Homöopathie mit Bergwohlverleih

Arnica: Gelbe Bergschönheit gegen Prellungen und Co.

Arnika (Bergwohlverleih oder kurz Wohlverleih) gilt als das homöopathische Wundheilungsmittel schlechthin. Wann Arzneien mit der Heilpflanze helfen können, welche Leitsymptome für ihren Einsatz sprechen und welche ähnlichen Mittel es gibt: Hier erfahren Sie es!

arnica am berg
Arnika ist eine typische Bergblume, Arzneien auf Basis der Heilpflanze wirken gegen stumpfe Verletzungen.
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Arnica montana, so der botanische Artname des Bergwohlverleihs, gedeiht in den Alpen und verschiedenen Mittelgebirgen. Zur Gewinnung homöopathischer Arnica-Arzneimittel kommt der getrocknete Wurzelstock der bekannten Bergpflanze zum Einsatz.

Die Wirksubstanzen in Arnika-Wurzeln und den gelben Blüten sind noch nicht alle genau untersucht worden. Enthalten sind unter anderem ätherisches Öl, Bitterstoffe und Flavonoide. Diese Stoffe wirken entzündungslindernd, antibakteriell und pilzhemmend.

In der Pflanzenmedizin (Phytotherapie) und Homöopathie sind Salben und Tinkturen aus Arnika beliebte Mittel bei Verletzungen. Für homöopathische Arzneien verwendet man die lateinische Schreibweise mit "c", im deutschen Sprachgebrauch dominiert die Version mit "k".

Volkstümliche Spitznamen wie Wundkraut oder Stichkraut zeigen, dass der Korbblütler schon seit vielen Jahrzehnten als Arzneipflanze verwendet wird. Als Allrounder für die Wundheilung ist Arnica häufig auch Bestandteil homöopathischer Haus- und Reiseapotheken.

Homöopathie: Wichtige Mittel und ihre Wirkung

 

Salben und Co.: Wem helfen Mittel mit Arnika?

Zu den Anwendungsgebieten von Arnica-Präparaten gehören stumpfe Verletzungen der Extremitäten, zum Beispiel Prellungen, Schwellungen sowie Blutergüsse, aber auch Zerrungen, Verrenkungen und Verstauchungen, Knochenbrüche oder Quetschungen.

Zudem werden homöopathische Arnica-Mittel wie Salben, Globuli oder die Urtinktur nach Operationen sowie zahnärztlichen Eingriffen verwendet, in deren Nachgang es zu Schwellungen und Schmerzen kommen kann. Arnica gibt es als Einzel- und Komplexmittel. In Letzteren liegen mehrere homöopathische Wirkstoffe vor, die sich gegenseitig ergänzen.

Anwendungsbereiche für homöopathische Arnica-Arzneien im Überblick

  • generell stumpfe Verletzungen
  • Verstauchungen
  • Verrenkungen
  • Prellungen
  • Quetschungen
  • Zerrungen
  • Frakturen
  • Blutergüsse
  • Herzschwäche und Brustenge
  • rheumatische Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Schmerzen nach zahnmedizinischen Eingriffen
  • entzündete Krampfadern
  • Insektenstiche

Typische Potenzen und Dosierungsbeispiele

Für die Selbstmedikation gängige Potenzen – die Dosierungsstufen in der Homöopathie – bewegen sich im Bereich D2 bis D12. Als Soforthilfe kann man sechs Globuli Arnica D6 verabreichen, für Babys eignet sich die einmalige Gabe von drei Kügelchen der Potenz D30.

Sollten sich die Beschwerden über das Normalmaß hinaus verschlechtern, anhalten oder weitere Probleme hinzukommen, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt für die Selbstmedikation zudem von der Potenz C12 je nach Bedarf bis zu vier Gaben täglich, wobei zwei bis drei Globuli einer Gabe entsprechen. Dazwischen muss jeweils eine Wirkung abgewartet werden.

Mit Arnica-Salben, -Gelen und -Tinkturen sollten sich Patienten ein- bis zweimal täglich – idealerweise sanft massierend – einreiben.

Leitsymptome für Arnica

Der Begriff "Leitsymptom" bezeichnet in der Homöopathie etwas anderes als in der konventionellen Heilkunde. Während Letztere ihn als Hauptbeschwerde einer bestimmten Krankheit versteht, bezieht die homöopathische Lehre Charaktereigenschaften des Patienten, sein Gemüt und seine äußere Erscheinung mit ein.

Für Arnica-Patienten sind folgende Leitsymptome charakteristisch:

  • stark empfundene Schmerzen
  • Wundheitsgefühl, Entzündungen
  • Gefühl, das Bett sei zu hart
  • Blutergüsse
  • generelle körperliche Abgeschlagenheit
  • alle Glieder schmerzen
  • Arnica-Patienten verharmlosen ihre Beschwerden und meinen, sie seien gesund, auch wenn sie krank sind (typische Aussage: "Mir fehlt nichts!")
  • Angst vor Schmerzen durch Annäherung oder Berührung
  • Hitzegefühl am Kopf, gleichzeitig aber Frösteln am Körper
  • rötliches Gesicht mit bläulichen Blutgefäßen
  • häufiges Nasenbluten
  • unreine Haut
  • Schmerzen wie bei einem Muskelkater

Die Beschwerden verschlechtern sich durch:

  • Kälte
  • Berührung
  • Bewegung

Die Beschwerden verbessern sich durch:

Homöopathische Mittel mit vergleichbaren Leitsymptomen wie Arnica

Meist geben in der Homöopathie kleine Unterschiede zwischen zwei Patienten den Ausschlag bei der Wahl des individuellen (Wund-)Mittels. Folgende Wirkstoffe können ähnliche Effekte entfalten wie Arnica; über genauere Unterschiede und Gemeinsamkeiten kann Sie ein/e ausgebildete/r Homöopath/in aufklären:

  • Calendula (eher bei nässenden Wunden wie Schnitten und Abschürfungen)
  • Chamomilla (Patienten sind leicht reizbar)
  • Bellis perennis (mehr bei Verletzungen des Weichteilgewebes im Bauchraum)
  • Bryonia (Verletzungen an Sehnen, Bändern, Gelenken oder Muskeln)
  • Hypericum (Schmerz entlang der Nerven)
  • Rhus toxicodendron (Beschwerden schlimmer durch Ruhe)
  • Staphisagria (bei Stich- und Schnittverletzungen)

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2017
Quellen: nach Informationen der DZVhÄ; Markus Wiesenauer: Maxi-Quickfinder Homöopathie, Gräfe und Unzer, 2015; Dr. Günter Fleischmann: Naturheilkundliches Compendium der Kur-Apotheke Bad Aibling; Wieland Verlag 2011

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