Gegen Fieber, Kummer oder Kolik

Neun homöopathische Arzneimittel für Kinder und Babys

Kinder haben andere Schwachstellen als Erwachsene. Ihr junger Organismus muss sich an vieles erst gewöhnen, das Immunsystem baut beispielsweise erst mit der Zeit genügend Schutz gegen Krankheitserreger auf. Ob Zahnungsprobleme und Koliken bei Säuglingen oder Infekte, Verletzungen und Stress bei älteren Kindern: Diese neun homöopathischen Mittel haben sich bei unseren Kleinen bewährt.

Mutter misst Fieber beim Kind
Kindern mit Fieber, aber auch Koliken, Durchfall oder Kummer, können homöopathische Mittel helfen.
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Seien es akute Schmerzen, Unwohlsein oder Schlafprobleme: Geht es ihren Kindern nicht gut, leiden die Eltern mit! Vielen ist es aber wichtig, alltäglichen Wehwehchen nicht sofort mit hochdosierten Chemiekeulen zu begegnen.

Kinder sprechen auf Homöopathie besonders gut an

Am Anfang eines jeden kleinen Notfalls, den das Kind erleidet, steht natürlich: Trost. In den Arm nehmen, sanft wiegen und auf die Wunde pusten hilft, die ersten Schrecksekunden zu überstehen. Zusätzlich eignet sich jetzt der nebenwirkungsarme, aber effektive Zugang über die Homöopathie.

Vor allem Kinder sprechen auf behutsame Heilmittel an, denn die Ordnungskräfte des Körpers funktionieren in jungen Jahren besonders gut. Oft braucht der kindliche Organismus nur einen kleinen Schubs, um wieder ins Lot zu kommen.

Fünf homöopathische Sofort-Helfer bei akuten Beschwerden

Lifeline/Wochit

Homöopathische Mittel werden aus pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Substanzen hergestellt und bei der sogenannten Potenzierung so stark verdünnt, dass der Wirkstoff nur noch minimal enthalten ist. Dennoch werden die Informationen des Wirkstoffs auf einer feinstofflichen Ebene verstärkt, und zwar durch einen Prozess namens Verschütteln oder Dynamisierung. Mehr über das Prinzip und wie die typischen Potenzen entstehen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Bei folgenden Beschwerden von Babys und Kindern haben sich homöopathische Mittel bewährt:

Dosierung von homöopathischen Mitteln für Kinder

Ob Tabletten, Kügelchen oder Tropfen: Homöopathie kennt verschiedene Darreichungsformen. Bei Kindern bieten sich Globuli an, weil die kleinen Zuckerperlen auch noch gut schmecken. Selbst Babys können sie leicht in die Wange geschoben werden und dort sanft zergehen. 

Für die Selbstmedikationen eignen sich niedrige Potenzen wie D12 oder C12. Höhere Potenzen ab C30 sollten nur von erfahrenen Homöopathen angewandt werden.

Generell gilt: Medizinische Notfälle gehören in die Hände eines Arztes! Ebenfalls sollten Beschwerden, die sich durch die empfohlenen Mittel nicht bessern, ärztlich abgeklärt werden.

Neun Mittel gegen typische Beschwerden bei Kindern und Babys

1. Arnica bei Verletzungen

Ob blaue Flecken, Prellungen oder Zerrungen: Bei stumpfen Verletzungen sind homöopathische Arzneien aus Arnica – auch als Bergwohlverleih bekannt – die erste Wahl und beschleunigen die Wundheilung. Dann wird Arnica D12 als Salbe oder Tinktur auf die betroffene Stelle getupft und sanft eingerieben.

Auch bei seelischen Wunden, etwa verletzten Gefühlen, hat sich Arnica als wirksam erwiesen. Ebenso kommt diese Arznei vor medizinischen Eingriffen, etwa dem Zahnarzt, zum Einsatz.

Für die Anwendung sprechen weitere Symptome, etwa wenn das Kind sich wund fühlt, nicht berührt werden möchte, erschöpft und benommen ist, Ohrensausen sowie kalte Hände und Füße hat.

Weitere Mittel, die bei körperlichen Verletzungen helfen können, sind unter anderem: Apis mellifica, Belladonna, Cantharis, Aconitum, Staphisagria.

2. Aconitum bei Fieber

Das homöopathische Mittel wird bei plötzlichem Fieber, das mit Kältewellen einhergeht, angewandt. Außerdem kommt es bei panischen Angstzuständen und Schockzuständen zum Einsatz. Kinder, denen Aconitum hilft, sind unruhig, angespannt, tragen Ängste in sich und leiden unter Alpträumen, aus denen sie mit Herzrasen erwachen. Sie zittern und haben kalte oder taube Extremitäten.

Weitere Mittel, die bei Fieber helfen können, sind unter anderem: Belladonna, Chamomilla, Bryonia, Ferrum phosphoricum, Gelsemium, Pulsatilla.

3. Chamomilla bei Koliken und Zahnungsschmerzen

Kamille ist allseits bekannt als wohltuende Heilpflanze. In der Homöopathie gilt sie als Mittel der Wahl bei Blähungen und Koliken sowie Zahnungsproblemen bei Babys. Man erkennt den Bedarf an Chamomilla an Verhalten und Eigenschaften des Säuglings: Er krümmt sich, sein Bauch ist aufgetrieben. Er schreit untröstlich und beruhigt sich höchstens, wenn man ihn herumträgt. Bei Zahnungsbeschwerden ist oft eine Wange rot, die andere blass.

