Bei Entzündungen, Fieber, Kopfschmerzen

Belladonna: Wann helfen die bekannten Globuli?

Die Tollkirsche wird in der Homöopathie unter dem Namen Belladonna eingesetzt und ist unter anderem für krampflösende Wirkung bekannt. Ihr breiter Anwendungsbereich erstreckt sich über das zentrale und periphere Nervensystem, weshalb Belladonna-Globuli fast schon als Universal-Homöopathikum gelten. Die ursprünglich giftige Pflanze bekämpft in dieser Form Kopfschmerzen, Grippe, Fieber und generell Entzündungen, wenn diese rasch und heftig beginnen.

Belladonna Tollkirsche Globuli
Das in der Tollkirsche enthaltene Gift Atropin wirkt auf das Nervensystem; bereits drei Beeren können für Kinder tödlich sein.
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Die Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna) ist eine der bekanntesten heimischen Giftpflanzen und wird in der Homöopathie häufig als Arzneimittel eingesetzt. Zu finden ist das Nachtschattengewächs meist an Waldrändern und Lichtungen.

Der wichtigste Inhaltsstoff der Tollkirsche ist das Nervengift Atropin, welches einen hemmenden Einfluss auf das parasympathische Nervensystem besitzt. Es wirkt krampflösend auf Magen-Darm-Trakt, Galle und Blase, die Bronchien stellen sich weit. Die Schweiß- und Speicheldrüsen werden gehemmt und typischerweise kommt es zu einer Erweiterung der Pupillen.

Homöopathie: Wichtige Mittel und ihre Wirkung

In höheren Dosen wirkt Atropin halluzinogen bis hin zur tödlichen Vergiftung, da auch das zentrale Nervensystem beeinflusst wird. In ihrer ursprünglichen Form sollte die Pflanze also unbedingt gemieden werden. In homöopathischen Dosen ist Belladonna jedoch ein bewährtes Grippemittel und hilft gegen Kopfschmerzen und Fieber.

Typische Potenzen und Dosierung der Belladonna-Globuli

Für die Selbstbehandlung werden die Belladonna-Potenzen D6 bis D12 empfohlen.

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    Was sind Potenzen und Leitsymptome? Auf welchen Prinzipien homöopathische Mittel basieren und wie sie funktionieren

C30, D30 und C200 sind ebenfalls häufige Potenzierungen und kommen für unterschiedliche Beschwerden zum Einsatz. Jedoch ist hier eine Absprache mit dem behandelnden Homöopathie-Arzt notwendig.

Zu einer Verschlechterung der Symptome zu Beginn der Einnahme von Belladonna-Globuli (Erstverschlimmerung) kommt es relativ häufig. Sollte diese länger als zwei Tage anhalten, ist die Behandlung abzubrechen.

Generell sollten Dosierung und Potenzierung genau auf den Patienten und die Beschwerden zugeschnitten sein und daher nur nach einer professionellen Diagnose durch einen homöopathisch ausgebildeten Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker festgelegt werden.

Bei Entzündungen empfehlen sich beispielsweise alle ein bis vier Stunden zwei bis fünf Globuli Belladonna D12 (Kleinkinder zwei, Erwachsene fünf).

Kommt die Menstruation verfrüht, nimmt man dreimal täglich drei Globuli D6, bei Bronchitis hingegen greift man auf D30-Globuli zurück und nimmt zweimal täglich zwei.

Leitsymptome für Atropa belladonna

  • Beschwerden beginnen plötzlich
  • Beschwerden sind Folge von Zugluft und nassen Haaren
  • Hitzegefühl, besonders im Kopf
  • hochrotes Gesicht
  • trockener Mund
  • akute, plötzlich auftretende und schmerzhafte Erkrankungen
  • hohes Fieber, rotes Gesicht, heißer Kopf, aber kalte Arme und Beine
  • vergrößerte Pupillen
  • empfindlich gegen Lärm, helles Licht oder Erschütterungen

Verbesserung der Symptome

  • in Ruhe
  • Wärme
  • sich zusammenkrümmen
  • Rückwärtsbeugen
  • sich nach hinten beugen
  • halb aufrichten

Verschlechterung der Symptome

  • Erschütterungen, Berührungen, Lärm
  • Licht, Sonne
  • abends
  • Zugluft
  • Kälte

Anwendungsgebiete von Belladonna in der Homöopathie

Häufig eingesetzt wird Belladonna im Bereich des Parasympathikus sowie des zentralen und peripheren Nervensystems, aber auch bei Problemen an Schleimhäuten, Augen, oberen Luftwegen, Magen-Darm-Trakt, Drüsen und Haut.

Demnach gehören zahlreiche Krankheitsbilder und Beschwerden zu den Anwendungsgebieten von Belladonna-Präparaten, unter anderem:

  • Grippe
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Sonnenstich
  • trockener Husten (vor allem nachts)
  • Entzündungen, die mit Brennen, Hitze und Röte einhergehen
Homöopathie: Welches Mittel bei gängigen Beschwerden?

 

Ähnlich wirkende Mittel/Mittel mit ähnlichen Leitsymptomen

Aconitum napellus

Atropa belladonna ist ein häufiges Folgemittel für Aconitum napellus, das ebenfalls bei starken und schnell einsetzenden Beschwerden Anwendung findet. Belladonna wird dann eingesetzt, wenn es zum Beispiel nach starkem Fieber zu Schweißausbrüchen kommt und Aconitum nicht mehr hilft.

Apis mellifica

  • ebenfalls bewährtes Mittel gegen Entzündungen
  • aus Honigbienen hergestellte Globuli zur Behandlung von allergischen Reaktionen bei Bienenstichen
    • hellrote Verfärbung
    • wassersackähnliche Schwellungen
    • Entzündungen

Bryonia alba

  • ebenfalls wichtiges Fieber- und Entzündungsmittel
  • hilft bei starken Schmerzen, die durch Wärme schlimmer werden
  • langsam entstehende Symptome (nicht rasch und heftig einsetzend)
  • fester Druck auf betroffene Körperstelle lindert die Beschwerden (bei Atropa belladonna führen Berührungen zur Verschlechterung)

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. Juli 2016
Quellen: Eugene B. Nash: Leitsymptome in der homöopathischen Therapie, Karl F. Haug Verlag, 2015, 3., unveränderte Auflage; Markus Wiesenauer: Maxi-Quickfinder Homöopathie, Gräfe und Unzer, 2015

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