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Katze hat Fledermaus gefangen

Kategorie: Infektionen » Expertenrat Infektions- und Reisemedizin | Expertenfrage

23.04.2018 | 15:07 Uhr

Lieber Dr. Leidel

Ich habe eine Frage bezüglich unserer Katze. Sie ist eine Balkonkatze und verbringt oftmals den ganzen Tag am Balkon. Gestern spätabends dann der Schock. Meine Schwester und ich saßen am Sofa und hörten draußen ein Klicken und Stühle rücken; unsere Katze hatte doch tatsächlich ne kleine Fledermaus gefangen und "spielte" mit ihr (Zubeißen). Ich weis nicht wie sie dies geschafft hat. Meine Schwester ging sofort dazwischen und nahm die Katze weg der das aber leider nicht so gefiel und meine Schwester biss und kratzte. Ca. 15 Minuten später hat mir unsere Katze mit der Nase gegen meine rissige Hand gestupst und geleckt und ich ihr über das Fell gestrichen. Die Fledermaus ist dann geschwächt vom Balkon weg. Nun machen wir uns 2 Gedanken.

1. Kann unserer Katze dadurch etwas passiert sein ? Sie ist nicht Tollwut geimpft.

2. Bestand ein Risiko für meine Schwester und mich? Wenn die Katze dann Speichel oder gar Hirngewebe an der Nase oder Fell oder Mund hatte?

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Experte-Leidel
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23.04.2018, 17:48 Uhr
Antwort von Experte-Leidel

Guten Abend Honey 92,

Fledermäuse können auch in Deutschland mit Fledermaustollwut infiziert bzw. daran erkrankt sein. Das Risiko ist in der Norddeutschen Tiefebene höher, in Süddeutschland geringer.

1. Ich kann nicht ausschließen, dass sich Ihre Katze durch ihre Begegnung mit der Fledermaus infiziert hat. Das Risiko ist gering, aber - wie gesagt - ich kann das nicht ausschließen, vor allem, wenn die Katze ebenfalls eine Bissverletzung derlitten hat.

2. Ein Risko für Sie und Ihre Schwester sehe ich im Grunde nicht. Die Katze selbst kann die Infektion erst übertragen, wenn sie selbst erkrankt ist. Spuren von Speichel oder Gewebe der Fledermaus an Maul, Näschen oder Fell der Katze führen - soweit ich weiß - nicht zur Übertragung. Aber auch hierbei verbleibt eine kleine Unsicherheit.

Ich möchte daher empfehlen, dass Sie sich auch eine Zweitmeinung z. B. von Ihrem Hausarzt einholen. Auch eine Frage beim zuständigen Amtstierarzt könnte bei der Einschätzung helfen, denn dieser weiß, ob es in Ihrem Kreis Fledrmaustollwut gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan Leidel

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