Kälte erhöht den Blutdruck

Heizen gegen Herzinfarkt

Sparsames Heizen ist zwar gut für die Umwelt und den Geldbeutel, aber offenbar gefährlich: Laut einer aktuellen Studie lassen kühle Räume den Blutdruck steigen. Damit wiederum steigt das Risiko für sogenannte kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

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Lieber heizen statt frieren: Gerade nach dem Aufstehen lassen niedrige Raumtemperaturen den Blutdruck steigen. Das erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
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Pünktlich zur Rückkehr des Winters überall in Deutschland legt eine Studie nahe, bei kalten Außentemperatur nicht am Heizen zu sparen. Denn wer ständig fröstelt, der hat nach neuesten Erkenntnissen ein erhöhtes Sterberisiko. Das vermeldet die Ärztezeitung und bezieht sich dabei auf eine japanische Untersuchung.

Mehr Herztote im Winter

Schon frühere Studien hatten nahegelegt, dass ein höherer Blutdruck im Winter dafür verantwortlich sein könnte, dass zur kalten Jahreszeit mehr Menschen an kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sterben. Dr. Keigo Saeki von der medizinischen Universität Nara in Japan hat mit seinem Forscherteam nun in einem Experiment mit 146 gesunden Versuchspersonen den Zusammenhang zwischen Raumtemperatur und Blutdruck nachgewiesen.

So messen Sie Ihren Blutdruck richtig

Die Probanden verbrachten die Nacht von abends 21 Uhr bis sechs Uhr morgens in unterschiedlich beheizten Räumen, entweder bei 24 Grad Celsius oder aber nur bei 14 Grad. Frieren musste allerdings keiner: Die Testpersonen konnten sich nach eigenem Gutdünken in Kleidung und Decken hüllen.

Nacht im kalten Zimmer treibt den Blutdruck nach oben

Bei der Blutdruckmessung zu Beginn des Experiments, bevor die beiden Gruppen unterteilt wurden, gab es kaum Unterschiede. Als Vergleichswert diente der systolische Wert – das ist der obere Wert bei der Blutdruckmessung, der den Maximaldruck angibt, mit dem das Blut durch die Adern gepumpt wird. Er lag bei 120 mmHg.

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Bei der kontinuierlichen Messung durch die Nacht hindurch und am Morgen bis zu zwei Stunden nach dem Aufstehen ergaben sich jedoch deutliche Unterschiede vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen. Bei den Probanden, die im kalten Zimmer untergebracht waren, wurde ein durchschnittlich um 5,8 mmHg höherer systolischer Blutdruck gemessen als bei den Teilnehmern im warmen Zimmer. Während die Probanden im Bett lagen, gab es allerdings kaum Unterschiede in den Werten.

Nach dem Aufstehen steigt der Blutdruck

Nach dem Aufstehen steigt der Blutdruck generell – bei älteren Patienten mit Bluthochdruck noch stärker als bei jungen Gesunden. Deshalb vermuten die Forscher auch, dass ihr Experiment, hätten daran ältere Bluthochdruckpatienten teilgenommen, zu deutlich größeren Unterschieden zwischen der Gruppe im kalten und der im warmen Zimmer geführt hätte.

Studienautor Saeki erklärt den höheren Blutdruckanstieg im kalten Zimmer damit, dass sich die Blutgefäße in der Haut bei niedrigen Temperaturen zusammenziehen und das Herz gleichzeitig kräftig schlägt, um den Körper zu wärmen. Demnach können schlecht beheizte Räume gerade älteren Bluthochdruck-Patienten vor allem am Morgen nach dem Aufstehen gefährlich werden, denn eine morgendliche Zunahme des systolischen Werts um zehn mmHg erhöht das Schlaganfallrisiko um knapp die Hälfte.

Im Bett spielt die Zimmertemperatur keine Rolle

Das bedeutet nun nicht, dass die Heizung im Winter die ganze Nacht lang auf Hochtouren laufen muss. Auch sollte man am Tag und vor dem Schlafengehen öfter mal gut lüften. Im Bett steigt der Blutdruck auch im kühlen Zimmer nicht. Wichtig ist, dass die Raumtemperatur nach dem Aufstehen nicht im Keller ist und dadurch den nach dem Aufstehen ohnehin ansteigenden Blutdruck nicht zusätzlich in die Höhe treibt. Ein programmierbares Thermostat kann es möglicherweise richten, schließen die japanischen Forscher.

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