenfellentzündung im Zusammenhang mit Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, müssen diese behandelt werden.

Schmerzen durch Rippenfellentzündung lindern

Um die zum Teil sehr heftigen Schmerzen bei Rippenfellentzündungen zu lindern, können die Betroffenen auf Schmerzmittel zurückgreifen. Dazu gehören zum Beispiel nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie die Wirkstoffe Ibuprofen oder Indomethazin, die auch gegen Entzündungen wirken.

Therapie von Komplikationen einer Pleuritis

Eine vollständige Entfernung der Flüssigkeitsansammlung zwischen Lungen- und Brustfell (Pleuraerguss) ist unter Umständen sinnvoll. Mögliche Verfahren sind eine Pleurapunktion oder eine Pleuradrainage. Auch eine Gasbrust (Pneumothorax) kann über eine Pleuradrainage behandelt werden. Andere schwerwiegende Erkrankungen wie eine Entzündung des Herzbeutels, ein Herzinfarkt oder ein Verschluss eines Lungengefäßes erfordern in der Regel eine sofortige Therapie.

Rippenfellentzündung vorbeugen: So schützen Sie sich vor Pleuritis

Zur Prävention einer Rippenfellentzündung (Brustfellentzündung, Pleuritis) gehört in erster Linie, den auslösenden Grunderkrankungen vorzubeugen.

Beispielsweise kann das Einhalten hygienischer Maßnahmen Infektionen mit Bakterien oder Viren  und somit Erkrankungen wie Tuberkulose oder Lungenentzündungen verhindern. Bei anderen Erkrankungen, die hinter einer Rippenfellentzündung (Brustfellentzündung, Pleuritis) stecken können, wie der rheumatoide Arthritis ist eine Prävention sicherlich kaum möglich.

Grunderkrankungen verhindern heißt, der Rippenfellentzündung vorzubeugen

Ist die Grunderkrankung bereits ausgebrochen, kann die Rippenfellentzündung eventuell durch eine korrekte und ausreichende Therapie verhindert werden. Zum Beispiel sollte eine durch Bakterien verursachte Lungenentzündung möglichst früh mit den entsprechenden Medikamenten, den sogenannten Antibiotika, therapiert werden. Die Erreger können sich dann nicht weiter vermehren, wodurch sich die Ausbreitung der Entzündung eindämmen lässt und die Entzündung zurückgeht. Auch andere Erkrankungen, die mit einer Rippenfellentzündung einhergehen können, sollten konsequent therapiert werden.

Komplikationen unbedingt behandeln

Patienten mit bereits bestehender Pleuritis müssen sich an die verschriebene Therapie halten, um mögliche Schwierigkeiten wie Luftnot oder mit der Grundkrankheit zusammenhängende Komplikationen zu verhindern. Dazu kann zum Beispiel ein Verzicht auf das Rauchen gehören.

Autor:
Letzte Aktualisierung:10. Juli 2015
Quellen: Kass SM, Williams PM, Reamy BV: Pleurisy. In: Am Fam Physician 75 (2007), S. 1357-1364. Dugdale DC, Vyas JM, Zieve D (28.08.2009): Pleurisy. (Stand 20.04.2010) Mayo Clinic.com (20.03.2010): Pleurisy. (Stand 20.04.2010) Kurz K, Giannitsis E, Meyer FJ: Thoraxschmerz. In: Pneumologe 5 (2005), S. 188-197 Barreiro-Cotón S, Schaps KP: Erkrankungen der Pleura. In: Barnaure I, Barreiro-Cotón S, Issels RD et al.: Innere Medizin. Heidelberg: Springer, 2007, S. 110-112 Beise U, Heimes S, Schwarz W: Gesundheits- und Krankheitslehre – Das Lehrbuch für die Pflegeausbildung. 2. Aufl. Heidelberg: Springer, 2009, S. 80-82 Roche Lexikon Medizin. 5. Aufl. München: Urban & Fischer, 2003 Neubauer P: Mit Thoraxdrainagen richtig umgehen. In: Heilberufe 60 (2008), S. 32-34

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