2-jährige isst oft zu wenig

Kategorie: Leben-Familie » Expertenrat Kinder- und Jugendmedizin | Expertenfrage

02.01.2018 | 12:48 Uhr

Sehr geehrte Experten,

meine Tochter ist 2 Jahre alt (25 Monate). Sie ist 87cm groß und wiegt 11,2 kg. Sie ist sehr agil, rennt und spielt den ganzen Tag, spricht Sätze mit 4 oder mehr Wörtern in zwei Sprachen und bei der U7 gab es nichts zu beanstanden.

Sie war schon immer ein ziemliches Leichtgewicht; ihr Vater und ich sind ebenfalls sehr schlank. Ihr Gewicht liegt derzeit auf der 15. Perzentile, war aber auch oft schon darunter.

Wir kochen zu Hause sehr abwechslungsreich, essen viel Obst und Gemüse, sind aber nicht dogmatisch. Süßigkeiten gibt es derzeit praktisch gar nicht (zur Weihnachtszeit mal 1 Plätzchen zum Nachtisch einmal am Tag), zu Trinken gibt es Wasser und sehr selten Saftschorle oder Tee. Es gibt jeden Tag abends Gurken und Tomaten. Manchmal gibt es auch süße Pfannenkuchen oder Pizza.

Dennoch haben wir Probleme: Meine Tochter weigert sich, zu Hause selbst zu essen. Bei der Tagesmutter isst sie sehr gut alleine, zu Hause will sie gefüttert werden. Weigern wir uns, isst sie nichts. Sie hält problemlos eine Zeit von ca. 16 Uhr (Nachmittagssnack mit Obst) bis zum nächsten Morgen zum Frühstück ohne Essen durch. Ebenso verhält es sich, wenn sie bei Tisch ihren Willen nicht bekommt. Beim Essen unterhalten wir uns, beziehen sie mit ein, aber es soll nicht nebenbei gespielt werden. Manchmal verlangt sie dies. Wir bleiben konsequent, sie schiebt das Essen weg und es geht kein Bissen mehr hinein. Auch "bessere" Mahlzeiten sind ein Kampf. Sie spielt, trödelt, erzählt ununterbrochen und interessiert sich überhaupt nicht für das Essen. Wir haben alles probiert - sie mehrmals freundlich bis nachdrücklich auffordern, sie einfach in Ruhe lassen... Lässt man sie in Ruhe, lässt sie oft das Essen komplett ausfallen. Drängt man sie zu sehr, muss man anschließend füttern, damit überhaupt etwas rein geht.

Es gibt Phasen, in denen sie sehr gut isst. Da isst sie dann wirklich alles, egal was es gibt. Dazwischen kommen aber (lange) Phasen, in denen sie kaum etwas zu sich nimmt, selbst von ihren Lieblingsgerichten nicht. Sie isst sehr wenig, braucht ewig. Manchmal fängt sie schon an zu schreien, wenn ich die Mahlzeit ankünde und weigert sich, sich allein schon in ihren Stuhl zu setzen.

Jeder um uns herum (inklusive dem Kinderarzt) hält ihr Verhalten für Trotz. Sie merkt, dass uns das Thema essen wichtig ist, und versucht hier, sich zu behaupten. Jeder rät mir, ich soll "gelassener" sein, ihr Essen anbieten, sie aber nicht dazu zwingen.

Erzähle ich dann den Leuten, dass meine Tochter aber mit der Methode locker vom Frühstück bis zum Abendbrot GAR NICHTS isst, heißt es dann aber wieder "das geht nicht, sie ist ja eh schon so dünn...".

Ich befüchte, dass das Thema Essen bei uns mehr und mehr zum Kampf verkommt und negativ besetzt ist. Essen soll ja Freude machen und sie soll gerne essen ohne Druck und Zwang. Doch ich weiß nicht mehr, wie ich damit umgehen soll.

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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05.01.2018, 09:27 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Mareena,

auch wir würden uns anhand ihrer Beschreibung der Meinung des Kinderarztes anschließen, können uns aber natürlich kein eigenes Bild machen. Eine Möglichkeit wäre, Ihre Tochter von einem Kinder- und Jugendpsychiater /-Psychologen untersuchen zu lassen. 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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