Epiglottitis

Kehldeckelentzündung

Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) bezeichnet eine bakterielle Infektionserkrankung, die überwiegend bei Kindern auftritt.

Kleinkind beim Arzt
Vor allem Kinder leiden an einer Entzündung des Kehldeckels.
© iStock.com/naumoid

Sie wird meist durch den Krankheitserreger Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ausgelöst, der auch eine Hirnhautentzündung hervorrufen kann. Durch die Infektion kommt es zu einer Entzündung und Schwellung des Kehldeckels, in deren Folge die Kinder sehr stark am Atmen gehindert werden. In extremen Fällen kann die Kehldeckelentzündung zum Ersticken führen.

Kinderkrankheiten erkennen mit diesen Bildern

Epiglottitis: Symptome

Eine Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) macht sich bei Kindern innerhalb kurzer Zeit durch hohes Fieber bemerkbar. Weitere Symptome können sein:

  • Halsschmerzen
  • leise, „kloßige“, helle Stimme (bei Pseudokrupp heiser und rau)
  • hohes Fieber
  • Atemnot
  • schnelle, flache Atmung (Klang wie Schnarchen)
  • nach vorne gebeugtes Sitzen, um leichter atmen zu können („Kutschersitz“)
  • Beschwerden und Schmerzen beim Schlucken
  • Speichel fließt aus dem Mund (wegen der Schluckstörungen)
  • Probleme beim Sprechen (aufgrund der Halsschmerzen)
  • Blaufärbung von Lippen und Händen durch den Sauerstoffmangel
  • rapide Verschlechterung des Allgemeinzustandes

Eltern sollten sofort den Notarzt rufen, wenn sie an ihrem Kind Anzeichen für hohes Fieber und Atemnot erkennen können. Die Kehldeckelentzündung ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden.

Epiglottitis: Ursachen

Der Erreger der Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) findet sich natürlicherweise auch im Nasen-Rachen-Raum mancher Menschen. Unter bestimmten Bedingungen kann er die Erkrankung auslösen. Die Kehldeckelentzündung kann allerdings auch als Folge einer vorangegangenen Virusinfektion des Nasen-Rachen-Raumes oder der Atemwege auftreten.

Die Infektion verbreitet sich durch Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen durch die Luft geschleudert werden und auch über gemeinsam genutzte Gegenstände. Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren sind besonders anfällig für eine Kehldeckelentzündung, da ihr Immunsystem sie noch nicht ausreichend schützen kann. Die Infektionen sind seit 1990 mit Einführung einer Empfehlung zur Impfung stark zurückgegangen und treten heute nur noch vereinzelt auf.

Epiglottitis: Diagnose

Im Krankenhaus kann das Kind genauer untersucht werden. Aus einer Blutprobe kann ermittelt werden, um welchen Krankheitserreger es sich bei der Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) handelt. Darauf wird dann die Medikamentengabe abgestimmt.

Epiglottitis: Therapien

Generell kann die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) gut mit Antibiotika behandelt werden. Die Bakterien werden dadurch abgetötet. Wenn die Atemwege besonders stark geschwollen sind, kann es notwendig sein, dem Kind einen Schlauch in die Luftröhre zu schieben und es vorübergehend künstlich zu beatmen.

Epiglottitis: Verlauf

Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern kann eine Infektion mit dem Erreger der Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) einen schweren Verlauf nehmen. Bei etwa jedem vierten betroffenen Kind kommt es zum Tod. Es ist daher umso wichtiger, dass Eltern bei Atemnot und hohem Fieber schleunigst medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Epiglottitis: Vorbeugen

Seit Einführung der Hib-Impfung im Jahr 1990 konnte die Zahl der Infektionen mit dem Krankheitserreger stark verringert werden. Daher gilt die Impfung als beste Vorbeugemaßnahme. Eltern sollten ihr Kind bereits ab dem zweiten Lebensmonat impfen lassen, um eine Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) zu vermeiden. Die Grundimmunisierung sollte nach mehreren Teilimpfungen etwa ab dem elften Lebensmonat abgeschlossen sein.

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