Auch während der Schwangerschaft

Symphytum: Homöopathische Hilfe bei Knochenverletzungen

Das homöopathische Mittel Symphytum kommt vor allem bei Knochenverletzungen zum Einsatz. Wertvolle Hilfe leistet es zum Beispiel nach Knochenbrüchen, bei verletzten Sehnen und Bändern, zur besseren Einheilung von Zahnimplantaten und nach Wurzelbehandlungen, aber auch in der Schwangerschaft.

Symphytum officinale
Symphytum officinale wird vor allem äußerlich angewendet.
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Symphytum officinale ist die lateinische Bezeichnung für echten Beinwell. Beinwell gehört zu Familie der Raublattgewächse und wird schon sehr lange als Heilmittel eingesetzt. Der altdeutsche Name "Beinwell" verrät bereits wofür: Denn "Bein" ist die alte Bezeichnung für "Knochen" und "well" steht für "zusammenwachsen" bzw. "zusammenführen.

Traditionell in der Naturheilkunde verwendet, wird Symphytum bereits seit Jahrtausenden vor allem äußerlich zur besseren Knochen- und Wundheilung eingesetzt. Verantwortlich für die Heilkraft ist der in der Pflanze enthaltene Wirkstoff Allontoin, der nachweislich die Zellbildung und -regeneration anregt. Wild wachsender Beinwell enthält allerdings auch Pyrrolizidinalkaloide, die die Pflanze in Reinform giftig machen. Homöopathische Mittel dagegen sind so stark potenziert, also verdünnt, dass von ihnen keinerlei Gesundheitsrisiko ausgeht.

Fünf homöopathische Sofort-Helfer bei akuten Beschwerden

Lifeline/Wochit

Homöopathisches Symphytum wird aus der Pflanzenwurzel hergestellt

Die bis zu ein Meter hohe Heilpflanze Symphytum wächst in Europa und Westasien bevorzugt an Bachufern und auf feuchten Wiesen. Blätter und Stängel sind borstig behaart. Die violetten oder auch cremeweißen Blüten hängen glockenförmig nach unten. Für die Zubereitung des homöopathischen Mittels Symphytum wird allerdings nur die Wurzel verwendet. Daraus werden unter anderem Globuli, Tropfen sowie Salbe hergestellt. Ihre Anwendung gilt als kallus- und knorpelbildend, was die Heilung bei Knochenverletzungen fördern soll.

Symphytum wird deshalb auch in erster Linie zur schnelleren Heilung von stumpfen Verletzungen sowie bei Knochenbrüchen oder auch Prellungen, Sehnen- und Bänderverletzungen empfohlen. Darüber hinaus kann Symphytum aber auch zur besseren Einheilung nach Zahnimplantationen sowie nach Zahnwurzelbehandlungen eingesetzt werden. Auch beim "blauen" Augen oder anderen stumpfen Verletzungen im Gesicht, gilt Symphytum als Mittel der Wahl.

Anwendung von Symphytum in der Schwangerschaft und nach der Entbindung:

Durch die hormonelle Umstellung und das Wachstum des Kindes kommt es während der Schwangerschaft zu einer Lockerung des Beckengürtels. Das kann zu Schmerzen am Scham- sowie am Steißbein vor allem beim Sitzen führen. Diese Schmerzen können auch noch nach der Entbindung und während der Stillzeit bestehen. Symphytum kann diese Beschwerden lindern und darf in allen Stadien der Schwangerschaft oder Stillzeit gegeben werden.

Symphytum D6 und D12: Typische Potenzen und ihre Dosierung

Für die Selbstbehandlung mit Symphytum werden vor allem Niedrigpotenzen in D6 und D12 empfohlen. Erwachsene nehmen hiervon dreimal am Tag fünf Kügelchen. Kinder bekommen jeweils drei Globuli, Kleinkinder zwei und Säuglinge nur ein Kügelchen.

Wenn Sie Symphytum-Tropfen verwenden, entspricht ein Tropfen einem Globulus. Mitunter sind aber auch höhere Potenzen, etwa Symphytum C 30 oder noch höher, sinnvoll. Die Einnahme solcher Hochpotenzen sollten Sie vorher allerdings immer mit einem Homöopathen besprechen. Unterstützend können Sie die schmerzende Stelle auch noch mit Symphytum-Salbe einreiben. Bessern sich die Beschwerden, dürfen Sie die Gabe der Globuli auf zwei- beziehungsweise einmal täglich reduzieren. Sobald die Symptome abgeklungen sind, sollten Sie die Behandlung einstellen.

Leitsymptome für die Anwendung von Symphytum

Homöopathische Mittel werden immer nach den dazugehörigen Leitsymptomen ausgewählt. Darunter versteht man die Hauptbeschwerden, die bei bestimmten Krankheiten auftreten. Die Behandlung mit Symphytum wird empfohlen, wenn folgenden Leitsymptome auftreten:

  • schlecht heilende Knochenbrüche
  • stumpfe Verletzungen
  • Verstauchungen und Verrenkungen
  • Sportverletzungen, umgeknickter Knöchel
  • Phantomschmerzen nach Amputation
  • Verletzungen am Auge, insbesondere Schlag aufs Auge
  • Entzündung von Knochen und Knochenhaut
  • Schmerz und Schwellung nach Zahnimplantation
  • anhaltende Beschwerden nach Wurzelbehandlung
  • Schmerzen durch Arthrose
  • Schmerzen durch Osteoporose

Verbesserung der Symptome

  • Wärme wirkt sich positiv aus.

Verschlechterung der Symptome

  • Berührung und Druck auf die schmerzende Stelle und ruckartige Bewegungen verschlimmern die Beschwerden.
Homöopathie: 15 häufige Beschwerden und welches Mittel hilft!

Ähnlich wirkende Mittel wie Symphytum

Symphytum deckt nur einen eingeschränkten Wirkbereich ab. Sind die Beschwerden komplexer, ist es mitunter sinnvoll, die Anwendung mit anderen homöopathischen Mitteln zu ergänzen. Manchmal überschneiden sich auch die Wirkbereiche einzelner homöopathischer Präparate. Deshalb ist es hilfreich zu wissen, welche Mittel ähnlich wie Symphytum wirken und welche bei ähnlich gelagerten Beschwerden alternativ eingesetzt werden können:

  • Arnica: Das führende Mittel bei Prellungen und Quetschungen. Anders als Symphytum wird es vor allem bei Weichteilverletzungen angewendet.

  • Bellis perennis: Die homöopathische Arznei aus Gänseblümchen wird auch als "kleine Arnica" bezeichnet und ähnelt der Wirkweise von Arnica.

  • Hypericum: Wirkt bei Verletzungen mit Nervenbeteiligung und auch bei Schockzuständen nach Unfällen.

  • Calendula: Typisches Mittel bei tiefen Wunden mit schlechter Wundheilung

  • Ruta: Das homöopathische Mittel aus Gartenraute hilft bei Zerrungen und Prellungen, aber auch – wie Symphytum – bei Verletzungen der Knöchel und Gelenke mit Beteiligung der Knochenhaut.

Darreichungsformen in der Homöopathie

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2017
Quellen: Markus Wiesenauer: Maxi-Quickfinder Homöopathie, Gräfe und Unzer, 2015; Eugene B. Nash: Leitsymptome in der homöopathischen Therapie, Karl F. Haug Verlag, 2015, 3., unveränderte Auflage

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