Weitere Mittel, die bei Blähungen und Koliken helfen können, sind unter anderem: Argentum nitricum, Belladonna, Calcium phosphoricum, Nux vomica, Sulfur.

Homöopathie: 15 häufige Beschwerden und welches Mittel hilft!

4. Sulfur bei Ausschlägen

Nässende Entzündungen, Neurodermitis, Ekzeme und Juckreiz können den Einsatz von Sulfur anzeigen. Die Haut ist trocken und schuppt sich. Kratzen hilft nur kurz und geht dann in Brennen über. Bei älteren Kindern zeigt Sulfur auch Effekte gegen Akne und eitrige Ausschläge.

Kinder, denen diese Arznei hilft, waschen sich nicht gerne, weil sie das als unangenehm empfinden. Sie wachen häufig nachts auf. Die Körperöffnungen sind gerötet, der Schweiß riecht unangenehm.

Weitere Mittel, die bei Ausschlägen helfen können, sind unter anderem: Apis mellifica, Belladonna, Arsenicum album.

5. Calcium carbonicum für die Abwehr

Das Mittel wird bei häufigen Infekte, vor allem der Atemwege, Augen und Ohren sowie des Verdauungssystems eingesetzt. Weitere Symptome sind vergrößerte Mandeln oder Polypen. Auch Störungen der Zahnentwicklung oder Fehlstellungen der Füße oder Beine lassen an Calcium carbonicum denken.

Bei Säuglingen wird es zudem gegen Neugeborenenakne und Milchschorf, bei älteren Kindern bei Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten sowie Problemen mit dem Gehör eingesetzt.

Mit Calcium carbonicum liegt man bei Kindern richtig, die im gesunden Zustand selbstgenügsam und zufrieden, aber träge sind und zu Übergewicht neigen. Bei Anstrengung schwitzen sie rasch und sind schnell erschöpft. Calcium-carbonicum-Kinder lieben Süßes und Eierspeisen.

Weitere Mittel gegen Infektanfälligkeit sind unter anderem: Echinacea, Dulcamara, Calcium phosphoricum, Silicea, Pulsatilla.

6. Pulsatilla gegen Schnupfen

Auch die Küchenschelle wird bei häufigen Erkältungen eingesetzt. Diese sind dann eher durch einen milden Verlauf gekennzeichnet. Die kleinen Patienten haben dabei keinen Durst und leiden an dickflüssigem Schnupfen oder Auswurf.

Weitere Symptome sind Weinerlichkeit, rasches Frieren oder Durchfall. Sowohl die körperlichen als auch die emotionalen Symptome sind sehr wechselhaft.

Weitere Mittel gegen Schnupfen sind unter anderem: Ferrum phosphoricum, Natrium muriaticum, Nux vomica.

7. Natrium muriaticum bei Kummer

Sensible, sehr verletzliche Kinder profitieren mitunter von Natrium muriaticum. Anlass des Kummers kann etwa die Trennung der Eltern, ein neues Geschwisterchen oder eine empfundene Demütigung in der Schule sein. Das Problem kann sich durch Bettnässen, Nägelkauen oder gar Essstörungen äußern.

Auch bei Sonnenstich oder -allergie kann Natrium muriaticum helfen.

Weitere Mittel, die bei Kummer helfen können, sind unter anderem: Ignatia, Pulsatilla.

Darreichungsformen in der Homöopathie

8. Belladonna gegen Entzündungen

Ein brennendes Gefühl, zum Beispiel an Schleimhäuten oder in der Blase, lässt an Belladonna denken. Die Kinder leiden an einer inneren Hitze, glühen vor Fieber, wollen aber kaum etwas trinken. Hals oder Ohren sind entzündet. Die Schmerzen fühlen sich pochend oder klopfend an.

Kinder, denen Belladonna hilft, können auch krampfartige Bauchschmerzen haben und geraten oft ganz plötzlich in Wut.

Weitere Mittel, die bei Entzündungen helfen können, sind unter anderem: Cantharis, Hepar sulfuris, Mercurius solubilis.

9. Nux vomica bei Übelkeit, Durchfall und Verstopfung

Erwachsenen helfen Mittel mit diesem Wirkstoff vor allem an Katertagen oder bei Morgenübelkeit in der Schwangerschaft. Doch auch Kindern kann die Brechnuss in homöopathischer Dosierung helfen: Bei Stress, Überreizung, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden – von Übelkeit bis Durchfall oder Verstopfung – hat sie sich bewährt.

An Nux vomica sollte man denken, wenn das Kind ein cholerisches Temperament hat, ihm vor allem morgens, schlecht ist. Hinzu kommen Geräusch- und Lichtempfindlichkeit sowie die Abneigung gegen intensive Gerüche.

Weitere Mittel, die gegen Übelkeit helfen, sind unter anderem: Bryonia, Ignatia, Okoubaka, Pulsatilla.

Weitere Mittel, die gegen Durchfall helfen, sind unter anderem: Argentum nitricum, Arsenicum album, Bryonia, Chamomilla, Okoubaka, Pulsatilla, Sulfur.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. April 2017
Quellen: Katrin Reichelt, Sven Sommer: Die magische 11 der Homöopathie für Kinder. Gräfe und Unzer Verlag

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